Ex-Headlands-Händler wird wegen Diebstahls von Quellcode im Wert von 1 Milliarde US-Dollar strafrechtlich verfolgt

Ein ehemaliger quantitativer Händler bei Headlands Technologies wurde angeklagt, weil er angeblich mit Quellcode im Wert von über 1 Milliarde US-Dollar aus der Tür hinausgegangen ist und ihn dann zum Aufbau seines eigenen Handels-Startups verwendet hat. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm bis zu zehn Jahre Gefängnis.
Cheuk Fung Richard Ho, 36, wurde am 8. Januar 2025 in Los Angeles verhaftet. Die US-Staatsanwaltschaft für den Südbezirk von New York hat ihn wegen Diebstahls und versuchten Diebstahls von Geschäftsgeheimnissen angeklagt. Der Fall wurde von der Complex Frauds and Cybercrime Unit unter Beteiligung des FBI erstellt.
Was er angeblich gestohlen hat und was er damit gemacht hat
Headlands Technologies hat jahrelang proprietäre Komponenten entwickelt, die intern als „Atoms“ und „Alphas“ bekannt sind. Atome sind die Bausteine ihrer Handelsinfrastruktur und Alphas sind die Vorhersagealgorithmen, die tatsächlich Geld verdienen.
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Ho arbeitete von 2019 bis 2021 als Quant-Entwickler und Händler bei Headlands. Im Frühjahr 2021 begann Ho, noch während seiner Anstellung bei Headlands, angeblich mit dem Aufbau seiner eigenen Handelsfirma namens One R Squared (ORS). In der Anklageschrift wird behauptet, er habe entscheidende Komponenten des proprietären Codes von Headlands zweckentfremdet, um ihn zu erstellen.
Den Anklagen zufolge hat Ho Teile des gestohlenen Codes neu programmiert und dabei seine ursprüngliche Struktur und Funktionalität beibehalten. Anschließend arbeitete ORS mit Tower Research Capital zusammen, einem bekannten Konkurrenten im Bereich des quantitativen Handels.
Die Vertuschungsvorwürfe
Ho soll gegenüber Headlands seine Absichten nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses falsch dargestellt haben. Die Staatsanwälte behaupten außerdem, er habe seine Mitarbeiter angewiesen, Beweise im Zusammenhang mit seinen Handlungen zu löschen.
Headlands hatte bereits im Juni 2023 eine Zivilklage gegen Ho wegen Vertragsbruch und Veruntreuung von Geschäftsgeheimnissen eingereicht. Dieses Zivilverfahren ist noch im Gange, was bedeutet, dass Ho nun an zwei juristischen Fronten gleichzeitig kämpft.
Ab Ende 2025 strebt Hos Anwaltsteam die Abweisung der Strafanzeigen an. Die Staatsanwaltschaft ficht diesen Antrag an.