Anstieg von Krypto-Entführungen: Französische Untersuchung nach einem Lösegeldfall in Höhe von 3 Millionen Euro

Französische Behörden untersuchen einen Anstieg von Entführungen im Zusammenhang mit Kryptowährungen, nachdem ein 74-jähriger Mann aus Voiron in Isère im Januar 2026 eine 16-stündige gewaltsame Entführung überlebt hatte. Die Polizei sagte, Angreifer hätten sein Haus gestürmt und ihn gezwungen, Kontakt zu seinem Sohn aufzunehmen, während sie Kryptowährung forderten, da sie davon ausgingen, dass die Familie über bedeutende digitale Vermögenswerte verfügte.
Der Vorfall ist Teil eines wachsenden Musters organisierter Gruppen, die durch Datenlecks und Online-Verfolgung Personen ins Visier nehmen, die mit Krypto in Verbindung stehen.
Einem lokalen Bericht zufolge sagte das als Jean identifizierte Opfer den Ermittlern, dass seine Entführer ihn wiederholt angegriffen hätten, als sie versuchten, Zugangscodes von seinem Sohn zu erpressen. Die Behörden bestätigten, dass die Gruppe 3 Millionen Euro verlangte, bevor die Polizei eingreifen konnte, um den Fall zu beenden.
Steigende Gewalt bei Entführungen im Zusammenhang mit Kryptowährungen
Jean sagte den Ermittlern, dass die Angreifer über mehrere Stunden hinweg wiederholt Gewalt angewendet hätten, darunter Drohungen, erzwungene Bewegungen und körperliche Übergriffe. Er sagte, sie hätten ihn gefilmt, um seinen Sohn unter Druck zu setzen, ein Lösegeld zu zahlen.
Es erfolgte jedoch keine Zahlung, nachdem der Sohn bestätigt hatte, dass er keine großen Krypto-Fonds kontrollierte. Später nahm die Polizei während des Einsatzes drei Verdächtige im Alter zwischen 19 und 23 Jahren fest.
Die Ermittler sagten, die Gruppe habe auf Anweisung eines Fernkoordinators gehandelt, der vermutlich im Ausland stationiert sei. Sie fügten hinzu, dass die Angreifer über soziale Medien rekrutiert wurden und als untergeordnete Vollstrecker agierten.
Darüber hinaus brachten die Behörden das gleiche Aktionsmuster mit mindestens zwanzig Entführungen zwischen 2023 und 2025 in Verbindung, wobei die Aktivität im Jahr 2026 stark zunahm.
Organisierte Netzwerke und digitales Targeting
Die Analyse der Polizei zeigt, dass strukturierte kriminelle Gruppen zunehmend auf Online-Informationen und durchgesickerte Datenbanken zurückgreifen. Neben Hacking-Aktivitäten untersuchen Angreifer öffentliche Profile und Finanzindikatoren, um potenzielle Ziele zu identifizieren. Beamte sagten jedoch, dass viele Opfer keine tatsächlichen Kryptowährungsbestände hätten.
Die Ermittler beschrieben zudem eine Pyramidenstruktur, bei der Koordinatoren aus dem Ausland operieren, während Rekruten vor Ort Anschläge verüben. Daher erschwert diese Struktur die Durchsetzung, da Mitarbeiter auf niedrigerer Ebene ihre Anführer selten identifizieren. Frankreich hat seit Anfang 2026 bisher 41 Entführungen im Zusammenhang mit Kryptowährungen registriert.
In einer Rede auf der Pariser Blockchain-Woche sagte das französische Innenministerium, es habe einen nationalen Reaktionsplan zur Bewältigung des Anstiegs der Angriffe aufgelegt. Die Behörden sagten, der Plan ziele darauf ab, die Präventionssysteme zu stärken und die Koordinierung zwischen den Strafverfolgungsbehörden zu verbessern.
Unterdessen entwickeln Versicherer und Sicherheitsfirmen neue Schutzmaßnahmen, darunter eine Absicherung gegen Entführung und Lösegeld für Inhaber digitaler Vermögenswerte.
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