Inhaltsverzeichnis: Die Aktien von ASML stürzten um 1,99 % ab, nachdem Bloomberg News bekannt gegeben hatte, dass Handelsminister Howard Lutnick Gespräche mit den Top-Führungskräften des Unternehmens über mögliche Verstöße gegen Halbleiter-Exportbeschränkungen geführt habe. Die zentrale Sorge besteht darin, ob eines der fortschrittlichsten Chipherstellungswerkzeuge von ASML illegal auf chinesisches Territorium gelangt ist. ASML Holding N.V., ASML Die Gespräche zwischen Lutnick und dem ASML-Management konzentrierten sich auf die extrem ultravioletten Lithographiesysteme des Unternehmens – allgemein als EUV-Maschinen bezeichnet. Diese stellen den Gipfel der Halbleiterfertigungstechnologie dar und unterliegen strengen internationalen Kontrollen. Der in den Niederlanden ansässige Gerätehersteller reagierte schnell und entschlossen. Laut einer an Reuters per E-Mail übermittelten Erklärung erklärte das Unternehmen: „ASML hat noch nie eine EUV-Maschine nach China geliefert, noch haben wir irgendwelche Komponenten, Module oder Geräte nach China geliefert, die speziell für den Einsatz in einer EUV-Maschine entwickelt wurden.“ Diese kategorische Ablehnung lässt wenig Interpretationsspielraum. Das Unternehmen betonte außerdem sein Engagement für die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und erklärte, es habe „sein Geschäft konsequent an alle Entwicklungen bei den Exportkontrollen angepasst, um allen neuen Vorschriften zu entsprechen“, und wies alle Vorwürfe der Nichteinhaltung chinesischer Exporte zurück. Zum Kontext zur Größenordnung: Die hochmodernen EUV-Systeme von ASML sind in der Größe mit einem Schulbus vergleichbar und bringen 180 Tonnen auf die Waage. Der unbefugte Transport solcher Geräte würde erhebliche logistische Herausforderungen mit sich bringen. Die Vereinigten Staaten haben ihre Rahmenbedingungen für den Halbleiterexport schrittweise gestärkt. Im vergangenen April führten die Gesetzgeber ein Gesetz ein, das die verbündeten Nationen dazu verpflichten soll, ihre Exportkontrollpolitik an amerikanische Standards anzupassen – und dabei insbesondere auf Chinas fortschrittliche Halbleiterproduktionskapazitäten abzielt. Die Technologie von ASML wurde im Gesetzesvorschlag ausdrücklich erwähnt, was die entscheidende Rolle des niederländischen Herstellers im anhaltenden technologischen Wettbewerb zwischen Weltmächten hervorhebt. Weder das Handelsministerium noch Vertreter des Weißen Hauses gaben sofort einen Kommentar ab, als Reuters außerhalb der Geschäftszeiten Kontakt aufnahm. Der breitere Kontext verleiht diesen Entwicklungen zusätzliche Bedeutung. Im vergangenen Dezember dokumentierte Reuters, dass chinesische Forscher erfolgreich einen Prototyp eines EUV-Systems erstellt haben, der von Ingenieuren mit ASML-Erfahrung zusammengestellt wurde. Beobachter bezeichneten diese Initiative als Chinas Halbleiteräquivalent zum Manhattan-Projekt – eine umfassende landesweite Anstrengung zur Erreichung der Selbstversorgung in der fortschrittlichen Chipproduktion ohne Abhängigkeit von westlichen Technologieanbietern. Diese Entwicklung verstärkt wahrscheinlich Washingtons Besorgnis. Da China bereits eigene EUV-Fähigkeiten unter Nutzung früherer ASML-Expertise anstrebt, bestehen natürlich Bedenken hinsichtlich eines möglichen Zugangs zu kommerziell hergestellter Ausrüstung. In der ersten Berichterstattung von Bloomberg wurde weder angegeben, wie die Ausrüstung auf chinesisches Territorium gelangt sein könnte, noch wurden konkrete Beweise für einen solchen Transfer vorgelegt. Die Geschichte stützte sich auf ungenannte Quellen mit Kenntnis der Situation. Die in Amsterdam notierten ASML-Aktien (ASML.AS) fielen nach den Nachrichten um 1,68 %, während die in den USA gehandelten Aktien um 1,99 % fielen. Der Bericht erschien am 18. Juni, und Reuters bestätigte anschließend wichtige Details durch die offizielle Stellungnahme von ASML.

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