Banken stehen vor Störungen, da die Einführung von Stablecoins an Fahrt gewinnt, sagt ein hochrangiger Beamter von Moody's

Traditionelle Banken könnten ihre Marktbeherrschung durch den Aufstieg von Stablecoins und tokenisierten realen Vermögenswerten in Frage stellen, da diese digitalen Währungen über ihre derzeitigen Nischenanwendungen hinausgehen.
Abhi Srivastava, stellvertretender Vizepräsident der Moody’s Investors Service Digital Economy Group, erklärte gegenüber den Krypto-Medien, dass die Verwendung von Stablecoins vorerst „begrenzt“ bleibe, auch wenn die Marktkapitalisierung des Sektors bis Ende letzten Jahres auf über 300 Milliarden US-Dollar gestiegen sei.
Während die Rolle dieser Vermögenswerte im grenzüberschreitenden Handel und in der On-Chain-Finanzierung zunimmt, ist die bestehende US-Zahlungslandschaft derzeit schnell und vertrauenswürdig genug, um Störungen in Schach zu halten.
Srivastava bemerkte, dass „das Störungsrisiko für den Bankensektor zum jetzigen Zeitpunkt begrenzt zu sein scheint“, vor allem weil die US-Vorschriften verhindern, dass Stablecoins Renditen an die Inhaber zahlen.
Ihm zufolge ist es unwahrscheinlich, dass inländische Einlagen in großem Umfang ersetzt werden, solange diese Renditebeschränkungen bestehen bleiben. Das langfristige Wachstum von Stablecoins und tokenisierten RWAs – physischen oder finanziellen Vermögenswerten, die durch Blockchain-Token repräsentiert werden – könnte jedoch letztendlich zu Einlagenabflüssen führen.
Ein solcher Trend würde die Kreditvergabekapazität traditioneller Banken verringern, indem er „Druck“ auf ihre Kerngeschäftsmodelle ausübe, fügte er hinzu.
Stillstand der Gesetzgebung in Bezug auf Rendite und Aufsicht
Die Regulierungspolitik in Bezug auf Stablecoins hat sich zu einem wichtigen Streitpunkt zwischen der Kryptoindustrie und dem Bankensektor entwickelt. Die Hauptsorge gilt den renditeträchtigen Stablecoins, von denen die Banken befürchten, dass sie direkt um ihre Kunden konkurrieren.
Dieses spezielle Problem ist zu einem großen Stolperstein für den Digital Asset Market Clarity Act von 2025 oder den CLARITY Act geworden.
Der Digital Asset Market Clarity Act von 2025, kurz CLARITY Act, ist im Kongress an eine Wand gestoßen, da die Gesetzgeber darum kämpfen, die Interessen der Kryptoindustrie mit denen der Bankenlobby in Einklang zu bringen. Das Rahmenwerk sollte klare Regeln für die Klassifizierung von Vermögenswerten und die Regulierungsaufsicht festlegen, kam jedoch ins Stocken, nachdem sich große Akteure wie Coinbase gegen bestimmte Bestimmungen ausgesprochen hatten.
Das Verbot renditeträchtiger Stablecoins und fehlende rechtliche Absicherungen für Open-Source-Entwickler bleiben die Hauptstreitpunkte.
Banken haben sich stark dagegen eingesetzt, dass Stablecoins Zinsen bieten dürfen, weil sie befürchten, dass ein solcher Schritt zu massiven Einlagenabflüssen führen und ihre Fähigkeit zur Kreditvergabe beeinträchtigen würde. Srivastava warnte davor, dass das Wachstum von tokenisierten RWAs – physischen Vermögenswerten, die auf einer Blockchain dargestellt werden – im Laufe der Zeit erheblichen „Druck“ auf traditionelle Finanzinstitute ausüben könnte.
Senator Thom Tillis aus North Carolina hat kürzlich Pläne zur Einführung eines Kompromissentwurfs angekündigt, um die Kluft zwischen Kryptofirmen und traditionellen Banken zu schließen. Dieser aktualisierte Vorschlag ist jedoch bereits auf Widerstand gestoßen und wird der Öffentlichkeit noch nicht zugänglich gemacht.