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Der Investmentriese Morgan Stanley senkt den Ausblick für den Modekonzern Kering, da Gucci weiterhin enttäuschend ist

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cryptonewstrend.com
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Der Investmentriese Morgan Stanley senkt den Ausblick für den Modekonzern Kering, da Gucci weiterhin enttäuschend ist

Inhaltsverzeichnis Kering-Aktien gaben am Montag stark nach, nachdem Morgan Stanley seine optimistische Haltung gegenüber dem Luxuskonzern aufgab und seinen Ausblick nur wenige Tage vor wichtigen Finanzmeldungen revidierte. Kering S.A., PPX.DE Die Investmentbank änderte ihre Empfehlung von „übergewichtet“ auf „gleichgewichtig“ und reduzierte gleichzeitig ihr 12- bis 18-Monats-Ziel von 330 € auf 320 €. Nach der Ankündigung fielen die Aktien um über 3 %. Die Begründung von Morgan Stanley konzentrierte sich auf die Bewertung: Kering habe eine außergewöhnliche relative Performance erzielt und LVMH, Hermès und Richemont seit Jahresbeginn um 300 bis 1.700 Basispunkte geschlagen. Nach Angaben des Unternehmens hat dieser Anstieg das kurzfristige Wertsteigerungspotenzial der Aktie weitgehend ausgeschöpft. „Unser DCF impliziert ein Aufwärtspotenzial der Aktien von 15 %, was nicht mehr zu einer relativen Outperformance führt“, erklärten die Analysten in ihrer Forschungsnotiz. Die Aktien erreichten am 12. Januar mit 320,50 € ihren Höchststand, bevor sie bis zur Montagssitzung um etwa 16 % fielen. Eine dramatische eintägige Rallye von 10,90 % am 10. Februar wurde anschließend durch aufeinanderfolgende Rückgänge von 5,04 % und 6,35 % am 2. und 3. März zunichte gemacht. Gucci sorgt weiterhin für den größten Gegenwind. Die aktualisierte Prognose von Morgan Stanley geht davon aus, dass das Flaggschiff-Label im ersten Quartal 2026 um 6,2 % schrumpfen wird, eine Verschlechterung gegenüber der vorherigen Rückgangsschätzung von 5 %. Für das Kalenderjahr 2026 wird erwartet, dass Gucci einen Umsatz von 5,95 Milliarden Euro erzielt und bis 2028 auf 7,67 Milliarden Euro steigt. Analysten charakterisierten die Situation freimütig: „ein klassischer Fall, bei dem die positive Stimmung den harten Zahlen voraus ist.“ Branchenüberprüfungen bei europäischen Einzelhandelspartnern ergaben „erste Anzeichen für eine Verbesserung der Markenbekanntheit, aber noch kaum Anzeichen für eine bedeutende kommerzielle Erholung“. Der pessimistischere Ausblick spiegelt auch die schwächere Feldforschung im ersten Quartal und Kerings Engagement im Nahen Osten wider, das etwa 5 % des Gesamtumsatzes ausmacht. Die Herabstufung kommt an einem entscheidenden Punkt. Kering wird die Ergebnisse des ersten Quartals 2026 voraussichtlich am 14. April veröffentlichen, gefolgt von einer Präsentation zum Kapitalmarkttag am 16. April. Diese Veranstaltungen werden als entscheidender Test dafür dienen, ob die Trendwende-Erzählung der Unternehmensleitung bei den Anlegern Anklang findet. Morgan Stanley senkte seine Prognose für den Gewinn je Aktie im Jahr 2028 um 4 % auf 15,97 €, was immer noch 15 % über dem Visible Alpha-Konsens von 13,80 € liegt. Auf dem aktuellen Niveau weist die Aktie etwa das 17-fache des erwarteten Gewinns auf. Das Unternehmen geht davon aus, dass der konzernweite Umsatz bis 2028 18,3 Milliarden Euro erreichen wird, was einem Wachstum von etwa 25 % gegenüber 14,7 Milliarden Euro im Jahr 2025 entspricht. Es wird erwartet, dass sich die konsolidierte Betriebsmarge von 12,5 % im Jahr 2026 auf 18,4 % im Jahr 2028 verbessert. Das optimistische Szenario von Morgan Stanley zielt auf 480 Euro ab, basierend auf einem starken Wiederaufleben von Gucci und einem Anstieg der Konzernmargen auf 25,9 % im Jahr 2028. Das pessimistische Szenario liegt bei 175 Euro, vorausgesetzt, dass die neue kreative Ausrichtung der Marke keinen kommerziellen Erfolg bringt. Die Marktpreise für Optionen deuten darauf hin, dass die Wahrscheinlichkeit, dass die Aktie innerhalb von zwölf Monaten 320 € übersteigt, bei etwa 28,9 % liegt und die Wahrscheinlichkeit, dass sie unter 175 € fällt, bei 17,1 % liegt. Die Bank identifizierte zwei potenzielle Katalysatoren für eine erneute Modernisierung: die fortgesetzte organisatorische Transformation unter CEO Luca de Meo, der die Position im September 2025 übernahm, und einen konkreten Beweis für eine echte Geschäftsdynamik bei Gucci. Insbesondere hatte Morgan Stanley Kering im Oktober 2025 zur Top-Wahl ernannt, es als bevorzugte europäische Luxusinvestition hervorgehoben und den „Kreativitätsschub“ des Sektors gelobt. Die Herabstufung am Montag stellt eine völlige Umkehr dieser optimistischen Haltung dar.