CFTC steht im Rahmen der Debatte über den Clarity Act vor einer Prüfung der Kryptoaufsicht

Der Kongress möchte die Schlüssel zur Kryptoregulierung einer Behörde übergeben, die gerade ein Fünftel ihrer Belegschaft verloren hat. Der CLARITY Act, offiziell bekannt als Digital Asset Market Clarity Act von 2025, würde die meisten Krypto-Assets als „digitale Waren“ bezeichnen und die primäre Aufsicht über die Spot- und Kassamärkte der Commodity Futures Trading Commission übertragen. Das Problem besteht laut einer wachsenden Zahl von Kritikern darin, dass die CFTC möglicherweise nicht über die Ressourcen verfügt, um diese Aufgabe tatsächlich zu erfüllen.
Brookings-Kollege Tonantzin Carmona gehörte zu den lautstärksten Skeptikern und argumentierte, dass die Gesetzgebung das Risiko birgt, auf dem Papier einen Regulierungsrahmen zu schaffen, der in der Praxis auseinanderfällt.
Eine Agentur war dünn gesät
Die Belegschaft der CFTC sank bis zum Ende des Geschäftsjahres 2025 von 708 auf 556 Vollzeitäquivalente, was einem Rückgang von 21 % entspricht. Das ist keine Kleinigkeit. Das entspricht dem Verlust eines von fünf Mitarbeitern, kurz bevor man mit der bedeutendsten Erweiterung des Mandats der Agentur in ihrer Geschichte beauftragt wird.
Die Haushaltslücke zwischen den beiden wichtigsten Finanzaufsichtsbehörden verdeutlicht die Geschichte noch deutlicher. Die CFTC verfügt für das Geschäftsjahr 2026 über rund 365 Millionen US-Dollar. Im Vergleich dazu arbeitet die SEC mit etwa 2,1 Milliarden US-Dollar. Das ist fast ein Ausgabenvorteil von sechs zu eins für die SEC, was im Rahmen des neuen Rahmenwerks tatsächlich dazu führen würde, dass sie Krypto-Verantwortung verliert.
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Carmonas Argumentation läuft auf ein einfaches Anliegen hinaus: Der CLARITY Act würde einer Behörde Anforderungen auferlegen, die in ihrem Umfang mit dem Dodd-Frank Act vergleichbar sind, weil ihr einfach das Personal und die Mittel fehlen, um diese umzusetzen.
Was der Gesetzentwurf eigentlich bewirkt
Der CLARITY Act mit der Bezeichnung H.R. 3633 wurde im Juli 2025 vom Repräsentantenhaus verabschiedet. Der Bankenausschuss des Senats stimmte ihm im Mai 2026 zu und brachte ihn damit näher an seine Gesetzeskraft heran. Seine zentrale Prämisse besteht darin, das gerichtliche Tauziehen zwischen der CFTC und der SEC zu lösen, das seit Jahren die Kryptoregulierung bestimmt.
Der Gesetzentwurf sieht vor, dass die CFTC die ausschließliche Zuständigkeit für Kassageschäfte mit digitalen Waren erhält. Börsen, Makler, Händler und Depotbanken, die mit diesen Vermögenswerten handeln, müssten sich bei der Agentur registrieren. Die Gesetzgebung sieht ein 270-tägiges Inkrafttreten der Registrierungsanforderungen vor und gibt den Regulierungsbehörden eine 360-tägige Frist für die endgültige Festlegung der Vorschriften.
Am 17. März 2026 gaben die SEC und die CFTC gemeinsame Auslegungsleitlinien heraus, mit denen mit der Einführung dieser neuen Taxonomie begonnen wurde. In den Leitlinien wurden bestimmte Vermögenswerte, darunter Bitcoin, Ether, Solana und XRP, als digitale Waren eingestuft. Diese Klassifizierung ist wichtig, weil sie bestimmt, welche Behörde den Handel mit diesen Vermögenswerten überwacht und welche Regeln gelten.
Das Ressourcenproblem, das niemand lösen will
Die CFTC hat in der Vergangenheit die Derivatemärkte, Futures, Swaps und Optionen überwacht. Hierbei handelt es sich um hochentwickelte Instrumente, die hauptsächlich von institutionellen Akteuren gehandelt werden. Spot-Kryptomärkte sind ein ganz anderes Tier. An ihnen sind Millionen von Privatanlegern beteiligt, von denen viele Erstinvestoren mit begrenztem Verständnis der Marktmechanismen sind. Der Verbraucherschutzapparat, der zur Überwachung einzelhandelsintensiver Märkte erforderlich ist, unterscheidet sich grundlegend von dem, was die CFTC über Jahrzehnte aufgebaut hat.
Die SEC verfügt über umfangreiche Erfahrung mit dem Schutz von Kleinanlegern. Das Unternehmen verfügt über eine gut besetzte Durchsetzungsabteilung, führt Schulungsprogramme für Anleger durch und verarbeitet jährlich Millionen von Offenlegungen. Die Verlagerung der Kryptoaufsicht weg von der SEC bedeutet, dass diese institutionellen Fähigkeiten nicht automatisch auf die CFTC übertragen werden.
Was das für Anleger bedeutet
Die in der Gesetzgebung verankerte 360-Tage-Frist für die Regelsetzung schafft einen erheblichen Druckpunkt. Die CFTC müsste innerhalb eines Jahres umfassende Regeln für eine völlig neue Kategorie von Marktteilnehmern verfassen, die alles von der Börsenregistrierung über Verwahrungsanforderungen bis hin zur Marktüberwachung abdecken. Für eine Agentur mit 365 Millionen US-Dollar und 556 Mitarbeitern kommt das einem Sprint mit Knöchelgewichten gleich.
Anleger sollten der Behandlung des Gesetzentwurfs durch den Senat und vor allem der dazugehörigen Formulierung in Bezug auf die Mittel große Aufmerksamkeit schenken. Das CLARITY-Gesetz ohne entsprechende Aufstockung der Mittel ist ein Rahmenwerk, das eher auf Hoffnung als auf Infrastruktur aufbaut.