Die Untersuchung des Libra-Projekts von Facebook bringt neue Hinweise ans Licht und lässt die Spekulationen über die angebliche Rolle von Javier Milei wieder aufleben

Eine kürzliche Entdeckung von Telefonaufzeichnungen hat ein neues Licht auf die Beteiligung des argentinischen Präsidenten Javier Milei an der Förderung der Kryptowährung Libra geworfen und widerspricht seiner Behauptung, keine Verbindung zu dem Projekt zu haben. An dem Abend, an dem er den Token öffentlich befürwortete, führte Milei mehrere Gespräche mit einer der Schlüsselfiguren hinter Libra, wobei vor und nach seinem Werbebeitrag auf der Social-Media-Plattform X insgesamt sieben Anrufe getätigt wurden.
Obwohl die Einzelheiten dieser Gespräche unklar bleiben, hat die Enthüllung eine weitere Untersuchung der Rolle von Milei beim Zusammenbruch des Tokens ausgelöst, der zu Verlusten von mindestens 251 Millionen US-Dollar für die Anleger führte. Der dramatische Wertverfall des Libra-Tokens, der seit seinem Höchststand um über 96 % einbrach, hat dazu geführt, dass Milei wegen Betrugs angeklagt wurde und seine Amtsenthebung gefordert wurde. Im Falle einer Verurteilung drohe ihm eine Gefängnisstrafe zwischen einem Monat und sechs Jahren.
Die Kontroverse um Mileis Werbung für Libra begann im Februar 2025, als er einen Beitrag auf X veröffentlichte, in dem er den Token als Mittel zur Ankurbelung der argentinischen Wirtschaft durch die Finanzierung kleiner Unternehmen und Start-ups anpries. Nach dem Zusammenbruch des Tokens löschte Milei seine Beiträge, was zu Vorwürfen eines möglichen „Rug Pull“ führte – einem Szenario, in dem die Urheber eines Projekts es aufgeben und den Anlegern erhebliche Verluste bescheren.
Milei beteuerte, er habe kein Fehlverhalten begangen und erklärte, er habe lediglich ein privates Unternehmen zur Schau gestellt und sei an dem Projekt nicht beteiligt gewesen. Das Auftauchen von Telefonaufzeichnungen und anderen Beweisen hat jedoch Fragen über die Art seiner Beziehung zum Libra-Projekt aufgeworfen. Eine bundesstaatliche Untersuchung zum Zusammenbruch des Libra-Tokens ist im Gange, wobei Milei als interessante Person aufgeführt ist.
In einer anderen Entwicklung sprach das argentinische Antikorruptionsbüro Milei im Juni vom Verstoß gegen öffentliche Ethikregeln frei und stellte fest, dass sein Werbebeitrag eine persönliche Aussage und keine offizielle Handlung war. Dennoch wurde bei einer kürzlich durchgeführten gerichtlichen Untersuchung ein Dokumententwurf auf dem Telefon des Krypto-Lobbyisten Mauricio Novelli entdeckt, der auf eine mögliche 5-Millionen-Dollar-Vereinbarung im Zusammenhang mit Mileis Werbung für den Libra-Token hindeutet. Der Entwurf der Notiz, der nur drei Tage vor Mileis Werbeposting verfasst wurde, nennt den beabsichtigten Empfänger der Gelder nicht, sodass weitere Fragen zu den Umständen des Zusammenbruchs des Tokens offen bleiben.