Anleger bleiben vorsichtig, da der Aktienkurs des Verteidigungsgiganten sinkt und die riesige Projektpipeline im Wert von 73 Milliarden Euro in den Schatten stellt

Inhaltsverzeichnis Der deutsche Rüstungskonzern erzielte im ersten Quartal einen Umsatz von 1,94 Milliarden Euro, was einer Steigerung von 8 % gegenüber dem Vorjahreswert von 1,80 Milliarden Euro entspricht. Allerdings lag dieser Wert deutlich unter der Konsensprognose der Wall Street von 2,27 Milliarden Euro. #Rheinmetall ( $RHM) Q1 2026 Ergebnishöhepunkte 🔹 Der Gewinn pro Aktie liegt bei 2,42 € gegenüber der Schätzung von 2,73 € 🔴 🔹 Der Umsatz erreicht 1,94 Mrd. € und wächst um +7,7 % gegenüber dem Vorjahr 🔹 Die Betriebsmarge verbessert sich von 10,6 % gegenüber dem Vorjahr auf 11,6 % 🔹 Das Unternehmen erwartet im zweiten Quartal 2026 eine deutliche Wachstumsbeschleunigung 🔹 Management… – Markets Today (@marketsday) 7. Mai 2026 Das Betriebsergebnis erreichte 224 Millionen Euro, was einer jährlichen Steigerung von 17 % entspricht, blieb jedoch hinter der Marktprognose von 262 Millionen Euro zurück. Die operative Marge stieg von 10,6 % im Vergleichszeitraum auf 11,6 %. Der Gewinn je Aktie aus fortgeführten Geschäftsbereichen verbesserte sich auf 2,18 € im Vergleich zu 1,78 € im Vorjahr, blieb aber hinter dem Konsensziel von 2,70 € zurück. Rheinmetall AG, RHM.DE Der operative freie Cashflow drehte im Laufe des Quartals mit 285 Millionen Euro ins Negative, was in deutlichem Kontrast zu den positiven 243 Millionen Euro im Vorjahr steht und die Erwartungen von positiven 181 Millionen Euro verfehlte. Die Aktien gaben am Donnerstag um mehr als 2 % nach, da die Anleger die enttäuschenden Kennzahlen verdauten, trotz Anzeichen einer zugrunde liegenden Dynamik in bestimmten Bereichen. Das Highlight des Quartalsberichts war der Auftragsbestand, der von 56 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum um 31 Prozent auf 73 Milliarden Euro stieg. In diesem Anstieg ist erstmals Naval Systems enthalten, das einen Auftragsbestand von 5,50 Milliarden Euro beisteuert. Der Auftragseingang ging jedoch um 55 % auf 4,90 Mrd. € zurück, verglichen mit 10,70 Mrd. € im Vorjahresquartal. Rheinmetall führte diesen Rückgang auf außergewöhnlich große Multimilliarden-Euro-Verträge zurück, die den Vorjahresvergleich überhöht hatten. Analysten von Goldman Sachs stellten fest, dass Investoren wahrscheinlich das deutsche Nachfrageumfeld und den Zeitpunkt künftiger Auftragsvergaben genau unter die Lupe nehmen würden. Über die Finanzergebnisse hinaus gab Rheinmetall bedeutende strategische Weiterentwicklungen im Marschflugkörperbau bekannt. Das Unternehmen gab Pläne bekannt, gemeinsam mit dem niederländischen Partner Destinus mit der Produktion hochentwickelter Marschflugkörper zu beginnen. Die Produktion ist für das vierte Quartal 2026 oder Anfang 2027 über ein neues Joint Venture namens Rheinmetall Destinus Strike Systems geplant, an dem Rheinmetall einen Anteil von 51 % hält. Die Flugerprobung der Destinus Ruta Block 2-Rakete wurde Ende April erfolgreich abgeschlossen. Die Waffe hat eine Reichweite von über 700 Kilometern und zielt auf kritische Infrastrukturanlagen. CEO Armin Papperger räumte ein, dass die Verhandlungen mit Lockheed Martin über Raketen und Flugkörperproduktionsanlagen in Deutschland langsamer voranschreiten als erwartet, und verwies auf Streitigkeiten über die Kostenverteilung. Er erwähnte, dass Rheinmetall gleichzeitig Möglichkeiten zur Raketenkooperation mit Raytheon verfolgt. Papperger äußerte sich optimistisch hinsichtlich der Leistung im zweiten Quartal und verwies auf die erwarteten großvolumigen Verträge bei Marinesystemen und Militärfahrzeugen sowie auf die volle Kapazität des Munitionswerks Murcia in Spanien nach der Erholung nach dem Explosionsvorfall im letzten Jahr. Das Unternehmen hat außerdem ein vorläufiges Angebot für die German Naval Yards Kiel abgegeben und prüft derzeit die Übernahme eines Teils der rumänischen Mangalia-Werft als Teil seiner Expansionsstrategie für die Marineabteilung. Rheinmetall gab laufende Gespräche mit mehreren Ländern des Nahen Ostens über die Lieferung von bis zu zehn Luftverteidigungssystemen im Jahr 2025 bekannt und reagierte damit auf die gestiegenen regionalen Sicherheitsbedenken, die sich aus den Spannungen zwischen den USA und Israel mit dem Iran ergeben. Das Unternehmen hielt an seiner Prognose für das Gesamtjahr 2026 fest: Umsatz zwischen 14 und 14,5 Milliarden Euro bei einer operativen Marge von etwa 19 %.