TD Cowen warnt, dass sich die Aussichten für den Clarity Act in diesem Jahr verschlechtern

Laut einer neuen Analyse der Investmentbank TD Cowen nimmt die Wahrscheinlichkeit, dass der Clarity Act in diesem Jahr in Kraft tritt, weiter ab, da der politische Gegenwind zunimmt. Jaret Seiberg, Geschäftsführer der Washington Research Group des Unternehmens, sagte, das politische Umfeld rund um den Gesetzentwurf habe sich verschlechtert, was eine Verabschiedung im Jahr 2025 zunehmend unwahrscheinlicher mache.
Fortschritte im Senat verbergen tiefe Spaltungen
Anfang dieses Monats hat der Bankenausschuss des Senats den Clarity Act trotz des Widerstands der Demokraten und des Bankensektors parteiübergreifend vorangetrieben. Seiberg warnte jedoch davor, dass dieser Verfahrensschritt lediglich die Debatte auf die gesamte Senatsebene verlagere – er signalisiere keinen wachsenden Konsens. Er beschrieb die Abstimmung im Ausschuss eher als Ausdruck parteipolitischer Dynamik denn als echten Kompromiss.
Es bestehen weiterhin große Hindernisse, insbesondere im Zusammenhang mit Bestimmungen zu Interessenkonflikten, die auf beiden Seiten Kritik hervorgerufen haben. Die Formulierung des Gesetzentwurfs zur Offenlegung digitaler Vermögenswerte und zu Handelsbeschränkungen bleibt ein Knackpunkt, da sich der Gesetzgeber nicht auf Durchsetzungsmechanismen einigen kann.
Politische Klimaveränderungen gegenüber der Krypto-Gesetzgebung
Seiberg wies auch auf breitere politische Dynamiken hin, die den Weg des Gesetzentwurfs erschweren. Die jüngsten Ereignisse, an denen der frühere Präsident Donald Trump und seine Regierung beteiligt waren, haben es den Demokraten erschwert, Gesetze im Zusammenhang mit Kryptowährungen zu unterstützen, ohne den Anschein zu erwecken, dass sie mit der politischen Agenda des ehemaligen Präsidenten übereinstimmen. Diese parteipolitische Verstrickung, so argumentierte er, untergräbt den geringen parteiübergreifenden guten Willen, den der Gesetzentwurf einst hatte.
Der Clarity Act wurde ursprünglich als Rahmen eingeführt, um regulatorische Sicherheit für digitale Vermögenswerte, einschließlich Stablecoins und Handelsplattformen, zu schaffen. Befürworter argumentieren, es würde den USA helfen, ihre Wettbewerbsfähigkeit auf dem globalen Kryptomarkt aufrechtzuerhalten, während Kritiker behaupten, es fehle an ausreichendem Verbraucherschutz.
Was das für die Kryptoindustrie bedeutet
Für Kryptounternehmen und Investoren bedeutet die ins Stocken geratene Gesetzgebung anhaltende regulatorische Unklarheiten. Ohne einen klaren föderalen Rahmen unterliegen Unternehmen weiterhin einem Flickenteppich aus Regeln auf Landesebene und Durchsetzungsmaßnahmen von Behörden wie der SEC und der CFTC. Branchenbeobachter haben festgestellt, dass anhaltende Unsicherheit Innovationen im Ausland vorantreiben könnte, insbesondere in Ländern wie der Europäischen Union und Singapur, die bereits umfassende Kryptovorschriften erlassen haben.
Der Zeitplan für den Clarity Act scheint nun bestenfalls ungewiss. Da der Wahlzyklus 2024 näher rückt, wird erwartet, dass die gesetzgeberische Bandbreite weiter schrumpft, wodurch sich die Zeitspanne verringert, in der komplexe Finanzentwürfe auf den Schreibtisch des Präsidenten gelangen.
Fazit
Die Einschätzung von TD Cowen bestätigt, was viele auf dem Capitol Hill stillschweigend zugegeben haben: Der Clarity Act wird dieses Jahr wahrscheinlich kein Gesetz werden. Obwohl der Gesetzentwurf nicht tot ist, ist sein Weg nach vorne schmal und zunehmend parteiisch. Vorerst muss sich die Kryptoindustrie weiterhin in einer unsicheren Regulierungslandschaft zurechtfinden, ohne die Klarheit, die der Name des Gesetzentwurfs verspricht.
FAQs
F1: Was ist der Clarity Act? Der Clarity Act ist ein vorgeschlagenes US-Bundesgesetz, das darauf abzielt, einen Regulierungsrahmen für digitale Vermögenswerte, einschließlich Stablecoins und Handelsplattformen für Kryptowährungen, zu schaffen. Ziel ist es, zu definieren, welche Behörde verschiedene Aspekte des Kryptomarktes überwacht, und Verbraucherschutzregeln festzulegen.
F2: Warum ist es unwahrscheinlich, dass der Gesetzentwurf in diesem Jahr verabschiedet wird? Laut TD Cowen-Analyst Jaret Seiberg hat sich das politische Klima aufgrund parteipolitischer Spaltungen, ungelöster Bestimmungen zu Interessenkonflikten und des Einflusses politischer Dynamiken aus der Trump-Ära verschlechtert, die es den Demokraten erschweren, die Kryptogesetzgebung zu unterstützen.
F3: Was passiert, wenn der Clarity Act nicht verabschiedet wird? Ohne den Clarity Act wird die US-amerikanische Kryptoindustrie weiterhin nach den bestehenden Wertpapier- und Rohstoffgesetzen operieren, mit Durchsetzungsmaßnahmen der SEC und der CFTC. Die Klarheit der Regulierung würde über die Staatsgrenzen hinweg fragmentiert bleiben und Innovationen möglicherweise in Länder mit klareren Regeln drängen.