Eine massive Konsolidierung droht, da ein deutscher Konzern eine rekordverdächtige Zusammenarbeit mit seiner US-Tochtergesellschaft abschließt

Inhaltsverzeichnis Die Deutsche Telekom erwägt aktiv einen vollständigen Zusammenschluss mit T-Mobile US, was Analysten als potenziell größte öffentliche Übernahme in der Unternehmensgeschichte bezeichnen. Quellen mit Kenntnis der Vorgespräche bestätigten die Gespräche gegenüber Reuters. T-Mobile US, Inc., TMUS Der deutsche Telekommunikationskonzern kontrolliert derzeit 53 % von T-Mobile. Dem verbreiteten Vorschlag zufolge würde eine neu gegründete Holdinggesellschaft eine reine Aktientransaktion für beide Unternehmen vorlegen und sich die Notierung an amerikanischen und europäischen Börsen sichern. Das fusionierte Unternehmen könnte eine Marktkapitalisierung von nahezu 300 Milliarden US-Dollar erreichen und über 200 Millionen Mobilfunkkunden bedienen. Dies würde es zum wertvollsten Telekommunikationskonzern der Welt machen. Sollte die Transaktion zustande kommen, würde sie den Vodafone-Mannesmann-Zusammenschluss aus dem Jahr 1999 im Wert von 202,7 Milliarden US-Dollar übertreffen – was laut LSEG-Informationen derzeit den Rekord für den größten öffentlichen Deal hält. Die aktuelle Marktkapitalisierung der Deutschen Telekom liegt bei etwa 166 Milliarden US-Dollar, während T-Mobile einen Wert von ungefähr 218 Milliarden US-Dollar hat. Die T-Mobile-Aktie erlebte am Mittwochnachmittag einen Rückgang von etwa 3,5 %, nachdem Bloomberg seinen Bericht veröffentlicht hatte. Die Deutsche Telekom verzeichnete einen Rückgang von fast 5 %. T-Mobile hatte die Sitzung am Dienstag mit einem Minus von 1,5 % bei 195,39 $ beendet. Vertreter beider Organisationen lehnten eine Stellungnahme ab. T-Mobile gab an, dass man sich nicht mit „Spekulationen über Unternehmensaktivitäten“ befasst. Die Deutsche Telekom erklärte, sie verzichte auf eine Stellungnahme zu „Gerüchten und Spekulationen“. Die geplante Transaktion steht vor erheblichen regulatorischen Hindernissen. Die deutsche Regierung hält zusammen mit dem staatlich unterstützten Kreditgeber KfW zusammen etwa 28 % der Anteile an der Deutschen Telekom. Laut BNP Paribas-Analyst Sam McHugh würde diese Position innerhalb einer zusammengeschlossenen Organisation verwässert werden und möglicherweise unter die 25-Prozent-Schwelle fallen, die deutsche Beamte zuvor als Minimum für „strategische Geschäfte“ identifiziert haben. In den Vereinigten Staaten würde der Zusammenschluss wahrscheinlich einer kartellrechtlichen Prüfung und nationalen Sicherheitsbewertungen unterzogen. Der Politikberater von New Street Research, Blair Levin, meinte, dass die Transaktion wahrscheinlich nicht auf eine völlige Ablehnung stoßen werde, obwohl diese Bewertungen den Regulierungsbehörden die Möglichkeit geben, Zugeständnisse zu fordern. FCC-Vorsitzender Brendan Carr würde als entscheidender Entscheidungsträger fungieren. William Kovacic vom Competition Law Center der George Washington University stellte fest, dass die derzeitige Mehrheitsbeteiligung der Deutschen Telekom aus US-Sicht wahrscheinlich kartellrechtliche Komplikationen minimiert. Das geopolitische Umfeld bringt eine weitere Schwierigkeitsebene mit sich. Deutschland und die Vereinigten Staaten stehen in einem angespannten Verhältnis im Zusammenhang mit Handelsstreitigkeiten und internationalen Spannungen, was das Abkommen politisch umstritten machen könnte. T-Mobile hat sich zu einem immer wichtigeren Beitragszahler für die konsolidierten Ergebnisse der Deutschen Telekom entwickelt. Der amerikanische Markt bietet im Vergleich zu Europa, wo Telekommunikationsunternehmen mit fragmentierten Märkten und erheblichen Schuldenlasten konfrontiert sind, ein höheres Wachstumspotenzial. Analysten von Morgan Stanley gaben an, dass die Größe einer einheitlichen Organisation weitere Akquisitionen ermöglichen und den Zugang zum Kapitalmarkt verbessern könnte. Paolo Pescatore, Analyst bei PP Foresight, bezeichnete T-Mobile als den „Motor“, der die Deutsche Telekom antreibt, und meinte, dass der Hauptvorteil einer Konsolidierung darin bestehe, die volle Kontrolle zu erlangen und gleichzeitig das Bewertungspotenzial von T-Mobile aufrechtzuerhalten. Srini Gopalan, CEO von T-Mobile, leitete zuvor als CEO die Deutsche Telekom. Timotheus Hoettges, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom, ist derzeit Vorstandsvorsitzender von T-Mobile. Die Aktien von T-Mobile sind in den letzten zwölf Monaten um etwa 25 % gefallen. Die Deutsche Telekom ist im gleichen Zeitraum um etwa 10 % gefallen.