Südkorea nimmt im Zuge einer groß angelegten Anti-Phishing-Maßnahme den Ermessensspielraum der Börse weg

Südkoreas Finanzaufsichtsbehörden haben allen inländischen Krypto-Börsen angeordnet, ein einziges, strenges System zur Verzögerung von Abhebungen einzuführen, um einen Anstieg von Voice-Phishing-Betrügereien zu verhindern, die auf Geschwindigkeit basieren.
Lokale Nachrichtenagenturen berichten, dass die Financial Services Commission und der Financial Supervisory Service die neuen Regeln bekannt gegeben haben, mit denen die Ermessensspielräume gestrichen werden, die es den Benutzern einst ermöglichte, Haltefristen zu umgehen.
In der Vergangenheit legten Plattformen ihre eigenen Ausnahmen fest, um den Handel schnell zu halten. Betrügergruppen haben diese Regeln gelernt und den Opfern beigebracht, sie zu umgehen.
Voice-Phishing-Betrügereien drängen Opfer häufig dazu, Bargeld in Krypto umzuwandeln und es innerhalb von Minuten zu versenden. Eine Verzögerung, auch nur von kurzer Dauer, kann den Betrug unterbrechen, indem sie den Opfern Zeit zum Umdenken gibt oder zulässt, dass Warnungen auftauchen, bevor Gelder ein Konto verlassen.
Nach dem neuen System müssen Börsen bei der Überprüfung von Auszahlungsausnahmen dieselben Kriterien anwenden. Dazu gehören der Kontoverlauf, Transaktionsmuster und plötzliche Verhaltensänderungen. Beamte gehen davon aus, dass sich weniger als 1 % der Nutzer für sofortige Abhebungen qualifizieren. Plattformen müssen außerdem die Identitätsprüfung verschärfen und die Geldflüsse genauer überwachen.
Der Schritt markiert einen Übergang von branchengeführten Schutzmaßnahmen hin zu einem nationalen Standard.
In anderen Märkten wie den USA und Europa sind Auszahlungsbeschränkungen üblich, werden jedoch von den einzelnen Unternehmen festgelegt. Bei einigen Börsen können Benutzer sogar eigene Zeitsperren festlegen, um unerwünschte Abhebungen zu verhindern.
Die südkoreanischen Aufsichtsbehörden reagierten nicht sofort auf die Bitte von CoinDesk um weitere Kommentare.