Die globale Transaktionslandschaft erfährt einen seismischen Wandel, da lokalisierte Stablecoin-Netzwerke den internationalen Geldverkehr im Wert von 400 Milliarden US-Dollar neu definieren

Die Stablecoin-Landschaft hat einen seismischen Wandel durchgemacht, wobei das Zahlungsvolumen im Jahr 2025 auf unglaubliche 400 Milliarden US-Dollar ansteigt, was vor allem auf Business-to-Business-Transaktionen zurückzuführen ist, die satte 60 % des Gesamtvolumens ausmachen. Doch trotz dieses Wachstums verlassen sich viele Fintech-Unternehmen weiterhin auf einen einzigen in den USA ansässigen Anbieter, um globale Transaktionen zu ermöglichen, und vernachlässigen dabei die Tatsache, dass die Stablecoin-Infrastruktur in regionale Spezialisten fragmentiert ist. Diese Spezialisten verfügen über umfassende lokale Verbindungen, einschließlich der Integration in mobile Geldnetze und Zentralbanken, was sie für grenzüberschreitende Geschäfte unverzichtbar macht.
In den letzten drei Jahren hat sich das Stablecoin-Ökosystem dramatisch weiterentwickelt und sich von einer Handvoll US-basierter APIs zu einem komplexen Netzwerk regionaler Betreiber entwickelt. Jeder Korridor verfügt nun über seine eigene, maßgeschneiderte Infrastruktur, die von Teams mit umfassenden Kenntnissen der lokalen Zahlungsdynamik entwickelt wird. In Europa beispielsweise wickeln Anbieter wie BVNK, die die Vorschriften der Markets in Crypto-Assets (MiCA) einhalten, jährlich Transaktionen im Wert von beachtlichen 30 Milliarden US-Dollar ab, was den schnellen Aufstieg regulierter regionaler Betreiber verdeutlicht.
In ähnlicher Weise haben in Lateinamerika Unternehmen wie Bitso und dLocal eine Infrastruktur entwickelt, die auf lokale Systeme wie PIX und SPEI zugeschnitten ist. Laut Branchenexperte Gaspard Lezin verfügt mittlerweile jeder größere Zahlungskorridor über eine eigene spezialisierte Infrastruktur, die von Personen aufgebaut wird, die über ein tiefes Verständnis der lokalen Zahlungswege, mobilen Geldnetzwerke, Zentralbankbeziehungen und Devisenrealitäten verfügen. Lezin betonte die Grenzen, die sich daraus ergeben, sich auf einen einzigen Anbieter wie Bridge zu verlassen, der nur 35 Länder abdeckt, und betonte, dass dieser Ansatz zu einer engen Sicht auf den Markt führt.
Insbesondere Afrika ist ein überzeugendes Argument für die Integration von mobilem Geld mit Stablecoins, da Anbieter wie Yellow Card, Conduit und Kotani Pay in Regionen tätig sind, in denen die traditionelle Bankinfrastruktur unterentwickelt ist. Conduit deckt beispielsweise 23 afrikanische Länder ab und bietet deutlich niedrigere Gebühren als seine globalen Konkurrenten. Die Ungleichheit in den Gebührenstrukturen ist ein entscheidender Faktor, der Unternehmen von Modellen mit nur einem Anbieter abhält, da die Gebühren von Bridge bis zu 1 % betragen können, während Conduit bei etwa 10 Basispunkten liegt, was zu erheblichen Kosteneinsparungen für B2B-Treasury-Teams führt.
Aufschlussreich sind auch die Versorgungslücken in verschiedenen Regionen, da Bridge im asiatisch-pazifischen Raum über keine lokale Bahnpräsenz verfügt. Im Gegensatz dazu haben Unternehmen wie StraitsX, Fasset und Reap in Asien bedeutende Fortschritte gemacht, wobei Fasset kürzlich in über 50 Korridoren jährliche Transaktionen in Höhe von 32 Milliarden US-Dollar erzielte. Die Übernahme von Reap durch Kraken für 600 Millionen US-Dollar unterstreicht das Wachstumspotenzial der Region zusätzlich. Auch andere Akteure wie FOMO Pay, Triple-A und PhotonPay bauen ihre lokalen Integrationen in der Region aus.
Für Unternehmen, die Lieferantenzahlungen über mehrere Korridore hinweg verwalten, ist die Einführung eines regionalen Ansatzes von entscheidender Bedeutung. Ein B2B-Treasury-Team, das Zahlungen an Lieferanten in verschiedenen Märkten wie Lagos, São Paulo, Jakarta und Dubai durchführt, benötigt an jedem Standort eine spezielle Infrastruktur. Um dieser Komplexität zu begegnen, entstehen Aggregationsschichten wie Borderless.xyz, die eine einzige API bereitstellen, die regionale Anbieter zusammenführt und so den Betrieb vereinfacht, ohne auf lokales Fachwissen zu verzichten.