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Krypto für Berater: Die Entwicklung der Tokenisierung

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cryptonewstrend.com
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Krypto für Berater: Die Entwicklung der Tokenisierung

Im heutigen Newsletter führt uns Marcin Kazmierczak von Redstone durch die Entwicklung der Tokenisierung vom „Konzept zur Zuteilung“.

Anschließend beantwortet Kieran Mitha in „Ask an Expert“ Anlegerfragen zu tokenisierten Investitionen.

- Sarah Morton

Wo tokenisierte Vermögenswerte heute sind

Die Tokenisierung bewegt sich vom Konzept zur Zuteilung. Jetzt kommt es darauf an, wie diese Vermögenswerte in Portfolios passen und was sie tatsächlich ermöglichen.

Ihre Kunden hören und fragen bereits nach tokenisierten Vermögenswerten, und dieser Trend wird sich nur noch beschleunigen.

In den letzten 18 Monaten haben Unternehmen wie BlackRock, Franklin Templeton und Fidelity Investments echte Produkte auf der Blockchain eingeführt, darunter Treasury-Fonds und private Kreditstrategien. Die Anleger werden aufmerksam. Die Zahlen steigen, die Nachrichten sind leicht zu verfolgen und die Grundidee ist einfach: Anleihen, private Kredite und Geldmarktfonds sind jetzt in der Kette verfügbar, ohne traditionelle Vermittler, und die Abwicklung wird um Größenordnungen schneller.

Diese Zusammenfassung ist größtenteils korrekt, erzählt aber nicht die ganze Geschichte.

Die Technologie zur Erstellung von Token war nie die größte Herausforderung. Der eigentliche Test kommt später mit Entscheidungen zu Compliance, Identität, Übertragungsregeln, Sanktionen und Lebenszyklusmanagement. Dies sind die Bereiche, in denen sich die meisten Projekte verlangsamen und in denen sich der Markt derzeit weiterentwickelt.

Letzten Monat veröffentlichte das Forschungsteam von RedStone den Tokenization & RWA Standards Report 2026, der untersucht, wie diese Systeme tatsächlich aufgebaut werden.

Die Compliance-Frage ist eine Architekturfrage

Für Emittenten ist die wichtigste Entscheidung nicht die, welche Blockchain sie verwenden, sondern wo sie die Compliance-Regeln platzieren.

Compliance kann direkt in den Token integriert und durch Smart Contracts bei jeder Übertragung durchgesetzt werden. Es kann auch außerhalb des Tokens mithilfe von Tools wie Whitelisting verwaltet werden. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Einhaltung auf Netzwerkebene durchzusetzen, wo die Blockchain selbst entscheidet, welche Transaktionen zulässig sind.

Jede Methode behebt ein Problem, schafft aber ein anderes.

Strukturen zur Identitätsüberprüfung für tokenisierte Vermögenswerte, Quelle: Tokenization Standards Report

Durch die Integration von Compliance-Regeln in den Token erhalten Sie eine genaue Kontrolle, machen das System jedoch weniger flexibel. Beispielsweise kann die Aktualisierung einer Sanktionsliste oder -regel eine Aktualisierung des Vertrags erforderlich machen, wodurch eine einfache Richtlinienänderung zu einer technischen Aufgabe wird. Die Verwaltung der Compliance außerhalb des Tokens macht die Dinge flexibler, erfordert jedoch die Abhängigkeit von Zwischenhändlern und kann Vermögenswerte offenlegen, wenn sie ihre ursprüngliche Umgebung verlassen. Die Durchsetzung von Regeln auf Netzwerkebene erleichtert das Token-Design, schränkt jedoch die einfache Übertragung des Assets auf andere Ketten und Systeme ein.

Für Berater ist dies keine abstrakte Designentscheidung. Es wirkt sich direkt darauf aus, wie sich ein Vermögenswert verhält. Es bestimmt, ob es sich über Ketten hinweg bewegen, in erstklassige dezentrale Finanzprotokolle (DeFi) wie Morpho oder Aave integrieren und als Sicherheit in einer Kreditstrategie dienen kann. Abhängig von dieser einzelnen Architekturentscheidung können sich zwei tokenisierte Fonds mit identischen Basiswerten sehr unterschiedlich verhalten.

Institutionelles Kapital bewegt sich bereits in der Kette

Der Übergang von der Theorie zur Praxis zeigt sich am deutlichsten darin, wie tokenisierte Vermögenswerte auf den Kreditmärkten verwendet werden.

Die Einlagen tokenisierter realer Vermögenswerte in DeFi-Kreditprotokollen haben 840 Millionen US-Dollar überschritten. Ein Großteil dieser Aktivitäten folgt einer bekannten Struktur: Ein Investor hinterlegt einen tokenisierten Vermögenswert als Sicherheit, nimmt Kredite auf und investiert das geliehene Kapital um, oft wieder in denselben Vermögenswert. Die Mechanik ist neu, die Logik jedoch nicht. Es handelt sich um eine programmatische Version derselben Kapitaleffizienzstrategien, die seit langem im traditionellen Finanzwesen verwendet werden und jetzt ohne einen Prime Broker umgesetzt werden – schneller, billiger und mit weniger Reibungsverlusten.

Die Art und Weise, wie Anleger diese Vermögenswerte verteilen, spiegelt zunehmend breitere Markttrends wider.

Bei einem wichtigen Protokoll ging das tokenisierte Treasury-Engagement stark zurück, während die tokenisierten Goldallokationen im gleichen Zeitraum um ein Vielfaches anstiegen und Änderungen der Zinserwartungen mit bemerkenswerter Präzision verfolgt wurden. Es ist das beste Beispiel dafür, wie professionelles Kapital über die On-Chain-Infrastruktur auf Makrosignale reagiert.

Für Berater wird dadurch die Rolle tokenisierter Vermögenswerte neu definiert. Sie sind nicht einfach nur Umhüllungen bestehender Produkte. In der richtigen Struktur werden sie zu produktiven Sicherheiten, die zusätzliche Erträge generieren und an umfassenderen Strategien teilnehmen können, während sie im Portfolio verbleiben.

Das Kreditrisiko wird immer deutlicher

Da diese Vermögenswerte in Kreditvergabe- und strukturierte Strategien übergehen, entwickelt sich neben spezifischen DeFi-Strategien wie Looping auch das Kreditrisiko. Neue DeFi-Risikobewertungsrahmen wie Credora führen eine kontinuierliche Risikobewertung in der Kette ein und sorgen so für ein Maß an Transparenz, das traditionelle Märkte selten bieten.

Für Berater verlagert sich dadurch die Frage von der Frage, was der Vermögenswert darstellt, hin zur Frage, wie er sich unter Stress verhält und welche Risiken er mit sich bringt. Leicht verständliche Bewertungen auf einer bekannten Skala von A+ bis D erleichtern die Erstellung eines Ri