Die Strafverfolgungsbehörde hat eine Strafanzeige in einem Kryptowährungsbetrugsfall eingereicht, bei dem es um mehr als 20 Millionen US-Dollar an gestohlenen digitalen Vermögenswerten ging, und hat Vermögenswerte im Wert von etwa INR 64,55 Crore (ca. 6,83 Millionen US-Dollar) im Zusammenhang mit den mutmaßlichen Erträgen aus Straftaten gepfändet.
Nach Angaben der Agentur werden in der Beschwerde Chirag Tomar, Pankaj Tomar, Kushagra Shakya, Akash Vaish, Rahul Anand, Ketan Luthra, Tomar Group of Industries Private Limited und Exahomes Realtors genannt. Der Fall geht auf Vorwürfe zurück, dass Kryptowährungsinvestoren durch gefälschte Websites getäuscht wurden, die der in den USA ansässigen Kryptobörse Coinbase ähneln sollten.
Die Ermittler behaupteten, dass Chirag Tomar, der sich derzeit in den USA in Haft befindet, eine zentrale Rolle in dem Plan gespielt habe. Die Agentur sagte, Beweise und Einzelheiten zum Fall seien im Rahmen der Untersuchung von US-Behörden über Kanäle des Rechtshilfeabkommens eingeholt worden.
Die Behörden behaupteten, die Gruppe habe betrügerische Websites erstellt, die Coinbase ähneln, und diese genutzt, um Anmeldeinformationen und Authentifizierungsdaten von ahnungslosen Benutzern zu sammeln. Nach Erhalt des Zugriffs wurden die Kryptowährungsbestände angeblich von den Konten der Opfer auf die vom Angeklagten kontrollierten Wallets übertragen.
US-Verurteilung im Zusammenhang mit Coinbase-Spoofing-Plan
Gerichtsakten in den Vereinigten Staaten zeigen, dass Tomar im Dezember 2023 vom Federal Bureau of Investigation am Flughafen Atlanta verhaftet wurde. Später bekannte er sich der Verschwörung zum Kabelbetrug schuldig und wurde zu 60 Monaten Gefängnis verurteilt, gefolgt von zwei Jahren Freilassung unter Aufsicht.
US-Staatsanwälte hatten behauptet, dass die Operation mindestens ab Juni 2021 lief und über gefälschte Coinbase-Websites Opfer in den Vereinigten Staaten und anderen Ländern ins Visier nahm. Gerichtsakten zufolge nutzten die Betrüger Domains, die dazu gedacht waren, die Dienste von Coinbase zu imitieren, darunter eine gefälschte Version der Coinbase Pro-Plattform der Börse.
Die Staatsanwälte behaupteten außerdem, dass die Mitglieder des Plans sich als Kundenbetreuer von Coinbase ausgaben und in einigen Fällen Remote-Desktop-Software nutzten, um Zugriff auf die Konten der Opfer zu erhalten. Berichten zufolge hat ein Opfer in North Carolina im Februar 2022 mehr als 240.000 US-Dollar verloren.
Die US-Behörden sagten, dass der Plan Hunderten von Opfern Kryptowährungen im Wert von über 20 Millionen US-Dollar gestohlen habe. Gerichtsdokumente behaupteten weiter, dass ein Teil des Erlöses für Luxusfahrzeuge und internationale Reisen, darunter Reisen nach Dubai, ausgegeben wurde.
ED führt mutmaßliche Krypto-Erlöse auf Vermögenswerte in Indien zurück
Indische Ermittler behaupteten, dass die Vermögenswerte nach dem Diebstahl der Kryptowährung über mehrere Wallets verschoben und in andere virtuelle digitale Vermögenswerte umgewandelt wurden, um die Transaktionsspur zu verschleiern.
Die Agentur sagte, die Gelder seien schließlich durch Peer-to-Peer-Transaktionen in indische Währung umgewandelt und auf Bankkonten weitergeleitet worden, die mit Chirag Tomar und anderen beschuldigten Personen verbunden seien.
Der Untersuchung zufolge wurden diese Gelder dann angeblich zum Erwerb von Immobilien und anderen Vermögenswerten in Indien verwendet.
Die Klage der Staatsanwaltschaft kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die indischen Behörden die Aufsicht über den Bereich digitaler Vermögenswerte im Rahmen des Gesetzes zur Verhinderung von Geldwäsche weiter verschärfen.
Nach den von der Financial Intelligence Unit durchgesetzten Regeln sind Kryptowährungsbörsen und andere Anbieter virtueller Vermögenswerte verpflichtet, Kundendaten zu führen, „Know Your Customer“-Prüfungen durchzuführen und verdächtige Transaktionen zu melden.
Das Enforcement Directorate fungiert als eine der wichtigsten Behörden, die für die Untersuchung mutmaßlicher Geldwäsche im Zusammenhang mit digitalen Vermögenswerten zuständig sind.
