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Regulatorische Umwälzung: US-Aufsichtsbehörde will den Weg zur Markteinführung neuer Notierungen optimieren

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Regulatorische Umwälzung: US-Aufsichtsbehörde will den Weg zur Markteinführung neuer Notierungen optimieren

Die Securities and Exchange Commission bereitet sich darauf vor, die Regeln für den Börsengang von Unternehmen neu zu schreiben. Es ist die ehrgeizigste Überarbeitung der Offenlegungspflichten bei Börsengängen seit etwa 20 Jahren und könnte die Pipeline für Start-ups, Technologiefirmen und ja, Unternehmen für digitale Vermögenswerte, die an US-Börsen notieren möchten, neu gestalten.

SEC-Vorsitzender Paul Atkins drängt auf einen Rahmen, in dem Offenlegungspflichten auf „finanzielle Wesentlichkeit“ abgestimmt und an die Größe und Reife des an die Börse gehenden Unternehmens angepasst werden.

Was ändert sich eigentlich?

Die aktuellen Schwellenwerte für die Offenlegung von Börsengängen wurden seit 2005 nicht aktualisiert. Das bedeutet, dass ein Unternehmen mit einem Umsatz von 10 Millionen US-Dollar und ein Unternehmen mit 10 Milliarden US-Dollar bei der Notierung von Aktien im Wesentlichen identischen regulatorischen Hürden gegenüberstehen. Atkins möchte diesen Einheitsansatz beenden.

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Die Regelsetzungsagenda der SEC soll bis zum Frühjahr 2026 abgeschlossen sein, obwohl Teile des neuen Rahmenwerks bereits im nächsten Jahr mit der Einführung beginnen könnten.

Einer der konkreteren Vorschläge betrifft die Ausweitung der IPO-„On-Ramp“, die im Rahmen des JOBS Act 2012 eingeführt wurde. Diese Bestimmung ermöglichte es neu börsennotierten Unternehmen, für einen begrenzten Zeitraum nach ihrem Börsengang mit einer reduzierten Offenlegungslast zu operieren. Atkins möchte diese Schonfrist über den aktuellen Zeitraum von einem Jahr nach dem Börsengang hinaus verlängern, um frisch börsennotierten Unternehmen mehr Spielraum zu geben, bevor sie der vollen Berichterstattung über öffentliche Unternehmen ausgesetzt sind.

Ein weiteres Schlüsselelement ist die Entwicklung hin zu einer auf Wesentlichkeit basierenden Offenlegung. Anstatt von jedem Unternehmen zu verlangen, jedes Kästchen auf einer umfangreichen Offenlegungs-Checkliste anzukreuzen, möchte die SEC den Unternehmen ermöglichen, sich auf Informationen zu konzentrieren, die für Anleger für ihr spezifisches Geschäft tatsächlich von Bedeutung sind.

Der Krypto-Aspekt

Die SEC hat am 24. Januar 2024 neue SPAC-Regeln eingeführt, die die Offenlegungspflichten für Zweckgesellschaften erhöhen und SPAC-Transaktionen enger an traditionelle Börsengänge anpassen. Dieser Schritt schloss effektiv eine Hintertür, die viele Unternehmen, darunter auch Kryptofirmen, genutzt hatten, um mit weniger Kontrolle an die Börse zu gehen. Jetzt scheint die SEC die Haustür wieder zu öffnen, indem sie traditionelle Börsengänge weniger bestrafend macht.

Atkins‘ Schwerpunkt auf der Anpassung von Regeln an „technologieorientierte Unternehmen“ liest sich als direkte Anspielung auf die Digital-Asset-Branche.

Was das für Anleger bedeutet

Reduzierte Offenlegungspflichten, auch wenn sie theoretisch sinnvoll sind, bedeuten, dass Anleger im Vorfeld weniger Informationen erhalten. Eine auf Wesentlichkeit basierende Offenlegung ist nur so gut wie die Beurteilung des Unternehmens darüber, was als wesentlich gilt.

Die SEC hat eine lange Tradition darin, ehrgeizige Reformen vorzuschlagen, die jedoch während der Kommentierungsfrist verwässert, verzögert oder ganz auf Eis gelegt werden. Das Frühjahr 2026 ist das Ziel, aber Anleger sollten auf konkrete Regelvorschläge und öffentliche Kommentierungsfristen als die eigentlichen Meilensteine ​​achten.