Crypto Long & Short: Asiens hartes Vorgehen gegen digitale Vermögenswerte: Verantwortung wird persönlich

Willkommen zu unserem institutionellen Newsletter Crypto Long & Short. Diese Woche:
Bob Williams darüber, wie strengere Kryptovorschriften in Asien den Führungskräften mehr persönliche Verantwortung auferlegen und eine starke Governance und eine D&O-Versicherung unerlässlich machen.
Haidy Grigsby vom FBI erklärt, wie Krypto-Betrügereien zunehmend auf erfahrene Anleger abzielen, indem sie Vertrauen aufbauen und sie dazu verleiten, größere Einzahlungen zu tätigen, bis ihr Geld aufgebraucht ist.
Top-Schlagzeilen, auf die Institutionen achten sollten von Francisco Rodrigues.
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-Alexandra Levis
Experteneinblicke
Asiens hartes Vorgehen gegen digitale Vermögenswerte: Verantwortung wird persönlich
Von Bob Williams, Leiter der FinTech-, Digital Assets- und Blockchain-Beratung (Asien/Pazifik), Lockton Companies
Eine neue Welle von Regulierungen für digitale Vermögenswerte in ganz Asien erhöht den Druck auf Handelsplattformen und Vermögensverwalter, die Governance zu stärken – und ihre Haftpflichtversicherungsvereinbarungen für Geschäftsführer und leitende Angestellte (D&O) neu zu bewerten.
In den letzten Monaten haben drei führende Zentren für digitale Vermögenswerte – Hongkong, Singapur und Südkorea – Pläne zur Verfeinerung ihrer jeweiligen Regulierungsrahmen angekündigt. Da die regulatorischen Erwartungen steigen und die persönliche Verantwortung der Geschäftsleitung klarer wird, müssen Plattformbetreiber über diese Entwicklungen auf dem Laufenden bleiben und bewerten, ob ihre bestehenden Risikotransferstrategien weiterhin ihren Zweck erfüllen.
Hongkong: Ausweitung der Rechenschaftspflicht über die Regierungsführung hinaus
Im August 2025 veröffentlichte die Securities and Futures Commission (SFC) von Hongkong ein Rundschreiben an lizenzierte Betreiber von Handelsplattformen für virtuelle Vermögenswerte, in dem die Verantwortlichkeiten der Geschäftsleitung hinsichtlich der Verwahrung der virtuellen Vermögenswerte der Kunden klargestellt wurden. Das Rundschreiben stärkt die Erwartungen in Bezug auf Governance, interne Kontrollen und wirksame Aufsicht und signalisiert eine kontinuierliche Verlagerung hin zur persönlichen Verantwortung von Direktoren und der Geschäftsleitung.
Eine im Rahmen des Konsultationsprozesses der SFC aufkommende Überlegung ist, ob es Anbietern virtueller Vermögensverwaltungsdienste erlaubt sein sollte, sich auf nicht von der SFC regulierte oder Offshore-Depotbanken zu verlassen. Aus versicherungstechnischer Sicht hängt die Verfügbarkeit einer Deckung für Risiken virtueller Vermögenswerte eng mit der Robustheit der Verwahrungsvereinbarungen zusammen, einschließlich Sicherheitskontrollen, betrieblicher Belastbarkeit und Standards zum Schutz von Vermögenswerten. Bisher wurde die Versicherungskapazität weitgehend durch die vorgeschriebenen Anforderungen gestützt, die SFC-regulierten Depotbanken und Plattformen auferlegt werden.
Wenn alternative Verwahrungsmodelle zulässig sind, ist es von entscheidender Bedeutung, sicherzustellen, dass nicht regulierte oder Offshore-Verwahrstellen gleichwertige Standards einhalten, einschließlich eines angemessenen Versicherungsschutzes. Ohne eine Angleichung könnten Unternehmen, die viel investiert haben, um die regulatorischen und versicherungstechnischen Erwartungen Hongkongs zu erfüllen, einen Wettbewerbsnachteil erleiden, während das Ziel der Verbesserung des Anlegerschutzes und der Marktintegrität untergraben werden könnte.
Singapur: Stärkung der Kompetenz des oberen Managements
Im Jahr 2025 führte Singapur Lizenzanforderungen für Anbieter digitaler Token-Dienste ein, die nur ausländische Kunden bedienen, wodurch ein breiteres Spektrum von Unternehmen in den Regulierungsbereich der Monetary Authority of Singapore aufgenommen wurde.
Gemäß den Lizenzierungsrichtlinien sind die Kompetenz und Eignung von Schlüsselpersonen zentrale Zulassungskriterien. Von der Geschäftsleitung wird erwartet, dass sie ein klares Verständnis des Regulierungsrahmens zeigt und eine wirksame Aufsicht und Kontrolle über die Geschäftsaktivitäten und das Personal ausübt.
Mit steigenden regulatorischen Erwartungen steigt auch die persönliche Gefährdung von Direktoren und leitenden Angestellten. In diesem Zusammenhang bleibt die D&O-Versicherung ein wichtiger Bestandteil des gesamten Risikomanagementrahmens eines Unternehmens und trägt dazu bei, persönliche Vermögenswerte im Falle von Ansprüchen oder behördlichen Maßnahmen aufgrund angeblicher Governance- oder Aufsichtsmängel zu schützen.
Südkorea: Vorbereitung auf den Digital Asset Basic Act
Südkorea strebt mit dem vorgeschlagenen Digital Asset Basic Act, der im Juni 2025 der Nationalversammlung vorgelegt wurde, eine umfassendere regulatorische Überarbeitung an. Der Gesetzentwurf zielt darauf ab, den Markt für digitale Vermögenswerte zu formalisieren, indem er die Ausgabe, Handelspraktiken und Verteilungen reguliert und gleichzeitig neue Governance-Strukturen rund um Entscheidungen zur Auflistung und Delistung von Vermögenswerten einführt.
Diese bevorstehenden Änderungen würden die Compliance-Pflichten für Handelsplattformen und damit verbundene Dienstleister erheblich erhöhen. In diesem Umfeld spielt die D&O-Versicherung eine wichtige Rolle beim Schutz von Geschäftsführern und leitenden Angestellten vor den finanziellen Folgen von Klagen, Untersuchungen oder Ansprüchen aus angeblichen Verstößen gegen Vorschriften.
Bewältigen Sie die regulatorische Komplexität mit D&O-Versicherungen
In Hongkong, Singapur und Südkorea verfeinern die Regulierungsbehörden bereits ausgefeilte Rahmenbedingungen, um den sich entwickelnden Risiken digitaler Vermögenswerte zu begegnen. Diese Entwicklungen spiegeln einen breiteren globalen Trend zu einer intensiveren behördlichen Kontrolle und gestiegenen Erwartungen an die Rechenschaftspflicht der Geschäftsleitung wider.
Für in der Region tätige Unternehmen bedeutet dies, die Governance-Strukturen proaktiv zu überprüfen