Weniger als 1 % der Krypto-Projekte veröffentlichen Market-Maker-Deals

Eine neue Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die meisten Kryptoprotokolle Einnahmen generieren, wichtige Anlegerinformationen jedoch nicht offenlegen. Zu den kritischen Lücken zählen Market-Maker-Vereinbarungen und eine strukturierte Anlegerkommunikation.
Wichtige Erkenntnisse
Novora stellte fest, dass 91 % der über 150 Kryptoprotokolle Einnahmen generieren, die Offenlegung jedoch weiterhin begrenzt ist.
<1 % legen Market-Maker-Deals offen, was Risiken bei der Token-Preisgestaltung und der Liquidität birgt.
Nur 9 % übernehmen die Transparenzrahmen für 2025, was auf die Notwendigkeit einer besseren Anlegerberichterstattung hinweist.
Die Transparenz des Krypto-Protokolls bleibt trotz steigender Umsatzdaten zurück
Laut einer neuen Studie von Novora generieren die meisten Kryptowährungsprotokolle messbare Einnahmen, doch nur wenige bieten das Maß an Transparenz, das auf traditionellen Finanzmärkten erwartet wird.
Die Studie, in der mehr als 150 Projekte aus verschiedenen Sektoren untersucht wurden, darunter dezentrale Börsen, Kreditplattformen und Blockchain-Infrastruktur, ergab, dass 91 % der Protokolle nachverfolgbare Einnahmen erzielen. Allerdings stellt nur ein kleiner Teil diese Daten für Anleger zugänglich dar.
Die größte Lücke besteht bei der Offenlegung von Market-Making-Vereinbarungen. Weniger als 1 % der Protokolle liefern Informationen über Vereinbarungen mit Market Makern, obwohl diese einen direkten Einfluss auf die Token-Liquidität und die Preisbildung haben. Bei diesen Vereinbarungen handelt es sich häufig um symbolische Kredite, Anreize oder Optionen, die die Handelsbedingungen erheblich beeinflussen können.
Nur ein Protokoll im Datensatz, Meteora, hat solche Details öffentlich bekannt gegeben und verdeutlicht damit, was der Bericht als kritischen blinden Fleck in der Branche bezeichnet.
Die Ergebnisse deuten auf ein umfassenderes Problem hin: Während Daten vorhanden sind, existiert die Kommunikation nicht. Nur 3 % der Protokolle unterhalten einen speziellen Investor-Relations-Hub, der finanzielle und betriebliche Informationen konsolidiert. Die meisten verlassen sich auf fragmentierte Kanäle wie Blogbeiträge, Governance-Foren oder soziale Medien, was es für Anleger schwierig macht, sich einen klaren Überblick zu verschaffen.
Der Bericht untersuchte auch die Einführung des Blockworks Token Transparency Framework, eines standardisierten Offenlegungsmodells, das im Jahr 2025 eingeführt wurde. Nur 9 % der Protokolle haben es übernommen, wobei sich die Beteiligung auf eine kleine Gruppe dezentraler Finanzprojekte konzentriert. Es wurde festgestellt, dass keine größeren Layer-1- oder Layer-2-Blockchain-Netzwerke das Framework nutzen.
Die Ausrichtung des Token-Halters bleibt ungleichmäßig. Etwa 38 % der Protokolle bieten irgendeine Form der Wertsteigerung, wie z. B. Gebührenteilung, Rückkäufe oder Einsatzprämien. Die Mehrheit, 62 %, gewährt Governance-Rechte ohne direkten wirtschaftlichen Nutzen, eine Struktur, die bei großen Blockchain-Netzwerken häufiger vorkommt als bei handelsorientierten Plattformen.
Die Branchenunterschiede sind ausgeprägt. Bei Perpetual-Trading-Protokollen ist es wahrscheinlicher, dass die Einnahmen mit den Benutzern geteilt werden, während Basisschicht-Netzwerke tendenziell hinterherhinken, wenn es darum geht, finanzielle Anreize zu bieten, die an den Besitz von Token gebunden sind.
Trotz dieser Mängel ist die zugrunde liegende Dateninfrastruktur weitgehend vorhanden. Die meisten Protokolle werden über mehrere Analyseplattformen hinweg verfolgt, darunter Token Terminal, Dune und Defillama, was eine detaillierte Finanzanalyse ermöglicht. Das Problem, so der Bericht, sei nicht die Verfügbarkeit, sondern die Präsentation.
Connor King, Gründer von Novora, kommentierte auf
Da das institutionelle Interesse an digitalen Vermögenswerten zunimmt, könnte das Fehlen einer standardisierten Offenlegung zu einem Hindernis werden. Anleger, die an traditionelle Märkte gewöhnt sind, erwarten oft eine klare Berichterstattung über Einnahmen, Governance und Vertragsvereinbarungen.
Die Studie argumentiert, dass eine Verbesserung der Anlegerkommunikation eine kostengünstige Möglichkeit für Protokolle sein könnte, Kapital anzuziehen. Wer in strukturierte Berichterstattung und Transparenz investiert, könnte sich mit zunehmender Marktreife einen Vorteil verschaffen.
Derzeit stellt der Kryptosektor ein Paradoxon dar: eine datenreiche Umgebung mit begrenzter Klarheit. Bis sich diese Lücke schließt, werden viele Anleger weiterhin mit unvollständigen Informationen auf dem Markt navigieren.