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Die Aktie von Oracle (ORCL) stürzt trotz Rekord-KI-Rückstands um 29 % ab – ist das eine Kaufgelegenheit?

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cryptonewstrend.com
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Die Aktie von Oracle (ORCL) stürzt trotz Rekord-KI-Rückstands um 29 % ab – ist das eine Kaufgelegenheit?

Inhaltsverzeichnis Die Marktleistung von Oracle in diesem Jahr hat sich zu einem der verwirrendsten Narrative der Wall Street entwickelt. Während die fundamentalen Kennzahlen robust erscheinen – steigende Umsätze und eine riesige Vertragspipeline – haben die Aktien seit Anfang Januar fast ein Drittel ihres Wertes verloren. Die Trennung hat unter Marktbeobachtern heftige Debatten ausgelöst. Oracle Corporation, ORCL Der Unternehmenssoftwareriese erzielte im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 einen Umsatz von 17,2 Milliarden US-Dollar, was einem Anstieg von 21,7 % gegenüber dem Vorjahr entspricht und die Wall Street-Prognose von 16,91 Milliarden US-Dollar übertraf. Der bereinigte Gewinn pro Aktie erreichte 1,79 US-Dollar und übertraf damit die Konsensschätzung von 1,71 US-Dollar. Das Management erhöhte außerdem seine Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2027 auf 90 Milliarden US-Dollar. Der Vertragsrückstand zeichnet ein noch überzeugenderes Bild. Die verbleibenden Leistungsverpflichtungen von Oracle stiegen bis März 2026 auf 553 Milliarden US-Dollar und stiegen damit deutlich gegenüber dem nur ein halbes Jahr zuvor gemeldeten Wert von 455 Milliarden US-Dollar. Dies stellt ein außerordentliches Volumen an engagiertem Zukunftsgeschäft dar. Doch die Marktreaktion erzählt eine andere Geschichte. Oracle hat bekannt gegeben, dass die Investitionsausgaben im Geschäftsjahr 2026 50 Milliarden US-Dollar erreichen werden – was mehr als einer Verdoppelung gegenüber dem vorangegangenen Geschäftsjahr entspricht. Das Management kündigte außerdem Pläne an, weitere 50 Milliarden US-Dollar durch kombinierte Schuldtitelemissionen und Eigenkapitalerhöhungen zu sichern, um den Ausbau der Cloud-Infrastruktur zu finanzieren. Die Schuldenlast des Unternehmens belief sich im Dezember 2025 bereits auf nahezu 100 Milliarden US-Dollar. Dies stellt eine erhebliche finanzielle Verpflichtung dar. Marktteilnehmer prüfen die Kennzahlen zur Cash-Generierung genau und sind sich darüber im Klaren, dass sich die Investitionserträge aus diesen Infrastruktureinrichtungen über einen längeren Zeitraum hinweg schrittweise einstellen werden. Melius-Analyst Ben Reitzes stufte die Aktie im Februar auf „Halten“ herab und legte ein Kursziel von 160 US-Dollar fest. Gleichzeitig vertrat er die Auffassung, dass Oracle Bewertungsmultiplikatoren verdient, die näher an Infrastrukturanbietern als an traditionellen Softwareunternehmen liegen – insbesondere angesichts der Erwartungen für eine begrenzte Generierung freier Cashflows bis in die 2030er Jahre, was die Rechtfertigung für Premium-Bewertungen im Softwaresektor untergräbt. Um die Bedenken der Anleger noch zu verstärken, kündigte Oracle den Abbau von etwa 30.000 Mitarbeitern durch Massenkommunikation an, eine Entscheidung, die möglicherweise die unmittelbaren Betriebskosten senkt, aber Fragen hinsichtlich der betrieblichen Umsetzung und der Stimmung der Mitarbeiter aufwirft. Nicht alle Analysten teilen diesen pessimistischen Ausblick. JPMorgan hat Oracle im März auf „Übergewichten“ hochgestuft und ein Kursziel von 210 US-Dollar festgelegt, den Ausverkauf als „drastisch“ bezeichnet und darauf hingewiesen, dass sich das Risiko-Ertrags-Profil stärker verbessert hat, als sich die tatsächlichen Geschäftsgrundlagen verschlechtert haben. Die Mizuho-Analystin Siti Panigrahi behielt ihre Kaufempfehlung bei, reduzierte jedoch ihr Preisziel von 400 auf 320 US-Dollar und betonte, dass die Cloud-Infrastruktur von Oracle für die Konkurrenz eine große Herausforderung darstelle. Sie erkannte auch einen sich entwickelnden Trend bei der Implementierung von künstlicher Intelligenz in Unternehmen: Unternehmen bevorzugen zunehmend die Bereitstellung von KI-Funktionen dort, wo sich ihre Daten derzeit befinden, anstatt Datensätze auf alternative Plattformen zu migrieren, eine Dynamik, die der Positionierung von Oracle zugute kommt. Jackson Ader von KeyBanc behielt die Einstufung „Übergewichtet“ mit einem Ziel von 300 US-Dollar bei und charakterisierte Oracle als umfassende Investition in künstliche Intelligenz, die Infrastrukturschichten, Anwendungssoftware und Datenmanagement umfasst. Die kürzlich eingeführten Fusion Agentic Applications des Unternehmens – konzipiert für Finanzen, Personalwesen, Lieferkettenmanagement und Kundenerlebnisfunktionen – stellen einen Eckpfeiler dieser Investitionsthese dar. Was Insider-Transaktionen anbelangt, veräußerte Executive Vice President Douglas Kehring im Januar 35.000 Aktien zu einem Preis von etwa 194,89 US-Dollar pro Aktie und reduzierte damit seinen Anteil um etwa 51 %. CEO Clayton Magouyrk verkaufte im Februar 10.000 Aktien für 155,23 US-Dollar. Unternehmensinsider kontrollieren gemeinsam 40,9 % der ausstehenden Aktien. Beim Handel Anfang April eröffnete ORCL bei 138,00 $, deutlich unter seinem 52-Wochen-Höchstwert von 345,72 $ und nahe seinem 52-Wochen-Tief von 121,24 $. Das Konsenskursziel der Wall Street liegt bei 260,71 US-Dollar, was auf ein beträchtliches Aufwärtspotenzial hindeutet – vorausgesetzt, die optimistischen Analystenprognosen hinsichtlich des Cashflow-Timings erweisen sich als zutreffend.