Der Goldpreis fällt aufgrund ölbedingter Inflationssorgen, da die Gespräche zwischen den USA und dem Iran ins Stocken geraten

Gold hatte einen harten Tag. Die Spotpreise fielen am 11. Mai um 0,6 % auf 4.684,32 $ pro Unze, während die US-Gold-Futures noch stärker fielen und um 0,8 % auf 4.692,70 $ fielen.
Der Auslöser: Präsident Trump lehnte die Reaktion Irans auf einen US-Friedensvorschlag ab und torpedierte damit faktisch alle kurzfristigen Hoffnungen auf eine Lösung eines Konflikts, der nun in die zehnte Woche geht. Dieser diplomatische Zusammenbruch ließ die Rohölpreise steigen, schürte erneut Inflationsängste und gab dem Dollar Auftrieb, was alles dazu beitrug, den Goldpreis nach unten zu drücken.
Warum Gold seinen Glanz als sicherer Hafen verliert
Der Mechanismus ist unkompliziert. Wenn die Gespräche zwischen den USA und Iran scheitern, preisen Ölhändler das Risiko einer Versorgungsunterbrechung ein, insbesondere rund um die Straße von Hormus. Über diesen kritischen Engpass wird ein großer Teil der weltweiten Rohöllieferungen abgewickelt. Eine gefährdete Versorgung führt zu höheren Ölpreisen. Höhere Ölpreise wirken sich direkt auf die Inflationserwartungen aus.
Und wenn die Inflationserwartungen steigen, steigen auch die Erwartungen an höhere Zinssätze. Die Federal Reserve kann die Zinsen nicht senken, wenn die Energiekosten die Verbraucherpreise in die Höhe treiben. Gold, das keine Rendite abwirft, verliert im Vergleich zu verzinslichen Vermögenswerten an Attraktivität, wenn die Zinsen hoch bleiben oder weiter steigen.
Unterdessen legte der US-Dollar aufgrund derselben Zinserwartungen zu. Ein stärkerer Dollar verteuert Gold für internationale Käufer, die einen erheblichen Teil der weltweiten Nachfrage ausmachen.
Der zehnwöchige Konflikt und seine Marktpräsenz
Die Pattsituation zwischen den USA und dem Iran dauert nun schon seit zehn Wochen an und ihre Auswirkungen auf die globalen Energiemärkte sind erheblich. Die Straße von Hormus bleibt ein zentraler Druckpunkt. Jede Eskalation in der Nähe dieser Wasserstraße hat nicht nur Auswirkungen auf die regionale Politik. Es bedroht die Versorgung der globalen Ölversorgung.
Die Ablehnung des iranischen Friedensvorschlags durch Präsident Trump machte den offensichtlichsten Weg zur Deeskalation zunichte.
Was das für Anleger bedeutet
Analysten prognostizieren derzeit, dass Spotgold in einer Spanne zwischen 4.400 und 4.800 US-Dollar gehandelt wird, da die geopolitischen Bedingungen weiterhin ungeklärt sind. Das ist eine relativ breite Spanne, die echte Unsicherheit darüber widerspiegelt, welche Kräfte in den kommenden Wochen dominieren werden.
Das untere Ende dieser Spanne kommt ins Spiel, wenn die Ölpreise weiter steigen, der Dollar weiter an Wert gewinnt und die Fed signalisiert, dass Zinssenkungen für längere Zeit vom Tisch sind. Das obere Ende wird plausibler, wenn der Konflikt so weit eskaliert, dass die rein angstgetriebene Nachfrage den makroökonomischen Gegenwind überwältigt.