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Globales Finanzkriminalitätssyndikat entlarvt, Dutzende werden wegen umfassender grenzüberschreitender Ermittlungen angeklagt

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CryptoNewsTrend
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Globales Finanzkriminalitätssyndikat entlarvt, Dutzende werden wegen umfassender grenzüberschreitender Ermittlungen angeklagt

Die Bundesbehörden haben gerade den Vorhang für eine der aufwändigsten Insiderhandelsoperationen der letzten Zeit geöffnet. Am 7. Mai haben das DOJ, das FBI und die SEC die Strafanzeige gegen 30 Personen aufgehoben, denen vorgeworfen wird, ein System betrieben zu haben, das im Laufe von etwa einem Jahrzehnt illegale Gewinne in zweistelliger Millionenhöhe erwirtschaftet haben soll.

Neunzehn Angeklagte wurden in den USA festgenommen. Zwei weitere Personen aus Russland und Israel gelten als Flüchtlinge.

Wie das Schema funktionierte

Im Mittelpunkt der Operation stehen zwei Anwälte: Nicolo Nourafchan aus Kalifornien und Robert Yadgarov aus New York. Das Paar nutzte angeblich seinen Zugang zu Netzwerken renommierter Anwaltskanzleien aus, um an vertrauliche Fusions- und Übernahmedokumente zu gelangen, bevor die Geschäfte an die Börse gingen.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft handelte es sich bei diesen Freunden um ein ausgedehntes Netzwerk von Händlern, das über mehrere Bundesstaaten und Länder verteilt war. Angeblich war die Gruppe an der Spitze von rund 30 großen M&A-Deals tätig, kaufte Aktien auf, bevor die Ankündigungen die Preise in die Höhe trieben, und zahlte dann Geld aus.

Die Angeklagten nutzten angeblich verschlüsselte Messaging-Apps, verschlüsselte Sprache, Briefkastenfirmen und ausländische Konten, um ihre Aktivitäten zu verschleiern. Berichten zufolge wurden Zahlungen zwischen Verschwörern als Kredite getarnt, was eine weitere Ebene der Verschleierung darstellte, die die Ermittler erst nach Jahren entschlüsseln konnten.

Gegen Nourafchan wird außerdem Behinderung angeklagt, was darauf hindeutet, dass die Staatsanwaltschaft davon ausgeht, dass er aktiv versucht hat, sich in die laufenden Ermittlungen einzumischen.

Der Umfang und die Einsätze

Die SEC hat 21 der 30 Angeklagten in Zivilverfahren gesondert angeklagt, in denen es typischerweise um Gewinnabschöpfung, Geldstrafen und Branchenverbote geht. Auf der strafrechtlichen Seite drohen Wertpapierbetrugsstrafen von bis zu 25 Jahren Gefängnis pro Anklagepunkt.

Die Beteiligung zweier in Russland und Israel ansässiger Flüchtlinge fügt eine internationale Dimension hinzu, die die Durchsetzung erschwert. Eine Auslieferung aus Russland ist, diplomatisch ausgedrückt, unter den gegenwärtigen geopolitischen Bedingungen unwahrscheinlich. Israel hat Auslieferungsverträge mit den USA, aber der Prozess verläuft selten schnell.

Was das für Märkte und Krypto bedeutet

In diesem Fall geht es eindeutig um traditionellen Wertpapierbetrug. Aktien, keine Token. Anwaltskanzleien, keine DeFi-Protokolle. In den bisher entsiegelten Anklagen besteht kein direkter Zusammenhang mit Krypto-Assets.

Bundesbehörden verbrachten Jahre damit, verschlüsselte Kommunikation, Briefkastenfirmenstrukturen und grenzüberschreitende Geldströme aufzuklären. Die Staatsanwälte betrachteten die Verschlüsselung nicht als Hindernis. Sie betrachteten es als Beweis für eine Verschleierungsabsicht. Gerichte haben wiederholt die Verwendung verschlüsselter Kommunikation als Indizienbeweis für das Schuldbewusstsein akzeptiert.

Das DOJ und die SEC haben seit 2016 mehr als 100 Personen in verwandten Insiderhandelsprogrammen angeklagt. Fälle dieser Komplexität, die sich über 30 Angeklagte, mehrere Gerichtsbarkeiten und ein Jahrzehnt der Tätigkeit erstrecken, spiegeln eine Durchsetzungsinfrastruktur wider, die immer ausgereifter wird und sowohl gegen traditionelle Finanzen als auch gegen Kryptowährungen eingesetzt wird.

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