Die optimistische Stimmung gewinnt an Zugkraft, da das Unterstützungsniveau von 80.000 US-Dollar anhält, doch der Markt bleibt weiterhin skeptisch hinsichtlich der Nachhaltigkeit des jüngsten Anstiegs

Bitcoin wird laut Marktdaten von CoinDesk über 80.000 US-Dollar gehandelt, nachdem es sich vom Einbruch am Freitag erholt hat, aber die Erholung sieht immer noch eher nach einem Test des Widerstands am Markt als nach einer entscheidenden Bewegung nach oben aus.
Marktbeobachtern zufolge erzählt die Marktstruktur eine kompliziertere Geschichte als der Preis allein.
Nach der Erholung von Bitcoin werden die Käufer aktiver und die strukturelle Unterstützung durch ETFs bleibt intakt, aber ein Großteil der jüngsten Aktivitäten wird auch durch Leveraged-Futures-Händler und nicht durch reine Spot-Nachfrage verstärkt. Dies macht die Erholung anfälliger für eine makroökonomische Enttäuschung, insbesondere angesichts der bevorstehenden Inflationsdaten.
Der in Singapur ansässige Marktmacher Enflux sagte in einer Mitteilung an CoinDesk, dass die ETF-Nachfrage und die geringen Devisenreserven dazu beitragen, eine strukturelle Untergrenze für $BTC zu schaffen, während die Marktindikatoren von Glassnode in seinem jüngsten Wochenbericht zeigen, dass Käufer sowohl auf dem Spot- als auch auf dem Perpetual-Markt aggressiver werden.
Das Problem ist, dass die Verbesserung nicht sauber ist. Die Dynamik hat nachgelassen, der Verschuldungsgrad ist gestiegen und die Finanzierung weist eine stärkere Short-Side-Nachfrage auf, was darauf hindeutet, dass Händler sich immer noch gegen die Rallye absichern, anstatt sie voll und ganz anzunehmen.
Damit befindet sich Bitcoin in einem schwierigen Mittelweg. Der BTC-Dollar ist in den letzten 30 Tagen um 13,4 % gestiegen und hält sich über 81.000 US-Dollar, aber die Reaktion vom Freitag auf den stärker als erwartet ausgefallenen Arbeitsmarktbericht – starke Zahlen bedeuten, dass die Fed die Zinsen weniger wahrscheinlich senken wird – zeigte, wie empfindlich der Markt weiterhin auf die jüngsten Kostenbasen der Käufer reagiert. Die Schlagzeilenzahl übertraf den Konsens, dennoch fiel der $BTC von etwa 82.000 $ auf 79.743 $, bevor er sich am Wochenende erholte.
„Ein Schlagzeilenschlag hätte die 80.700-Dollar-Marke klar überspringen sollen, aber Spot zog zuerst nach“, schrieb Enflux. „Dieses Niveau ist ein echter Overhead und nicht nur ein Chartmarker.“
Wenn die Risikobereitschaft zurückkehrt, warum ist der Ausbruch von $BTC dann nicht überzeugender ausgefallen? Enflux weist auf einen ungewöhnlichen Vergleichspunkt hin und argumentiert, dass der sich erholende Luxusuhrenmarkt einen frühen Aufschluss darüber geben könnte, wie sich wohlhabende Anleger verhalten.
Unter Berufung auf die neuesten Secondary-Watch-Daten von Morgan Stanley stellte das Unternehmen fest, dass die Preise im ersten Quartal um 1,9 % gestiegen seien, wobei sich die Zuwächse auf 25 der 35 beobachteten Marken verteilten, da sich der Werterhalt und der Lagerumschlag verbesserten. Die allgemeine Erkenntnis ist nicht, dass Kryptogeld in Uhren fließt, sondern dass wohlhabende Käufer sich wieder mit Risikoanlagen befassen, bei denen Preise, Knappheit und Nachfrage nach einer langen Korrektur leichter abzusichern scheinen.
Das schafft einen unangenehmen Kontrast für Bitcoin: Wenn die Risikobereitschaft im oberen Preissegment nachlässt, deutet der anhaltende Kampf von $BTC, den wichtigen Widerstand entscheidend zu durchbrechen, darauf hin, dass Krypto noch nicht der deutlichste Ausdruck dieses wiederkehrenden Vertrauens geworden ist.
Die Handelsdaten von Glassnode deuten darauf hin, dass Käufer aggressiver werden, allerdings nicht in einer Weise, die die Frage der Überzeugung vollständig klären kann. Ein wichtiges Maß ist das kumulative Volumendelta (Cumulative Volume Delta, CVD), das verfolgt, ob Händler aggressiver zu Marktpreisen kaufen oder zu Geboten verkaufen.
Einfach ausgedrückt hilft es zu zeigen, wer den Markt vorantreibt. Laut Glassnode stieg der Spot-CVD, der die Aktivität auf dem zugrunde liegenden Bitcoin-Markt widerspiegelt, um 46,4 % von 42,4 Millionen US-Dollar auf 62,0 Millionen US-Dollar, was darauf hindeutet, dass Käufer zunehmend bereit sind, zu zahlen, anstatt auf günstigere Einstiegspunkte zu warten.
Perpetual CVD, das gleiche Maß, das auch auf Krypto-Futures angewendet wird, stieg von 110,0 Millionen US-Dollar auf 410,3 Millionen US-Dollar, was zeigt, dass auch gehebelte Händler optimistischer sind. Das kann die Gewinne beschleunigen, ist aber ein weniger dauerhaftes Signal als die Spot-Nachfrage, da sich die Futures-Positionen schnell umkehren können, wenn sich die Stimmung ändert. Ebenso wichtig sind die Warnsignale.
Laut Marktbeobachtern hat Bitcoin eine stärkere Untergrenze als vor einem Monat, aber der nächste Anstieg hängt möglicherweise weniger von der Begeisterung der Krypto-Einheimischen ab als davon, ob die Inflationsdaten den Händlern genug Vertrauen geben, um die Rallye nicht mehr abzusichern und sie zu verfolgen.