Bullish verfehlt seine Umsatzziele, da die Verluste trotz der Tokenisierungsbemühungen auf 604 Millionen US-Dollar ansteigen

Der bullische Umsatz blieb im ersten Quartal 2026 hinter den Schätzungen zurück, da die Krypto-Börse einen satten Verlust von 604,9 Millionen US-Dollar verzeichnete, was Bedenken hinsichtlich der Rentabilität des Unternehmens aufkommen ließ, obwohl es weiterhin in die Tokenisierungs- und Digital-Asset-Dienste expandiert.
Das auf den Cayman-Inseln ansässige Unternehmen verfehlte die Schätzungen der Wall Street, hauptsächlich aufgrund geringerer Einnahmen aus Abonnements und Dienstleistungen, und niedrigere Kryptopreise verringerten auch den Wert seiner Bestände an digitalen Vermögenswerten.
Das Unternehmen meldete für das am 31. März endende Quartal einen bereinigten Umsatz von 92,8 Millionen US-Dollar und lag damit unter den Analystenschätzungen von 94,1 Millionen US-Dollar.
Die Einnahmen aus Abonnements und Dienstleistungen beliefen sich auf insgesamt 54,8 Millionen US-Dollar und verfehlten ebenfalls die Prognosen von 57,6 Millionen US-Dollar. Die Verluste von Bullish stiegen im gleichen Zeitraum von 348,6 Millionen US-Dollar im letzten Jahr. Die jüngste Zahl ist ebenfalls niedriger als im Vorquartal, als das Unternehmen einen Verlust von 563,6 Millionen US-Dollar verzeichnete.
Bullische Aktien fielen nach der Eröffnung am Donnerstag um fast 9 Prozent und erholten sich dann im Laufe des Tages wieder. Die Aktie wurde zuletzt bei etwa 41,32 US-Dollar gehandelt und verlor mehr als 1 Prozent.
Damit liegt das Unternehmen deutlich unter seinem Debütpreis vom August von 69,54 US-Dollar, als das Interesse der Anleger an kryptobezogenen Unternehmen deutlich höher war.
Trotz der enttäuschenden Ergebnisse positioniert sich das Unternehmen durch seinen Vorstoß zur Tokenisierung traditioneller Vermögenswerte weiterhin für langfristiges Wachstum. Das Unternehmen hat dies neben der Expansion in Derivate und institutionelle Handelsinfrastruktur als Kernpfeiler seines zukünftigen Geschäftsmodells hervorgehoben.
Warum hat Bullish seine Umsatzziele verfehlt?
Analysten sagten, dass die schwächer als erwartete Leistung zu einem großen Teil auf saisonale Abschwächungen im Konferenz- und Dienstleistungsgeschäft des Unternehmens zurückzuführen sei.
Analysten von Citigroup und Compass Point prognostizierten, dass die Abonnementeinnahmen durch den Zeitpunkt großer Krypto-Konferenzen und -Veranstaltungen beeinträchtigt werden könnten.
Eines der wichtigsten abonnementbasierten Unternehmen von Bullish ist CoinDesk, der Krypto-Nachrichtendienst, der 2023 von Bullish übernommen wurde. Das Unternehmen war kürzlich auch Gastgeber seiner jährlichen Konsenskonferenz. Bullish sagte, dass die Konferenzen im ersten und zweiten Quartal in Miami, einem der größten Krypto-Treffen der Welt, zusammen 26.000 Menschen anzogen.
Dennoch sagen Analysten, dass die konferenzbezogenen Einnahmen je nach Zeitpunkt der Veranstaltungen, Sponsoren und der allgemeinen Marktstimmung schwanken.
Das Unternehmen blieb auch aufgrund der niedrigen Kryptowährungspreise im gesamten Quartal unter Druck. Wie so viele kryptonative Unternehmen verfügt Bullish über eine große Anzahl digitaler Vermögenswerte in seiner Bilanz.
Als die Preise einbrachen, meldete die Börse nicht realisierte Verluste in Höhe von rund 559 Millionen US-Dollar aus diesen Beständen. Bullish gab bekannt, dass es derzeit digitale Vermögenswerte im Wert von rund 2,3 Milliarden US-Dollar hält.
Trotz der enttäuschenden Finanzergebnisse zeigte sich CEO Tom Farley weiterhin zufrieden mit der Gesamtentwicklung des Unternehmens. Farley nannte Bullishs geplante Übernahme von Equiniti im Wert von 4,2 Milliarden US-Dollar einen wichtigen Schritt zur Weiterentwicklung seiner Tokenisierungsambitionen.
Bullish sagte, der Deal mit Equiniti könne seine Fähigkeit verbessern, institutionellen Kunden tokenisierte Finanzprodukte und -dienstleistungen anzubieten. Bei ihren Bemühungen, eine Infrastruktur zu schaffen, die traditionelle Finanzen mit Blockchain-basierten Märkten verbindet, geht die Börse jedoch zunehmend über den reinen Krypto-Austausch hinaus.
Diese Strategie entsteht, da mehrere große Finanzunternehmen weiter mit tokenisierten Vermögenswerten und Blockchain-Abwicklungssystemen experimentieren.
Bullish erweitert das Bitcoin-Optionshandelsgeschäft
Trotz des großen Quartalsverlusts betonte Bullish das Wachstum im Derivategeschäft, insbesondere im Bitcoin-Optionshandel. In seiner Aktionärspräsentation gab das Unternehmen bekannt, dass es im Laufe des Quartals Optionen im Wert von 11,6 Milliarden US-Dollar gehandelt hat.
Bullish sagte, es sei nun nach Deribit die zweitgrößte Bitcoin-Optionsbörse.
Das Unternehmen gab außerdem an, dass es plane, das Geschäft in die Vereinigten Staaten auszuweiten. Bullish sagte, es habe bereits Lizenzen bei der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) beantragt.
Der Schritt dürfte es Bullish ermöglichen, vom steigenden Interesse an regulierten Krypto-Derivatprodukten auf dem US-Markt zu profitieren, insbesondere da institutionelle Anleger weiterhin ein Engagement in Bitcoin-Handelsprodukten anstreben. Doch das Unternehmen steht vor Herausforderungen.
Die Kryptomärkte bleiben recht volatil und Anleger konzentrieren sich zunehmend darauf, ob Börsen über den reinen Handel hinaus nachhaltige Gewinne erzielen können.
Der jüngste Ergebnisbericht von Bullish zeigt, dass die finanziellen Aussichten des Unternehmens trotz starker Wetten auf das Wachstum von Tokenisierung und Derivaten eng mit der Volatilität der Preise für digitale Vermögenswerte und dem breiteren Kryptomarktzyklus verknüpft sind.