Der Arbeitsmarkt verzeichnet ein stetiges Wachstum, da die Beschäftigungszahlen im April die Erwartungen übertreffen und die Arbeitslosenquote stabil bleibt.

Die US-Wirtschaft hat im April 115.000 Arbeitsplätze außerhalb der Landwirtschaft geschaffen und damit die Konsensprognose von rund 65.000 Arbeitsplätzen fast verdoppelt. Die Arbeitslosenquote blieb konstant bei 4,3 %, genau dort, wo sie von Ökonomen erwartet wurde. Das Gesundheitswesen war mit 28.000 neuen Stellen führend, gefolgt von Zuwächsen in den Bereichen Einzelhandel und Freizeit. Der durchschnittliche Stundenlohn stieg im Monatsvergleich lediglich um 0,2 % und lag damit unter dem prognostizierten Anstieg von 0,3 %.
Die Kryptomärkte spürten die Auswirkungen sofort
Bitcoin fiel innerhalb weniger Minuten nach der Veröffentlichung unter 80.000 US-Dollar und erholte sich dann auf rund 80.200 US-Dollar, als die Händler sich neu kalibrierten. Die Gesamtliquidationen im 24-Stunden-Zeitraum rund um den Bericht überstiegen 341 Millionen US-Dollar. Es wurde erwartet, dass der Optionsablauf bei Bitcoin und Ethereum 2 Milliarden US-Dollar übersteigt, was zu einer weiteren Volatilitätsebene zu einer ohnehin schon nervösen Sitzung führt.
Was die Fed beobachtet
Die Schlagzeilenzahl von 115.000 Arbeitsplätzen schreit nach Widerstandsfähigkeit, und die Wahrscheinlichkeit für kurzfristige Zinssenkungen durch die Federal Reserve sank, nachdem die Daten bekannt wurden. Aber ein monatlicher Anstieg des durchschnittlichen Stundenlohns um 0,2 %, der unter dem Konsens von 0,3 % liegt, deutet darauf hin, dass sich die Anspannung auf dem Arbeitsmarkt nicht in einer galoppierenden Lohninflation niederschlägt.
Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe für die Woche bis zum 16. April lagen bei 207.000 und damit unter den erwarteten 215.000. Unterdessen verschlechterte sich die Verbraucherstimmung und die Inflationserwartungen ließen nach.
Was das für Anleger bedeutet
Höhere Treasury-Renditen und ein festerer US-Dollar sind die typischen Nebenprodukte besser als erwarteter Beschäftigungsdaten und beide wirken historisch gesehen als Gegenwind für digitale Vermögenswerte. Die Liquidationen in Höhe von 341 Millionen US-Dollar sind ein Beweis dafür, dass diese Umverteilung schnell und ohne große Vorwarnung erfolgt.
Das fehlende Lohnwachstum bringt ein Gegenargument ins Spiel: Wenn die Inflationserwartungen weiterhin nachlassen, wie Verbraucherumfragen vermuten lassen, könnte die Fed selbst bei einem gesunden Arbeitsmarkt im späteren Jahresverlauf immer noch Spielraum für Kürzungen finden. Die anhaltenden Spannungen im Zusammenhang mit der Iran-Situation haben zu Unsicherheit bei der Preisgestaltung von Risikoanlagen geführt und den Ausblick zusätzlich verschärft.