Japan öffnet die Tür für Privatinvestitionen in Kryptowährungen, da Maklerunternehmen interne Trusts aufbauen

Japan bereitet sich darauf vor, das Investieren in Kryptowährungen für den Normalbürger einfacher zu machen, da einige der größten Maklerfirmen des Landes Krypto-Investmentfonds und börsengehandelte Produkte auf den Markt bringen.
SBI Securities und Rakuten Securities entwickeln bereits eigene Krypto-Investmentprodukte, während andere große Finanzunternehmen darauf warten, dass die Regierung neue Vorschriften verabschiedet.
Der Schritt könnte die Art und Weise, wie Privatanleger in Japan auf digitale Vermögenswerte wie Bitcoin und Ethereum zugreifen, verändern und es ihnen ermöglichen, über reguläre Wertpapierkonten statt über Krypto-Börsen zu investieren.
Warum stürzen sich japanische Broker auf Krypto-Trusts?
Laut einer aktuellen Umfrage der japanischen Finanzmedienorganisation Nikkei erwägen 11 große Wertpapierfirmen die Einführung von Kryptowährungs-Investmentfonds, sobald der rechtliche Rahmen genehmigt ist.
Zu diesen Unternehmen gehören Nomura Securities, Daiwa Securities, SMBC Nikko Securities, Mizuho Securities und Monex.
Die japanische Finanzdienstleistungsbehörde führt seit einiger Zeit vorläufige Untersuchungen darüber durch, ob Kryptowährungen in das formal regulierte Anlagesystem aufgenommen werden sollen, und die Pläne für ihre Umsetzung rücken nun näher an die Verwirklichung heran.
Die Agentur arbeitet an weiteren Änderungen der Regeln für Investmentfonds und börsengehandelte Fonds. Die Behörde soll die Durchsetzungsverordnung gemäß dem Investment Trust Act bis 2028 aktualisieren, um Kryptowährungen als Vermögenswerte anzuerkennen, die als Investitionen und Investmentfonds betrachtet werden können.
Die Änderung ist wichtig, da Anleger in Japan beim Kauf von Kryptowährungen traditionell Kryptowährungskonten registrieren und digitale Geldbörsen verwalten müssen. Für die meisten Menschen, insbesondere ältere, weniger technikaffine Anleger, war dieser gesamte Prozess schwierig und riskant.
Mit Krypto-Investmentfonds können Menschen genauso wie bei Brokerage-Konten Engagements in Kryptowährungen erwerben, ähnlich wie beim Kauf von Aktien- oder Rentenfonds.
Analysten hoffen, dass solche Verkäufe den Einzelhandelsmarkt im japanischen Kryptosektor erweitern werden.
Schlüsselelemente der Produktentwicklung wird SBI Global Asset Management sein, ein Teil der SBI-Gruppe. Zu den Plänen der Gruppe gehört die Ausgabe von ETFs und Investmentfonds, die an hochliquide Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum gebunden sind.
Mittlerweile entwickelt Rakuten Securities über sein Rakuten Investment Management Produkte über das Ökosystem der Rakuten Group.
Ziel des Unternehmens ist es, Krypto-Investment-Trusts auf Smartphone-Apps zu platzieren und Privatanwender zu erreichen, die bereits traditionelle Investitionen auf ihren Mobiltelefonen verwalten.
Welche Änderungen planen die Regulierungsbehörden?
Die japanische Regierung bereitet außerdem umfassendere Gesetzesänderungen vor, um Investoren für Kryptowährungen stärker anzulocken.
Am 10. April verabschiedete die Regierung einen Gesetzentwurf, der Kryptowährungen offiziell als Finanzprodukte regeln würde. Bei einer Verabschiedung in der laufenden Parlamentssitzung werden die neuen Regelungen im Haushaltsjahr 2027 in Kraft treten.
Ein wesentlicher Teil der vorgeschlagenen Änderungen betrifft die Besteuerung. Derzeit unterliegen Gewinne aus dem Handel mit Kryptowährungen in Japan einem Steuersatz von bis zu 55 %, basierend auf dem Einkommen. Die finanziellen Vorteile und Verluste aus Krypto-Investitionen im Rahmen der vorgeschlagenen Reformen könnten stattdessen pauschal mit 20 % besteuert werden, ähnlich wie bei Aktien und Anleihen.
Branchenbeobachtern zufolge würde es eines der Haupthindernisse für den Eintritt traditioneller Anleger in den Kryptomarkt beseitigen.
Japan gilt seit langem als einer der am stärksten regulierten Kryptomärkte der Welt, doch hohe Steuern haben Händler dazu gedrängt, Plattformen in fernen Ländern zu nutzen.
Das überarbeitete Gesetz würde auch die Anlegerschutzmaßnahmen stärken. Es gibt auch Pläne, die Regeln für die Verwaltung von Vermögenswerten und den Schutz der Sicherheit zu verschärfen, nachdem jahrelang aufsehenerregende Börsen-Hacks stattgefunden haben.
Treuhandbanken und Finanzinstitute, die mit Kryptowährungen umgehen, würden einer genaueren Prüfung und strengeren betrieblichen Anforderungen unterliegen.
Die finanziellen Interessen bereiten sich bereits vor. Die SMBC Group hat eine gruppenübergreifende Task Force zur Untersuchung von Krypto-Investmentprodukten eingerichtet. Auch Asset Management One, eine Einheit der Mizuho Financial Group, hat seine Marktuntersuchung eingeleitet.
Wie schneidet Japan im Vergleich zu den globalen Kryptomärkten ab?
Japans Vorstoß in Richtung regulierter Krypto-Investmentprodukte folgt ähnlichen Entwicklungen in anderen großen Märkten.
Die globale Marktkapitalisierung für Kryptowährungen lag Ende April bei etwa 2,55 Billionen US-Dollar, was zeigt, dass digitale Vermögenswerte trotz der Marktvolatilität weiterhin einen wichtigen Teil des globalen Finanzwesens darstellen.
In den Vereinigten Staaten wurde der Handel mit Spot-Bitcoin-ETFs im Jahr 2024 nach Genehmigung durch die US-Börsenaufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission aufgenommen. Diese Produkte zogen Milliarden von Dollar an Zuflüssen an und trugen dazu bei, die breitere institutionelle Akzeptanz von Krypto-Investitionen voranzutreiben.
Ähnliche Krypto-ETFs sind bereits in Ländern wie Kanada, Hongkong und Australien verfügbar.