Laut dem milliardenschweren Investor Ray Dalio ist es aufgrund der Transparenz seines Hauptbuchs unwahrscheinlich, dass Zentralbanken Bitcoin akzeptieren werden.

Die Transparenz von Bitcoin galt einst als eine seiner größten Stärken. Nun, sagt Ray Dalio, könnte dies genau der Grund dafür sein, dass die Zentralbanken es nicht als Währungsreserve übernehmen, obwohl Unternehmen und institutionelle Anleger es angenommen haben.
Der milliardenschwere Hedgefondsmanager, der auch Bitcoin-Investor ist, sagte auf
Ray Dalio hat zuvor gesagt, dass er etwa 1 % seines Portfolios in Bitcoin investiert.
Bitcoin, das weltweit größte Blockchain-Netzwerk, funktioniert als dezentrales Peer-to-Peer-System, das auf einem öffentlichen Hauptbuch aufbaut. Jede Transaktion wird dauerhaft in diesem transparenten Hauptbuch erfasst, sodass jeder sie in Echtzeit einsehen kann.
Jeder kann einen Bitcoin-Block-Explorer öffnen, eine Wallet-Adresse in die Suchleiste eingeben und den gesamten damit verbundenen Transaktionsverlauf anzeigen. Während Wallet-Adressen pseudonymisiert und nicht direkt mit Identitäten verknüpft sind, können Blockchain-Analysefirmen und Strafverfolgungsbehörden häufig die Bewegung von Geldern zurückverfolgen und Aktivitäten auf Einzelpersonen oder Institutionen zurückführen.
Mit anderen Worten: Der Fluss von $BTC, dem nativen Token der Blockchain, ist äußerst transparent und nachvollziehbar, auch wenn er nicht immer direkt mit realen Identitäten verknüpft ist.
Dieses von Bitcoin-Befürwortern oft gelobte Maß an Transparenz könnte auch der Grund sein, warum Zentralbanken davon abgehalten werden. Stellen Sie sich vor, Sie wären eine Zentralbank und akkumulieren einen Vermögenswert, dessen Ströme in Echtzeit in einem öffentlichen Hauptbuch verfolgt werden können.
Der Mangel an Privatsphäre bereitet auch großen institutionellen Akteuren Sorgen. Beim Consensus Hong Kong im Februar stellten die Teilnehmer fest, dass die Masseneinführung der Blockchain-Technologie auf institutioneller Ebene letztendlich von stärkeren Datenschutzfunktionen abhängen könnte, insbesondere bei großen Transaktionen.
Der Markt scheint sich dem wachsenden Expertenkonsens zum Thema Datenschutz anzuschließen. Beispielsweise ist der datenschutzorientierte Coin Zcash (ZEC) seit Anfang 2025 um über 800 % gestiegen. Bitcoin ist unterdessen um über 10 % gefallen.
Korreliert mit Aktien
Dalios Bedenken gehen jedoch über die Einführung durch die Zentralbank hinaus. Er wies auf strukturelle Probleme hin, die die Attraktivität von Bitcoin als Reservevermögen im Vergleich zu traditionellen Alternativen wie Gold einschränken.
Einer davon ist die Tendenz, sich an der Wall Street, insbesondere an Technologieaktien, zu orientieren, anstatt in Stressphasen als unabhängiger Wertspeicher zu fungieren.
Laut der Datenquelle TradingView lag der 90-Tage-Korrelationskoeffizient zwischen Bitcoin und dem Nasdaq, dem technologielastigen Index der Wall Street, bei 0,89. Das entspricht einem R² von 0,79, was bedeutet, dass etwa 79 % der Preisbewegungen von Bitcoin durch seine Beziehung zum Nasdaq in den 90 Tagen erklärt werden können. Die Daten deuten darauf hin, dass sich $BTC eher als risikoreicher Vermögenswert denn als unabhängiger Wertaufbewahrungsmittel verhält.
Das andere Problem, das Dalio hervorhob, ist die Größe und Struktur des Marktes. Im Gegensatz zu Gold, das tief etabliert ist, weit verbreitet ist und außerhalb jedes einzelnen digitalen Systems existiert, bleibt Bitcoin ein relativ kleiner und leichter zu beeinflussender Markt. Seiner Ansicht nach schwächen diese Faktoren trotz der wachsenden institutionellen Beteiligung seine Position als globales Reservevermögen weiter.
„Letztendlich ist Gold weit verbreiteter, fester etabliert und spielt immer noch eine zentrale Rolle im globalen System“, sagte er.
Dalio hat wiederholt Gold gegenüber Bitcoin bevorzugt, und seine Ansichten wurden von Experten der Kryptoindustrie widerlegt.