Alibaba (BABA) bringt den Zhenwu M890-Chip auf den Markt, um Nvidias KI-Dominanz herauszufordern

Inhaltsverzeichnis Alibaba stellte an diesem Mittwoch einen im Inland entwickelten KI-Prozessor und eine verbesserte Version seines führenden großen Sprachmodells vor und bekräftigte damit sein Engagement für den Aufbau einer von Nvidia-Technologie unabhängigen chinesischen KI-Infrastruktur. Alibaba Cloud kündigte auf seinem Gipfel zwei neue T-Head-Chips an: Zhenwu M890, ein einheitlicher Trainings- und Inferenz-KI-Prozessor, und ICNSwitch, ein dedizierter Verbindungschip. Ein eigenständiger Switch-Chip signalisiert den Ehrgeiz im Cluster-Maßstab. pic.twitter.com/t8rnRpkxb5 – Poe Zhao (@poezhao0605) 20. Mai 2026 Der Zhenwu M890-Prozessor stellt einen bedeutenden Fortschritt dar und bietet die dreifache Rechenkapazität des Zhenwu 810E-Modells, das er ersetzt. Die Technologie wurde während des Alibaba Cloud Summit in Hangzhou vorgestellt und ist für chinesische Geschäftskunden über die von Alibaba Cloud betriebene Bailian-Plattform sofort zugänglich. Die Aktien von Alibaba (BABA) fielen nach der Ankündigung um 0,60 %. Alibaba Group Holding Limited, BABA T-Head, Alibabas Abteilung für Halbleitertechnik, hat den M890 mit 144 GB GPU-Speicher entwickelt, eine deutliche Steigerung gegenüber der 96 GB Kapazität seines Vorgängers. Durch diese Erweiterung ist der Prozessor in der Lage, deutlich größere Datensätze zu verwalten. Der M890 stellt eine Abkehr von der Vorgängergeneration dar, indem er sowohl Modelltraining als auch Inferenzoperationen unterstützt, während sich der 810E ausschließlich auf Inferenz konzentrierte. Diese Doppelfunktion macht es zu einer vielseitigeren Lösung für Unternehmen, die KI-gestützte Anwendungen entwickeln und bereitstellen. Der Prozessor wurde speziell für agentische KI-Frameworks entwickelt – autonome Systeme, die in der Lage sind, anspruchsvolle, sequentielle Aufgaben mit minimaler menschlicher Aufsicht auszuführen. Solche Anwendungen erfordern Modelle, die ein erweitertes Kontextgedächtnis aufrechterhalten und gleichzeitig Vorgänge koordinieren können. Laut T-Head wurden insgesamt mehr als 560.000 Zhenwu-Einheiten eingesetzt und über 400 Unternehmenskunden in 20 Branchen erreicht, darunter Automobilherstellung und Finanzdienstleistungen. Alibabas Ambitionen gehen über die unmittelbare Produkteinführung hinaus. Das Unternehmen legte einen umfassenden mehrjährigen Prozessorentwicklungsplan vor, der den V900 umfasst, der im dritten Quartal 2027 erwartet wird, und das nachfolgende J900-Modell, das für das dritte Quartal 2028 geplant ist. Prognosen deuten darauf hin, dass der V900 im Vergleich zum M890 eine weitere etwa dreifache Leistungssteigerung erreichen wird. Dieses konstante Entwicklungstempo zeigt, dass Alibaba Halbleiterinnovationen als grundlegende, strategische Investition und nicht als vorübergehende Initiative betrachtet. Ergänzend zur M890-Ankündigung stellte Alibaba den Panjiu AL128 vor, eine Serverarchitektur, die 128 der neuen Prozessoren in einer einzigen Rack-Konfiguration integriert. Gleichzeitig brachte Alibaba Qwen 3.7-Max auf den Markt, die neueste Version seines ersten großen Sprachmodells. Diese Version ist für komplexe Programmieraufgaben und erweiterte Agentenoperationen optimiert und sorgt für eine gleichbleibende Leistung bei Dauerläufen von bis zu 35 Stunden. Die synchronisierte Veröffentlichung des Qwen-Upgrades und die Einführung des Prozessors auf der Hangzhou-Konferenz positionieren beide Technologien als miteinander verbundene Komponenten von Alibabas umfassender Initiative zur Agenten-KI-Infrastruktur. Diese strategische Richtung ergibt sich, da die US-Regierung weiterhin Beschränkungen für den Export von Nvidias hochmodernen Chips an chinesische Unternehmen aufrechterhält. Alibaba, traditionell einer der größten chinesischen Kunden von Nvidia, hat als Reaktion auf diese Handelsbeschränkungen seinen Übergang zu einheimischen Halbleiterlösungen beschleunigt. Mehrere chinesische Halbleiterunternehmen, darunter Biren Technology und MetaX, haben kürzlich ihre Börsennotierungen an den Börsen auf dem chinesischen Festland und in Hongkong abgeschlossen, was die allgemeine Dynamik der Branche in der Branche widerspiegelt. Alibaba hat über einen Zeitraum von drei Jahren über 380 Milliarden Yuan (ca. 53 Milliarden US-Dollar) für Investitionen in Cloud Computing und KI-Infrastruktur bereitgestellt – was die größte Kapitalzuweisung des Unternehmens in diesem Bereich darstellt. Während einer kürzlichen vierteljährlichen Ergebnisdiskussion wies CEO Eddie Wu darauf hin, dass sich der KI-bezogene Produktumsatz voraussichtlich zum wichtigsten Wachstumskatalysator für die Cloud-Computing-Sparte entwickeln wird. Das Unternehmen charakterisiert seine proprietären Prozessoren als Anbieter „der Rechenleistung mit dem höchsten Preis-Leistungs-Verhältnis“ und dem Potenzial, die Gewinnmargen zu steigern.