Japans Tech-Titanen haben sich gerade zusammengetan, um eine Billionen-Parameter-KI zu entwickeln – und sie ist nicht hier, um zu plaudern

Kurz gesagt
SoftBank, NEC, Honda und Sony beteiligten sich jeweils über 10 % an einem neuen KI-Entwicklungsunternehmen, dem sich Großbanken und Stahlhersteller anschlossen.
Das Billionen-Parameter-Modell des Unternehmens zielt auf physische KI ab – Roboter, autonome Fahrzeuge und Industriemaschinen – und nicht auf Konversations-Chatbots.
Japans staatliche NEDO-Agentur hat über einen Zeitraum von fünf Jahren eine Billion Yen (~6,7 Milliarden US-Dollar) bereitgestellt, wobei japanische Daten im Inland und außerhalb ausländischer Cloud-Infrastruktur gespeichert werden sollen.
Japan ist nicht daran interessiert, das nächste ChatGPT aufzubauen.
Am Sonntag haben SoftBank, NEC, Honda und die Sony Group gemeinsam ein neues Unternehmen mit einem Ziel gegründet: ein Billionen-Parameter-KI-Modell zu entwickeln, das Maschinen und keine Gespräche betreibt.
Der Schritt ist eine direkte Wette auf das, was die Community als „physische KI“ bezeichnet: die Idee, dass die nächste Grenze nicht Sprachmodelle sind, die Ihre E-Mails schreiben, sondern KI-Systeme, die einen Roboterarm steuern, ein Auto fahren oder eine Fabrikhalle betreiben. Japan mit seiner starken industriellen Basis und seiner jahrzehntelangen Robotik-Erbe glaubt, dass es über einen natürlichen Vorsprung verfügt, den das Silicon Valley und Peking nicht einfach nachahmen können.
Berichten zufolge werden SoftBank und NEC die eigentliche KI-Entwicklung leiten. Honda wird die Ergebnisse beim autonomen Fahren einsetzen. Sony bringt Robotik und Gaming-Hardware auf den Markt. Auch Preferred Networks, ein angesehener KI-Entwickler mit Sitz in Tokio, ist beteiligt. Das Unternehmen, das auf Englisch in etwa „Japan AI Foundation Model Development“ bedeutet, plant die Einstellung von rund 100 KI-Ingenieuren, wobei ein SoftBank-Manager zum Präsidenten ernannt wird.
Auch Banken und Stahlhersteller waren anwesend. Nippon Steel, Kobe Steel, MUFG Bank, Sumitomo Mitsui Banking und Mizuho Bank sind alle als Investoren aufgeführt, es handelt sich also um viel mehr als ein einfaches Tech-Startup.
Das staatliche Geld wird über NEDO fließen, eine nationale Forschungs- und Entwicklungsagentur, die ab dem Geschäftsjahr 2026 über einen Zeitraum von fünf Jahren rund 1 Billion Yen – etwa 6,28 Milliarden US-Dollar – für die KI-Unterstützung vorgesehen hat. Die Modellentwicklung der Japan AI Foundation wird voraussichtlich Anwendung finden und gilt als nahezu sichere Wahl.
Japan hat Jahre damit verbracht, seine Daten an die US-amerikanische Cloud-Infrastruktur zu senden und für dieses Privileg zu bezahlen – das sogenannte „digitale Defizit“, das Kapital abgezogen hat und die japanische Industrie von ausländischen Technologie-Stacks abhängig gemacht hat. Das neue Unternehmen möchte, dass KI auf japanischen Daten trainiert wird, in Japan bleibt und nicht OpenAI oder Googles Pipelines speist.
Dies stellt einen deutlichen Kontrast zu den globalen Aktivitäten von SoftBank dar. Das Unternehmen führte die 40-Milliarden-Dollar-Finanzierungsrunde von OpenAI im Jahr 2025 an und steht nun auf der anderen Seite des Tisches – es verankert ein inländisches Modell, das einen Weg unabhängig von demselben amerikanischen KI-Ökosystem aufzeigen soll, das es finanziert hat.
Physische KI gewinnt weltweit an Bedeutung und große Unternehmen beginnen, darauf zu achten. Tesla baut seine eigenen Roboter, OpenAI unterstützt auch KI-/Robotik-Startups und Chinas eigene politische Pläne sehen massive Investitionen in diesem Bereich vor. Anfang dieses Jahres investierte das führende Stablecoin-Unternehmen Tether in das humanoide Robotik-Startup Generative Bionics, das seine Maschinen als „Physical AI“-Systeme vermarktet, die darauf ausgelegt sind, Robotik mit Intelligenz zu verbinden, die die Welt wahrnimmt und in ihr agiert – und nicht nur auf Eingabeaufforderungen reagiert.
Lokalen Berichten zufolge ist das Ziel für praktische physische KI-Anwendungen das Jahr 2030. NEDO begann Ende März mit der Annahme von Vorschlägen für das Förderprogramm – die Uhr läuft also bereits.