Polymarket hat eine millionenschwere Werbevereinbarung mit dem Streamer Adin Ross abgeschlossen, wie aus einer Untersuchung des Wall Street Journal hervorgeht. Der Deal stellt die 25-jährige Internet-Persönlichkeit an die Spitze der Marketingoffensive von Polymarket. Investoren und Kryptoanalysten prüfen nun die Partnerschaft auf mögliche Auswirkungen auf den Markt.
Deal-Struktur und Werbestrategie
Adin Ross verfügt über eine Follower-Basis, die in die Millionen geht und jede Woche etwa dreißig Minuten für Livestream-Sitzungen aufwendet, in denen er durch die Plattform von Polymarket scrollt und potenzielle Trades kommentiert. Polymarket beauftragte seinen Marketingauftragnehmer Virality mit der Einbettung von Werbeinhalten in Dutzende von Ross-Videos. Die Vereinbarung nutzt den Einfluss von Ross, um Krypto-Investoren anzuziehen und den Plattformverkehr anzukurbeln.
Insider-Informationsinhalt
In mindestens fünf der Videos beschreibt Ross Methoden, mit denen Insiderinformationen für den Handel auf Polymarket ausgenutzt werden könnten. Darüber hinaus ergab die Untersuchung, dass Polymarket Content-Ersteller dafür entlohnte, mindestens 19 Videos zu produzieren, die zeigen, wie der Markt mithilfe vertraulicher Daten oder anderer Taktiken manipuliert werden kann. Während in den Clips potenzielle Missbräuche thematisiert werden, gibt es keine Hinweise darauf, dass Ross selbst illegalen Handel betrieben hat.
Regulierungs- und Branchenperspektive
Die Gegenüberstellung von bezahlter Werbung und Diskussionen über Insider-Taktiken schafft eine heikle Geschichte für ein Unternehmen, das kürzlich versucht hat, sich von solchen Vorwürfen zu distanzieren. Pierre Lindh, Mitbegründer der iGaming-Mediengruppe Next.io, betonte, dass die Episode umfassendere Bedenken im Blockchain- und Kryptosektor hinsichtlich der Marktintegrität widerspiegele. Aufsichtsbehörden und Investoren werden wahrscheinlich die Preisbewegungen von Polymarket beobachten, während sich die Geschichte weiterentwickelt.
