Inhaltsverzeichnis Die globalen Märkte haben Anzeichen eines nachlassenden Energiedrucks begrüßt, nachdem berichtet wurde, dass die Straße von Hormus wieder für Ölströme geöffnet werden könnte. Doch ein separates Inflationsrisiko gewinnt an Aufmerksamkeit, da sich die Knappheit an Speicherchips im gesamten Technologiesektor verschärft. Steigende Kosten für DRAM- und NAND-Produkte wirken sich allmählich auf die Hardware-Lieferketten, die Cloud-Infrastruktur und die Ausgaben für Unternehmenstechnologie aus. Die Entwicklung hat den Inflationsaussichten, die bereits Bedenken hinsichtlich der Lebensmittel- und Energieversorgung beinhalten, eine weitere Variable hinzugefügt. Eine von Binance Research veröffentlichte Studie zeigt einen starken Anstieg der Speicherpreise im vergangenen Jahr. Dem Bericht zufolge sind die DRAM-Preise etwa um das Sechsfache gestiegen, da die Infrastruktur für künstliche Intelligenz einen wachsenden Anteil der fortschrittlichen Speicherproduktion verbraucht. Die Verschiebung hat die Nachfrage auf Speicher mit hoher Bandbreite, Server-DRAM und Enterprise-Solid-State-Laufwerke konzentriert. Dadurch bleiben weniger Speicherkomponenten für die Unterhaltungselektronik verfügbar. Binance Research schätzt, dass selbst bei einer Ausweitung der Speicherproduktionskapazität um fast 30 % bis 2027 Engpässe bestehen bleiben könnten. Der Bericht prognostiziert für diesen Zeitraum eine Lücke von 15 % bei der PC-Speicherversorgung und eine Lücke von 12 % bei der Speicherverfügbarkeit von Smartphones. Während Unterhaltungselektronik in den Inflationsindizes eine relativ geringe Gewichtung hat, weist der Bericht auf weitreichendere Konsequenzen hin. Höhere Speicherkosten können die Produktionskosten für Technologieunternehmen erhöhen und die Betriebskosten für Cloud-Dienste erhöhen. Dieser Druck kann sich auch auf Gerätespezifikationen und Produktaktualisierungszyklen auswirken. Unternehmen, die mit höheren Komponentenkosten konfrontiert sind, passen häufig ihre Hardwareangebote an oder verzögern Neueinführungen. Der Bericht beschreibt Speicherknappheit als ein strukturelles Versorgungsproblem und nicht als eine vorübergehende Störung. Der Bau und die Qualifizierung neuer Fertigungsanlagen erfordert jahrelange Investitionen und Tests, bevor die Produktion den Maßstab erreicht. 1/„Chipflation“: Die Geschichte der Inflation Die Märkte unterschätzen das gerade abgeschlossene Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran. Hormuz öffnet am Freitag wieder. Öl wird wieder fließen. Die Märkte feiern das Ende eines Inflationsproblems. Sie vermissen die beiden, die es nicht sind. Energie. Essen. Und jetzt – Speicherchips. Drei… pic.twitter.com/WZYd1tN7AN – Binance Research (@BinanceResearch) 15. Juni 2026 Laut Binance Research könnte das DRAM-Angebot bis 2026 um etwa 17 % unterversorgt bleiben. Das Ungleichgewicht könnte im Jahr 2027 trotz zusätzlicher Produktionskapazitäten bei nahezu 15 % anhalten. Die NAND-Speichermärkte sind mit ähnlichen Bedingungen konfrontiert. Die Untersuchungen deuten darauf hin, dass die Knappheit bis 2028 anhalten könnte, da das Nachfragewachstum das verfügbare Angebot übersteigt. Zudem herrscht in der Branche ein hohes Maß an Konzentration. Binance Research schätzt, dass Samsung, SK Hynix und Micron zusammen etwa 90 % der weltweiten gesamten DRAM-Produktion und der gesamten aktuellen Produktion von Speicher mit hoher Bandbreite produzieren. Große Cloud-Anbieter reagierten mit dem Abschluss mehrjähriger Lieferverträge. Diese Verträge können auch das Angebot anderer Käufer verringern und aktuelle Lieferengpässe verstärken. Der Bericht verknüpft diese Entwicklungen mit der Gesamtabsicht der Geldpolitik. Wenn die angebotsbedingte Inflation anhält, könnte es schwieriger werden, die Zinssätze wieder zu senken, insbesondere wenn Technologie, Energie und Nahrungsmittel unter Druck stehen. Eine engere Liquiditätslage ist in der Regel ein kurzfristiges Problem für die Märkte für digitale Vermögenswerte. Allerdings sind inflationsbezogene Narrative im Zusammenhang mit Bitcoin und anderen Krypto-Assets immer noch lebendig, während Anleger die sich verändernden makroökonomischen Risiken im Auge behalten.

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