Die Begeisterung für Kryptowährungen stößt an Grenzen, da der Appetit der Anleger auf Bitcoin in diesem Jahr nachlässt.

Die scheinbare Nachfrage nach Bitcoin (BTC) ist auf den niedrigsten Stand seit mehr als einem Jahr gesunken, was zeigt, dass sich die Stimmung im Einzelhandel drastisch abkühlt. Genauer gesagt nähert sich der Indikator -160.000 BTC, einem Wert, der seit Ende April 2025 nicht mehr gesehen wurde, wobei CryptoQuant-Daten vom 25. Mai zitiert werden. Zum Vergleich: Am 27. Mai 2025 näherte sich der Wert einem Jahresrekordhoch von 229.000, was bedeutet, dass die aktuellen Werte einem Rückgang von etwa 30 % in etwa zwölf Monaten entsprechen. Bemerkenswert ist, dass die scheinbare Nachfrage bisher fast das gesamte Jahr 2026 negativ war, mit nur wenigen kurzen positiven Phasen Ende Februar. Die scheinbare Nachfrage ist eine On-Chain-Metrik, mit der gemessen wird, ob der Bitcoin-Kaufdruck stark genug ist, um das neu verfügbare Angebot aufzunehmen. Kurz gesagt: Wenn der Indikator tief in den negativen Bereich fällt, signalisiert er tendenziell, dass die eingehende Nachfrage nicht mit der Menge der in Umlauf kommenden BTC Schritt halten kann. Verständlicherweise spiegelt der Rückgang der scheinbaren Nachfrage eine umfassendere Veränderung des Marktverhaltens wider. Schließlich stellen Kassakäufe einen direkten Kapitalzufluss in Bitcoin dar und führen im Vergleich zu beispielsweise gehebelten Futures in der Regel zu einem nachhaltigeren Wachstum. Insgesamt zeigt der sich verschärfende negative Wert also, dass Langzeitinhaber mehr Maßnahmen ergreifen, was den Druck auf der Angebotsseite erhöht, den die aktuelle Spotnachfrage nur schwer auffangen kann. Zum Zeitpunkt der Drucklegung wurde BTC bei 77.260 US-Dollar gehandelt, was einem Anstieg von 0,69 % gegenüber den letzten 24 Stunden entspricht, dank der Nachricht über ein mögliches Abkommen zwischen den USA und dem Iran, was zu einer gewissen Entspannung bei Risikoanlagen führte. Der jüngste Anstieg wurde auch durch einen großen Short-Squeeze an den Derivatemärkten verstärkt, der am Tag zuvor Liquidationen in Höhe von Hunderten von Millionen sowie eine Kapitalrotation aus Altcoins zur Folge hatte. Angesichts der oben diskutierten Konstellation werden Händler höchstwahrscheinlich genau im Auge behalten, ob sich die Spotnachfrage weiter stabilisieren kann. Spot-Bitcoin-ETF-Abflüsse bleiben jedoch ein wichtiger Gegenwind und kompensieren weiterhin die Aufwärtsdynamik kurzfristiger Katalysatoren, da BlackRock allein „digitales Gold“ im Wert von mehr als 1 Milliarde US-Dollar abstößt. Mit Blick auf die Zukunft bleiben die kommenden Makrodaten, insbesondere die für den 28. Mai geplante US-Inflation (Core PCE), der nächste wichtige Maßstab, da sie darüber entscheiden könnten, ob sich die Rallye ausdehnt oder umkehrt. Ausgewähltes Bild über Shutterstock