Google-Ingenieur wegen Insiderhandels auf Polymarket angeklagt, nachdem er angeblich 1,2 Millionen US-Dollar erwirtschaftet hatte

Ein Google-Softwareentwickler hat angeblich vertrauliche Unternehmensdaten in ein persönliches Casino verwandelt, indem er etwa 2,75 Millionen US-Dollar an Wetten auf Polymarket platzierte und einen Gewinn von über 1,2 Millionen US-Dollar erzielte. Das US-Justizministerium hat ihn nun wegen Warenbetrugs, Überweisungsbetrugs und Geldwäsche angeklagt.
Michele Spagnuolo wurde am 27. Mai im Südbezirk von New York angeklagt. Die Bundesanwaltschaft behauptet, er habe ein internes Google-Tool verwendet, um auf vertrauliche Daten aus dem „Year in Search 2025“-Bericht des Unternehmens zuzugreifen und dann darauf zu wetten, welche Namen und Themen die jährlichen Suchrankings von Google anführen würden.
Der „AlphaRaccoon“-Account und eine nahezu perfekte Bilanz
Spagnuolo operierte angeblich unter dem Polymarket-Benutzernamen „AlphaRaccoon“. Die Erfolgsbilanz des Kontos war, gelinde gesagt, verdächtig: 22 richtige Vorhersagen bei insgesamt 23 Wetten.
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Der angebliche Plan lief zwischen dem 15. Oktober und dem 4. Dezember 2025. Während dieses Zeitfensters platzierte Spagnuolo Berichten zufolge Wetten im Zusammenhang mit bedeutenden kulturellen Ereignissen und angesagten Suchthemen, die er anhand interner Daten in der Vorschau anzeigen konnte. Eine bemerkenswerte Wette betraf den Künstler D4vd, von dem Spagnuolo angeblich vorhergesagt hatte, dass er kurz vor einer öffentlichen Ankündigung nach der Verhaftung von D4vd im April 2026 die Suchtrends anführen würde.
Die rechtlichen Folgen
Die Anklage ist mit erheblicher Gefängnisstrafe verbunden. Allein Rohstoffbetrug könnte bis zu zehn Jahre hinter Gittern bedeuten. Für Überweisungsbetrug und Geldwäsche beträgt die Strafe jeweils maximal 20 Jahre.
Nach seiner Festnahme erschien Spagnuolo vor einem Richter und wurde gegen eine Kaution in Höhe von 2,25 Millionen US-Dollar freigelassen. Google hat ihn beurlaubt und erklärt, dass er über ein den Mitarbeitern zur Verfügung stehendes Tool auf sensibles Marketingmaterial zugegriffen habe, was einen schwerwiegenden Verstoß gegen interne Richtlinien zum Zugriff auf vertrauliche Daten darstellt.
Die Commodity Futures Trading Commission hat außerdem eine Zivilklage gegen Spagnuolo eingeleitet und fordert Geldstrafen und Abschöpfung.
Dies ist nicht das erste Mal, dass Bundesanwälte jemanden wegen angeblichen Insiderhandels auf Polymarket verfolgen. Es ist die zweite bekannte strafrechtliche Untersuchung dieser Art durch das DOJ, nach einem früheren Fall, in den ein Soldat der US-Armee verwickelt war.
Was das für Prognosemärkte und Krypto-Investoren bedeutet
Der Kongress hat die Sicherheitsvorkehrungen bzw. deren Fehlen untersucht, über die Prognosemärkte wie Polymarket verfügen, um genau diese Art der Ausbeutung zu verhindern. Polymarket ist außerdem kürzlich eine Partnerschaft mit Chainalysis, einem Blockchain-Analyseunternehmen, eingegangen, um seine Fähigkeiten zur Betrugserkennung zu verbessern.