Alphabet steht kurz davor, Nvidia als wertvollstes Unternehmen der Welt zu überholen

Im Rennen um den Titel des wertvollsten börsennotierten Unternehmens der Welt läuft ein neuer Spitzenkandidat. Alphabet, die Muttergesellschaft von Google, nähert sich Nvidia mit einer Marktkapitalisierung von etwa 4,8 Billionen US-Dollar und liegt damit etwa 240 Milliarden US-Dollar hinter der Bewertung des Chipherstellers von 4,79 Billionen US-Dollar.
Die Zahlen hinter dem Anstieg
Die Aktie von Alphabet ist seit Jahresbeginn um 24 % gestiegen. Nvidia hingegen schaffte es im gleichen Zeitraum nur auf 7 %.
Der Gewinnbericht für das erste Quartal von Alphabet lieferte eine überzeugende Antwort. Das Unternehmen meldete im Jahresvergleich einen Umsatzanstieg von 22 % auf fast 110 Milliarden US-Dollar.
Die Wall Street hat es bemerkt. Die Konsensbewertung für Alphabet liegt bei „Strong Buy“ mit einem durchschnittlichen Kursziel von 419 US-Dollar.
Der KI-Pivot funktioniert
Am aussagekräftigsten ist vielleicht Alphabets Bestreben, eigene KI-Chips zu entwickeln, ein direkter Schritt, um seine Abhängigkeit von Nvidia zu verringern. Die Tensor Processing Units (TPUs) von Google gibt es schon seit Jahren, aber das Unternehmen investiert stark in kundenspezifische Chips der nächsten Generation, die speziell für KI-Training und Inferenz-Workloads entwickelt wurden.
Diese Dynamik erzeugt eine interessante Spannung. Jeder Dollar, den Alphabet durch den Einsatz eigener Chips einspart, ist theoretisch ein Dollar, den Nvidia nicht verdient. Da immer mehr Hyperscaler diesem Spielbuch folgen und Amazon und Microsoft ähnliche Strategien verfolgen, steht Nvidias Dominanz auf dem GPU-Markt für Rechenzentren vor einer langsamen, aber echten strukturellen Herausforderung.
Was das für Anleger bedeutet
Alphabet befindet sich an der Schnittstelle zwischen KI-Entwicklung, -Vertrieb und -Monetarisierung. Es verfügt über die Modelle (Gemini), die Distribution (Suche, YouTube, Android, Chrome), die Cloud-Infrastruktur und zunehmend auch über die benutzerdefinierte Hardware.
Das Risiko für Alphabet ist jedoch nicht verschwunden. Das Kartellverfahren des Justizministeriums gegen Googles Suchdominanz könnte strukturelle Veränderungen im profitabelsten Geschäft des Unternehmens erzwingen.