Jerome Powell tritt zurück: Was hat er als Fed-Chef erreicht und was hat er falsch gemacht?

Jerome Powell, dessen achtjährige Amtszeit als Fed-Chef zu Ende geht, bereitet sich auf seinen offiziellen Rücktritt am 15. Mai vor.
Powell, ein „unkonventioneller“ Zentralbankgouverneur ohne wirtschaftswissenschaftlichen Hintergrund, erlebte viele kritische Phasen, von der Pandemiekrise bis zur höchsten Inflation seit 40 Jahren, von aggressiven Zinserhöhungen bis hin zu Debatten über die Unabhängigkeit der Zentralbank. Während Powells ersten Amtsjahren verfolgte die Fed eine Politik schrittweiser Zinserhöhungen und Bilanzverkürzungen. Doch im Jahr 2020, als die Pandemie die Weltwirtschaft erschütterte, unterstützte die Fed unter Powells Führung die Märkte durch die Einführung einer Nullzinspolitik, eines unbegrenzten Anleihekaufprogramms und Notkreditmechanismen. Diese Schritte trugen dazu bei, eine Liquiditätskrise im Finanzsystem zu verhindern und eine schwere Rezession in der US-Wirtschaft abzuwenden, wodurch der Grundstein für die anschließende V-förmige Erholung gelegt wurde.
Einer der am meisten kritisierten Aspekte von Powells Amtszeit war jedoch die anfängliche Einschätzung der Inflation als „vorübergehend“. Als die Post-Pandemie-Wirtschaft wieder anlief und fiskalische Konjunkturmaßnahmen umgesetzt wurden, stiegen die Verbraucherpreise in den USA rapide an, sodass die jährliche Inflationsrate im Jahr 2022 9,1 % erreichte, den höchsten Stand seit 40 Jahren. Daraufhin leitete die Fed ihr aggressivstes geldpolitisches Straffungsprogramm seit den 1980er Jahren ein, indem sie die Zinssätze elfmal erhöhte und den Leitzins auf die Spanne von 5,25 bis 5,5 % erhöhte.
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Obwohl sich die Märkte während dieser aggressiven Zinserhöhungen Sorgen über die Möglichkeit einer schweren Rezession machten, gelang es der US-Wirtschaft, die Inflation zu senken, ohne dass es zu einem größeren Rückgang kam. In einem Prozess, der von Ökonomen als „sanfte Landung“ angesehen wird, ging die Inflation deutlich von ihrem Höchststand zurück, während der Arbeitsmarkt relativ stark blieb.
Ein weiterer wichtiger Aspekt von Powells Amtszeit war sein Kampf um den Schutz der Unabhängigkeit der Fed. Powell sah sich insbesondere während der Amtszeit von Donald Trump einem erheblichen öffentlichen Druck ausgesetzt, die Zinssätze zu senken. Darüber hinaus erregte auch die gegen ihn eingeleitete Untersuchung im Zusammenhang mit dem Renovierungsprojekt des Fed-Hauptquartiers im Jahr 2026 Aufmerksamkeit. Dieser Prozess führte dazu, dass mehrere Zentralbanken weltweit seltene gemeinsame Unterstützungserklärungen für Powell abgaben.
Jerome Powell bereitet sich auf die Übergabe seines Amtes vor und hinterlässt ein komplexes Erbe, das von seinen Bemühungen geprägt ist, die hohe Inflation zu bekämpfen und die Wirtschaft stabil zu halten, ohne in eine Rezession zu stürzen.
*Dies ist keine Anlageberatung.