Ex-Ethereum-Entwickler warnt vor drohender Finanzierungskrise
ETHEREUM

Ex-Ethereum-Entwickler warnt vor drohender Finanzierungskrise

3 min read

Ein ehemaliger Mitarbeiter der Ethereum Foundation hat gewarnt, dass das Entwicklungsökosystem von Ethereum innerhalb der nächsten drei bis neun Monate mit einer Finanzierungskrise konfrontiert sein könnte. Dies wirft Bedenken hinsichtlich der Fähigkeit des Netzwerks auf, weiterhin große Upgrades und langfristige Innovationen bereitzustellen.

Trent VanEpps, der von 2021 bis 2026 bei der Ethereum Foundation arbeitete, sagte, Ethereum könnte auf eine „langsam brennende Finanzierungskrise“ zusteuern. Er erklärte, dass dies geschehen werde, da wichtige Finanzierungsquellen allmählich versiegen.

Seiner Meinung nach geht das Problem über eine vorübergehende Haushaltslücke hinaus. Es weist auf tiefere strukturelle Herausforderungen im Zusammenhang mit der Art und Weise hin, wie Ethereum seine Hauptbeitragszahler finanziert und unterstützt.

Warum die Finanzierung zum Problem wird

VanEpps schätzt, dass das Kernentwicklungsökosystem von Ethereum etwa 30 Millionen US-Dollar pro Jahr benötigt, um Kundenteams, Forscher, Koordinatoren und Protokollentwickler zu unterstützen. Er argumentierte, dass dies angesichts der Größe des Netzwerks relativ geringe Kosten seien. Darüber hinaus verfügen diese Teams über beträchtliche Ressourcen.

Allerdings setzen zwei große Veränderungen die Finanzierung unter Druck.

Erstens hat die Ethereum Foundation ihre Ausgaben reduziert. Im Jahr 2025 führte die Stiftung einen Treasury-Plan ein, der darauf abzielt, die jährlichen Ausgaben bis 2030 von 15 % auf etwa 5 % zu senken. Dadurch sollen die verbleibenden Mittel geschont werden.

Zweitens lief das Client Incentive Program (CIP) von Ethereum, eine vierjährige Initiative, die dazu beitrug, Kundenteams durch Einsatzprämien zu finanzieren, im April 2026 aus. Bisher wurde kein Ersatzprogramm angekündigt.

Laut VanEpps könnten diese Änderungen dazu führen, dass wichtige Entwicklungsteams in den kommenden Monaten keine stabile Finanzierung mehr haben.

Die Herausforderung der „Subtraktion“

Ein großer Teil der Diskussion dreht sich um die langjährige Philosophie der Ethereum Foundation namens „Subtraktion“.

Anstatt zum permanenten Machtzentrum zu werden, möchte die Stiftung, dass Ethereum darüber hinaus wächst. Letztendlich soll das Netzwerk auf ein breiteres Ökosystem unabhängiger Organisationen zurückgreifen.

Während VanEpps sagte, dass dieser Ansatz erfolgreich kommuniziert habe, dass die Stiftung Ethereum nicht für immer kontrollieren wolle, argumentierte er, dass das Ökosystem Schwierigkeiten gehabt habe, viele der Rollen zu ersetzen, die die Stiftung immer noch spielt.

Trotz ihrer Bemühungen, sich zurückzuziehen, verfügt die Ethereum Foundation durch ihre Marke, ihr Finanzministerium, ihre Forschungsteams, Ethereum.org und Großveranstaltungen wie Devcon immer noch über erheblichen Einfluss. Außerdem besteht eine enge Verbindung zu Vitalik Buterin.

Das nächste Kapitel von Ethereum

VanEpps verwies auf eine aktuelle Aussage von Buterin, der sagte, die Ethereum Foundation sei nie dazu gedacht, der ständige Verwalter des Netzwerks zu sein.

Das bedeutet, dass wahrscheinlich neue Institutionen, Finanzierungsmodelle und Governance-Strukturen entstehen müssen, wenn Ethereum in die nächste Phase eintritt.

Ohne konsequente Finanzierung warnte VanEpps, dass Ethereum erfahrene Entwickler verlieren könnte. Darüber hinaus würde es den Fortschritt bei wichtigen Herausforderungen wie Skalierung und Quantenwiderstandsforschung verlangsamen. Es besteht auch die Gefahr, dass das Unternehmen seinen Ruf in puncto Zuverlässigkeit schädigt.

Seine Botschaft war letztlich ein Aufruf an die Ethereum-Community, jetzt mit dem Aufbau nachhaltiger Finanzierungsmechanismen und neuer Institutionen zu beginnen. Er warnte davor, zu warten, bis die Auswirkungen der Unterinvestition ein oder zwei Jahre später sichtbar werden.