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Die Europäische Zentralbank verschärft ihren Einfluss auf digitale Euro-Alternativen und verweist auf Bedrohungen für das traditionelle Finanzwesen und die wirtschaftliche Stabilität

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Die Europäische Zentralbank verschärft ihren Einfluss auf digitale Euro-Alternativen und verweist auf Bedrohungen für das traditionelle Finanzwesen und die wirtschaftliche Stabilität

Inhaltsverzeichnis Die Stablecoin-Regeln der EZB bleiben in europäischen Finanzpolitikkreisen ein umstrittenes Thema. Die Europäische Zentralbank hat sich gegen Vorschläge zur Lockerung der Vorschriften für auf Euro lautende Stablecoins gewehrt. EZB-Präsidentin Christine Lagarde und andere Zentralbanker äußerten bei einem informellen Treffen der EU-Finanzminister am 22. Mai in Nikosia, Zypern, große Bedenken. Bei dem Treffen, bei dem führende Finanzpolitiker zusammenkamen, wurde eine klare Kluft zwischen regulatorischer Vorsicht und Forderungen nach Marktausweitung deutlich. Auf dem Zypern-Treffen stellte der in Brüssel ansässige Think Tank Bruegel ein Papier vor, in dem er geringere Liquiditätsanforderungen für Krypto-Emittenten vorschlägt. Das Papier schlug außerdem vor, Stablecoin-Firmen Zugang zu EZB-Mitteln zu gewähren. Ziel war es, Europa dabei zu helfen, auf einem Markt zu konkurrieren, der derzeit von Dollar-gestützten Token dominiert wird. Die Zentralbanker wehrten sich entschieden gegen die Idee. Die Hauptsorge der EZB besteht darin, dass die Ausgabe von Stablecoins die Stabilität der Bankeinlagen beeinträchtigt. Wenn ein Käufer einen Stablecoin erwirbt, wandert das Geld auf das Konto des Emittenten und wird von der Bank abgebucht. Im großen Maßstab könnte dieser Prozess die Finanzierungskosten erhöhen und die Fähigkeit der Banken zur Kreditvergabe verringern. Lagarde stellte Bruegels Vorschlag in Frage, die EZB zum Kreditgeber letzter Instanz für Stablecoin-Firmen zu machen – eine Rolle, die derzeit regulierten Banken vorbehalten ist. Anfang des Monats plädierte sie stattdessen für tokenisierte Geschäftsbankeinlagen und beschrieb sie als eine Kombination traditioneller Kontosicherheit mit der Geschwindigkeit und Programmierbarkeit der Distributed-Ledger-Technologie. Mehrere Zentralbanker äußerten bei dem Treffen offen diese Skepsis. Die anwesenden Finanzminister äußerten gemischte Ansichten zu dem Vorschlag. Es gab keinen Konsens, was die Komplexität der Debatte in den EU-Mitgliedstaaten widerspiegelt. Die Bruegel-Ökonomen Lucrezia Reichlin, Bo Sangers und Jeromin Zettelmeyer warnten, dass strengere EU-Regeln im Vergleich zu den USA die Aktivitäten außerhalb des Blocks vorantreiben könnten. Sie warnten davor, dass eine strengere Regulierung das Risiko einer Vertiefung dessen birgt, was sie als „digitale Dollarisierung“ bezeichnen. Die Zentralbanker auf dem Treffen waren von diesem Argument jedoch nicht überzeugt. Mehrere forderten Regeln, die Inhabern von Stablecoins – unabhängig davon, ob sie in der EU oder den USA ausgegeben wurden – daran hindern, Token auf europäischem Boden einzulösen. Solche Rücknahmen könnten europäische Emittenten einem Reserve Run aussetzen. Die seit 2024 geltende EU-Verordnung über Märkte für Krypto-Assets (MiCAR) verlangt derzeit von Emittenten, große Reserven an liquiden Mitteln vorzuhalten. Der im Jahr 2025 verabschiedete US-amerikanische GENIUS Act verfolgt einen leichteren Ansatz, der darauf abzielt, die globale Reichweite des Dollars durch regulierte, durch den Dollar gedeckte Token zu fördern. Auf Euro lautende Stablecoins machen derzeit nur 0,3 % des gesamten Stablecoin-Angebots aus, wobei der EURC von Circle weltweit nur auf Platz 20 liegt. Das Gesamtangebot an Stablecoins wuchs im vergangenen Jahr um etwa ein Drittel auf 300 Milliarden US-Dollar. Ein Konsortium aus 37 europäischen Banken im Rahmen des Qivalis-Projekts plant, noch in diesem Jahr einen Euro-Stablecoin auf den Markt zu bringen. Die EU-Finanzminister bestätigten außerdem weitere Fortschritte beim digitalen Euro, dessen Einführung die EZB für 2029 anstrebt.

Die Europäische Zentralbank verschärft ihren Einfluss auf digitale Euro-Alternativen und verweist auf Bedrohungen für das traditionelle Finanzwesen und die wirtschaftliche Stabilität