65 % der Bitcoins sind vor der Bedrohung durch Quantencomputer geschützt

Ein neuer Forschungsbericht legt nahe, dass Quantencomputer ein langfristiges Risiko für Bitcoin darstellen, das Netzwerk jedoch in absehbarer Zeit wahrscheinlich nicht gefährden werden. Experten gehen davon aus, dass die Fortschritte schrittweise erfolgen werden, sodass Entwickler und Investoren Zeit haben, Post-Quantum-Sicherheitsupgrades umzusetzen.
Neue Forschungsergebnisse besagen, dass das Quantenrisiko für Bitcoin real, aber nicht unmittelbar ist
Ein neuer Forschungsbericht von Ark Invest und dem auf Bitcoin fokussierten Finanzdienstleistungsunternehmen Unchained, der die Schnittstelle zwischen Quantencomputing und Bitcoin-Sicherheit untersucht, kommt zu dem Schluss, dass die Quantentechnologie zwar letztendlich die Kryptografie des Netzwerks herausfordern könnte, die Bedrohung jedoch noch lange nicht unmittelbar bevorsteht.
Laut der Studie arbeiten aktuelle Quantensysteme in dem, was Forscher als „Noisy Intermediate-Scale Quantum“ (NISQ) bezeichnen, in dem Maschinen typischerweise mit weniger als 100 logischen Qubits und begrenzter Rechentiefe laufen. Um die Bitcoin-Kryptographie mit elliptischen Kurven zu knacken, wären mindestens 2.330 logische Qubits und Millionen bis Milliarden von Quantenoperationen erforderlich, was weit über die heutigen Möglichkeiten hinausgeht.
Anstelle eines plötzlichen „Q-Day“, an dem die Bitcoin-Sicherheit zusammenbricht, argumentieren Forscher, dass sich der Quantenfortschritt wahrscheinlich über eine Reihe schrittweiser technologischer Meilensteine entfalten wird. Diese Phasen reichen von frühen wissenschaftlichen Anwendungen wie Materialsimulation und Chemie bis hin zur eventuellen Fähigkeit, schwache kryptografische Systeme anzugreifen.
Erst in späteren Phasen könnten Quantencomputer beginnen, den Elliptic-Curve-Digital-Signatur-Algorithmus (ECDSA) von Bitcoin zu bedrohen, der private Schlüssel und Transaktionen sichert.
Selbst dann wären Angriffe wahrscheinlich langsam und kostspielig und erfordern erhebliche Rechenressourcen. Der Bericht schätzt, dass allein die Stromkosten etwa 100.000 US-Dollar betragen könnten, um in frühen Quantenangriffsszenarien einen einzelnen Bitcoin-Schlüssel zu knacken.
Schwache Bitcoin-Versorgung
Forscher schätzen, dass etwa 35 % des gesamten Bitcoin-Angebots theoretisch künftigen Quantenrisiken ausgesetzt sein könnten. Dazu gehören etwa 1,7 Millionen BTC, die in älteren Adresstypen gespeichert sind, die als verloren gelten, und etwa 5,2 Millionen BTC in wiederverwendbaren Adressen, die in sicherere Formate migriert werden könnten.
Der Großteil der Bitcoins wird jedoch weiterhin in quantenresistenten Adressformaten gespeichert, und Entwickler haben bereits mögliche Lösungen auf den Weg gebracht.
Im gesamten Krypto-Ökosystem laufen mehrere Initiativen. Börsen wie Coinbase haben Quantenberatungsgremien eingerichtet, während Entwickler Vorschläge wie den Bitcoin Improvement Proposal (BIP) 360 diskutieren, der neue Adresstypen untersucht, die Quantenangriffen standhalten sollen.
Vorbereiten, bevor die Bedrohung kommt
Sicherheitsforscher betonen, dass das gesamte Internet, einschließlich Bankensysteme, Regierungskommunikation und Cloud-Infrastruktur, Störungen ausgesetzt sein würden, lange bevor Bitcoin selbst angreifbar wird.
Parallel dazu werden bereits Standards für die Post-Quantum-Kryptographie (PQC) entwickelt und in der gesamten Internet-Infrastruktur eingesetzt. Bei Bedarf könnte Bitcoin schließlich durch Protokolländerungen ähnliche kryptografische Upgrades integrieren.
Für Investoren und Netzwerkteilnehmer ist die Erkenntnis klar: Quantencomputing stellt eher eine langfristige technologische Herausforderung als eine dringende Sicherheitskrise dar.
Wie bei den meisten transformativen Technologien wird sich der Fortschritt wahrscheinlich über Jahrzehnte entfalten und dem Bitcoin-Ökosystem ausreichend Zeit geben, sich anzupassen.
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