Sind wir alle Tauben? Die verborgene Psychologie hinter Prognosemärkten

Wenn man auf das Jahr 2025 zurückblickt, lässt sich kaum leugnen, dass einer der heißesten Trends die Prognosemärkte waren. Nur wenige andere Entwicklungen erregten die Aufmerksamkeit der Anleger, außer vielleicht der Goldhandel. Sicherlich hat nichts anderes so viel Risikokapital angezogen. Es gibt einen klaren Grund, warum Anleger an Prognosemärkte glauben, aber es gibt auch einen weniger offensichtlichen Grund, warum sie so attraktiv sind.
Wachstum der Popularität des Prognosemarktes
Der plötzliche Anstieg der Popularität von Prognosemärkten begann während der letzten US-Präsidentschaftswahlen, als das weltweite Publikum die sich verändernden Chancen von Donald Trump und Joe Biden verfolgte. Ein bahnbrechendes Gerichtsurteil vom Oktober 2024 ermöglichte es Kalshi, Verträge für Kongress- und Präsidentschaftswahlen anzubieten, wodurch der Wahlhandel effektiv für Privatteilnehmer geöffnet wurde.
Bis März 2026 wird der Sektor von zwei „Decacorns“ dominiert: Kalshi mit einem Wert von 22 Milliarden US-Dollar und Polymarket mit einem Ziel von bis zu 20 Milliarden US-Dollar. Das Wachstum war schnell. Kalshi verzeichnete im Jahr 2025 einen Anstieg des Handelsvolumens um 1.100 % und erreichte 97 Millionen Transaktionen und 5,1 Millionen monatliche Nutzer. Mittlerweile erwirtschaftete Polymarket mit einer kleineren, aber höherwertigen Nutzerbasis ein Jahresvolumen von 21,5 Milliarden US-Dollar.
Hauptakteure der Prognosemärkte
Polymarket
Kalshi
Jahresvolumen (2025)
~21,5 Milliarden US-Dollar
~23,8 Milliarden US-Dollar
Wachstum (im Jahresvergleich)
250 %
1100,00 %
Gesamttransaktionen
95 Millionen
97 Millionen
Aktive Benutzer
~478.000 (monatlicher Spitzenwert)
~5,1 Millionen (MAU)
Durchschn. Transaktion
~500 $ - 1.000 $+
~10–50 $
Lautstärketreiber
Hohe Geschwindigkeit und große Einsätze
Riesige Nutzerbasis (Reichweite)
Primärmärkte
Politik, Krypto, Kultur
Sport (85 %), Wirtschaftswissenschaften
Quelle: Finance Magnates Intelligence
Die Wissenschaft hinter dem Verhalten
Alles begann mit B.F. Skinner, einem amerikanischen Psychologen und einer der führenden Persönlichkeiten des Behaviorismus. Er wurde 1904 geboren und begann sein Berufsleben als aufstrebender Schriftsteller, bevor er in die akademische Forschung in Harvard wechselte.
Er erweiterte das Verständnis des menschlichen Verhaltens, indem er über einfache Reflexe hinausging und die „operante Konditionierung“ untersuchte, den Prozess, bei dem Handlungen durch ihre Konsequenzen und nicht nur durch vorherige Reize geprägt werden. Im beruflichen Umfeld legte diese Arbeit den Grundstein für das organisatorische Verhaltensmanagement, das sich darauf konzentriert, wie positive Verstärkung die Produktivität effektiver steigern kann als Bestrafung.
Von der Wissenschaft zu Glücksspiel- und Prognosemärkten
Die wichtigsten Erkenntnisse aus Skinners Arbeit finden in der Glücksspielbranche breite Anwendung, und es besteht eine große Wahrscheinlichkeit, dass dieselben Mechanismen die Popularität von Prognosemärkten vorantreiben. Die Neurowissenschaft zeigt, dass es bei Dopamin nicht in erster Linie um die Belohnung selbst geht, sondern um die Vorfreude auf die Belohnung.
Singapore Summit: Treffen Sie die größten APAC-Broker, die Sie kennen (und die, die Sie noch nicht kennen!)
Wenn die Wahrscheinlichkeit eines Ergebnisses ungewiss ist, schüttet das Gehirn deutlich mehr Dopamin aus, als wenn das Ergebnis garantiert ist. Dadurch entsteht eine Rückkopplungsschleife, die zu wiederholten Aktionen anregt. Darauf verlassen sich sowohl Glücksspiel- als auch Prognosemärkte: einfache, sich wiederholende Interaktionen, die Dopaminreaktionen auslösen.
Diese Erkenntnisse reichen über diese Branchen hinaus. Erfahren Sie mehr über das Experiment und wie seine Erkenntnisse im Finanzsektor angewendet werden. Der vollständige Artikel ist auf dem Finance Magnates Intelligence Portal verfügbar.