Kevin Warsh übernimmt das Amt des Fed-Vorsitzenden: Was wird sich ändern und wie sind die Prognosen?

Kevin Warsh, der neue Vorsitzende der Fed, trat sein Amt in einer der wirtschaftlich schwierigsten Zeiten an.
FOX-Reporter Charles Gasparino schrieb, Warsh habe sowohl mit der hohen Inflation als auch mit dem Druck von US-Präsident Donald Trump zu kämpfen, die Zinsen zu senken. Die Verbraucherinflation in den USA ist auf Jahresbasis auf 3,8 % gestiegen und hat damit den höchsten Stand seit Mai 2023 erreicht, wobei gestiegene Energiepreise aufgrund des Iran-Konflikts eine wesentliche Rolle bei diesem Anstieg spielen. Die letzte Woche veröffentlichten Daten zeigten, dass die Erzeugerpreise noch stärker stiegen als die Verbraucherpreise. Berichten zufolge beginnen die Anleger an den Terminmärkten wieder, die Möglichkeit von Zinserhöhungen einzupreisen, während die zuvor hohen Erwartungen an Zinssenkungen weitgehend zurückgegangen sind.
Warshs frühere Äußerungen haben ihn zu einem der schärfsten „Inflationsfalken“ innerhalb der Fed gemacht. Nach seinem Ausscheiden aus der Fed im Jahr 2011 wandte sich Warsh einer akademischen Laufbahn zu und kritisierte in seinen Analysen häufig die „lockere Geldpolitik“ von Ben Bernanke, Janet Yellen und Jerome Powell. Warsh argumentiert, dass die Bilanz der Fed reduziert werden sollte, da er davon überzeugt ist, dass jahrelange niedrige Zinsen und eine expansive Geldpolitik die Hauptursache für den heutigen Inflationsdruck sind. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass der Handlungsspielraum für Zinssenkungen aufgrund des aktuellen Umfelds mit hoher Inflation recht begrenzt ist.
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Andererseits hat sich innerhalb des Fed-Vorstands, der über Zinsentscheidungen entscheidet, ein bemerkenswertes Machtgleichgewicht herausgebildet. Es wurde berichtet, dass der von Trump entlassene ehemalige Fed-Chef Powell sein Stimmrecht als Vorstandsmitglied behält. Powell soll außerdem erklärt haben, dass er seinen Posten nicht verlassen werde, bis die Untersuchung seiner Aussage vor dem Kongress bezüglich der Kosten für das neue Gebäude des Fed-Hauptquartiers abgeschlossen sei. Berichten zufolge verzögerte diese Untersuchung zuvor Warshs Ernennungsprozess.
Trumps Entscheidung, Warsh zum Fed-Vorsitzenden zu ernennen und gleichzeitig aggressive Zinssenkungen zu fordern, gilt als einer der größten Widersprüche der neuen Ära. Analysten weisen darauf hin, dass, wenn Warsh Trumps Forderungen folgt und Zinssenkungen umsetzt, dies direkt seinem eigenen langjährigen Ansatz einer straffen Geldpolitik widersprechen würde.
*Dies ist keine Anlageberatung.