Das britische Währungssystem erhält grünes Licht für die Integration digitaler Vermögenswerte

In einer gemeinsamen Anstrengung haben die Bank of England und die Financial Conduct Authority ihren vorgeschlagenen Rahmen für die Tokenisierung in der Finanzlandschaft des Vereinigten Königreichs vorgestellt und Interessenvertreter aufgefordert, Feedback zu der Initiative zu geben. Durch die Nutzung des Potenzials der Tokenisierung, bei der reale Vermögenswerte auf einer Blockchain digitalisiert werden, wollen die Regulierungsbehörden das Wirtschaftswachstum und die Innovation im Finanzsektor ankurbeln.
Laut Simon Walls, Executive Director of Markets bei der FCA, hat die Tokenisierung das Potenzial, die Großhandelsmärkte zu revolutionieren, indem sie die Ausgabe, den Handel und die Abwicklung von Vermögenswerten rationalisiert. Die FCA möchte die Einführung dieser Technologie bei Unternehmen fördern, da sie dazu beitragen kann, Kosten zu senken, Risiken zu mindern und neuartige Dienste zu erschließen. Zu diesem Zweck bitten die Regulierungsbehörden um Beiträge dazu, wie bestehende Vorschriften und Infrastruktur angepasst werden können, um die sichere und effiziente Nutzung der Tokenisierung zu ermöglichen.
Die Öffentlichkeit hat bis zum 3. Juli Zeit, ihre Antworten einzureichen. Unterdessen hat die Bank of England Pläne angekündigt, die Betriebszeiten ihrer Abwicklungssysteme, einschließlich CHAPS, das hochwertige und zeitkritische Transaktionen abwickelt, zu erweitern. Ab September 2027 wird CHAPS seinen 12-Stunden-Zyklus bereits um 1:30 Uhr beginnen, was Überschneidungen mit den asiatischen Handelszeiten ermöglicht. Diese Entwicklung wird sich auch auf das Real-Time Gross Settlement (RTGS)-System auswirken, das zur Abwicklung von Transaktionen eingesetzt wird.
In den darauffolgenden Jahren beabsichtigt die Zentralbank, Abrechnungen an Sonn- und Feiertagen einzuführen, deren vorläufiger Starttermin 2029 ist. Darüber hinaus wird erwartet, dass der Wochentagsbetrieb bis 2031 auf ein kontinuierliches 22-Stunden-Tagesfenster umgestellt wird. Diese Änderungen sollen die Effizienz und Flexibilität der Abwicklungssysteme verbessern.
In ähnlichen Nachrichten hat die FCA kürzlich eine Grundsatzerklärung zur Fonds-Tokenisierung veröffentlicht, die es Unternehmen ermöglicht, Blockchain-Datensätze als ihre primären Datensätze zu verwenden, wodurch die Notwendigkeit doppelter Off-Chain-Datensätze entfällt. Darüber hinaus arbeiten die Regulierungsbehörden daran, die bestehenden Regeln zu ändern, um die Verwendung von Stablecoins als Abwicklungsmechanismus für Einheitsgeschäfte zu ermöglichen und als Notlösung zu dienen, bis das umfassende Krypto-Rahmenwerk des Vereinigten Königreichs im Oktober 2027 in Kraft tritt. Das Konsultationspapier der Bank of England zur Verlängerung der Abwicklungszeiten kann derzeit bis zum 10. August für Rückmeldungen eingeholt werden.