Französische Krypto-Besitzer melden dem Staat selbst gehostete Wallets an

Die Steuerbehörden in Frankreich werden Kryptowährungsinvestoren im Rahmen eines neuen Gesetzes verfolgen, das sie verpflichtet, jede Wallet, die Münzen im Wert von einigen tausend Euro enthält, zu deklarieren.
Die bevorstehende Gesetzgebung, die gerade eine parlamentarische Hürde in Paris überwunden hat, wird voraussichtlich die staatliche Überwachung der digitalen Vermögenswerte des französischen Volkes verstärken.
Frankreich verstärkt die Überwachung von Kryptobeständen
Die französische Nationalversammlung hat einen Gesetzentwurf „zur Bekämpfung von Sozial- und Steuerbetrug“ unterstützt, der Steuerzahler, insbesondere Besitzer von Kryptowährungen, betrifft.
Der Gesetzesentwurf sei am Dienstag in erster Lesung vom Unterhaus des Parlaments angenommen worden, berichteten lokale Medien unter Berufung auf die Ankündigung der Kammer.
Die Gesetzgebung führt eine neue Verpflichtung für Krypto-Investoren ein: jede selbst gehostete Wallet zu deklarieren, die digitale Münzen im Wert von 5.000 € (fast 5.900 $ zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Artikels) enthält.
Diese besondere Bestimmung soll die Undurchsichtigkeit digitaler Finanzströme verringern, die schwerer zu verfolgen seien als Fiat-Überweisungen über traditionelle Bankkonten, wie das Journal du Coin feststellte.
Durch die Aufnahme in das Rechtsdokument hofft die Regierung, Vermögen zu erschließen, das bisher der Entdeckung entgangen ist, schrieb die Krypto-Nachrichtenagentur am Mittwoch in einem Artikel.
Der Schritt erfolgt nach einem erfolgreichen Jahr 2025 für die französische Steuerbehörde, die die gemeldeten Beträge um 249 Millionen Euro erhöhte und über 17 Milliarden Euro an Steuern und Strafen einnahm.
Dies wurde durch eine verbesserte Überwachung des Bürgervermögens erreicht, und Krypto wird nun in die Überwachungsmechanismen der Behörde integriert, wodurch ihre Ermittlungsfähigkeiten gestärkt werden.
Wann kommt das Ende der Krypto-Anonymität?
Kryptowährungsbegeisterte werden einige Zeit haben, bis die Gesetzgebung in Frankreich die Anonymität ihrer Bestände aufhebt.
Nach der Verabschiedung durch die Versammlung muss der Gesetzentwurf auch im Senat geprüft und möglicherweise im Mai von einem gemeinsamen Ausschuss genehmigt werden, bevor er endgültig angenommen wird.
Die Umsetzung wird auch von der Einführung einer Satzung abhängen, in der die Mechanismen und Verfahren zur Überwachung und Prüfung festgelegt werden.
Daher ist es wahrscheinlicher, dass die Meldepflicht für nicht verwahrte Wallets und der entsprechende Überwachungsmechanismus gegen Ende dieses Jahres oder Anfang 2027 durchgesetzt werden.
Frankreich verschärft die Steuerdurchsetzung
Die französischen Behörden haben Schritte unternommen, um die Steuererhebung zu verbessern. Ein Beispiel dafür ist die Einführung der elektronischen Rechnungsstellung zur Eindämmung des Mehrwertsteuerbetrugs.
„Die Ergebnisse für 2025 zeigen bereits einen Anstieg der Ergebnisse von Steuerrückerstattungsprüfungen um 148 %, ein Zeichen für eine allgemeine Verschärfung der Durchsetzungsmaßnahmen“, betonte Journal du Coin.
Die Aufnahme von Kryptowährungen in die Liste der prüfungspflichtigen Vermögenswerte gebe dem französischen Finanzministerium ein weiteres Instrument zur Bekämpfung von Betrugsnetzwerken, betonte der Bericht und fügte hinzu:
„Steuerzahler müssen mit einer erhöhten Transparenz über ihre digitalen Vermögenswerte rechnen und drohen mit Sanktionen, die denen für Schwarzarbeit oder nicht gemeldete ausländische Bankkonten vergleichbar sind.“
Frankreich bewegt sich seit mindestens einigen Jahren in diese Richtung, und es wurde erwartet, dass seine Steuergesetzgebung aktualisiert wird, um neuen Finanztechnologien Rechnung zu tragen.
Nachdem im vergangenen Jahr auf künstlicher Intelligenz basierende Prüfungen ihre Wirksamkeit bewiesen haben, dürfte die Integration neuer Erkennungstools für Kryptobestände schnell und reibungslos vonstattengehen.
Nach dem neuen Rechtsrahmen werden digitale Geldbörsen in die jährliche Steuerprüfung Frankreichs einbezogen. Auch in anderen Gerichtsbarkeiten nimmt der Druck auf Kryptobesitzer zu, alle ihre Bestände dem Staat zu melden. Ein kürzlich vorgeschlagener Gesetzentwurf verlangt von allen Einwohnern Russlands, ihre Offshore-Krypto-Wallets der Steuerbehörde des Landes zu melden.