Sui vs. Near: Wie zwei Blockchain-Netzwerke unterschiedliche Wege zu einer skalierbaren Infrastruktur einschlagen

Inhaltsverzeichnis Sui und Near sind zwei Blockchain-Netzwerke, die beide einen hohen Durchsatz, niedrige Gebühren und horizontale Skalierbarkeit versprechen. Sie werden häufig als Konkurrenten in derselben Kategorie zusammengefasst. Ihre zugrunde liegenden Architekturen spiegeln jedoch sehr unterschiedliche Annahmen darüber wider, wie die Blockchain-Nachfrage wachsen wird. Diese architektonischen Unterschiede bestimmen, welche Art von Aktivität jedes Netzwerk nachhaltig unterstützen kann. Das Verständnis dieser Unterschiede hilft Investoren und Entwicklern, fundiertere Entscheidungen darüber zu treffen, wo gebaut oder Kapital investiert werden soll. Sui basiert auf einem objektzentrierten Modell, das Vermögenswerte als unabhängige Objekte behandelt. Wenn zwei Transaktionen nicht dasselbe Objekt berühren, überspringen sie den vollständigen Konsens und werden parallel ausgeführt. Nur Transaktionen mit gemeinsam genutzten Objekten gelangen in den vollständigen Konsenspfad. Dieses Design ermöglicht den Abschluss einfacher Übertragungen im Bereich von 0,4 bis 0,5 Sekunden. Wenn sich die Hardware verbessert, skaliert die Ausführungskapazität auf Sui entsprechend. Near verfolgt einen anderen strukturellen Ansatz, indem es das Netzwerk selbst durch Sharding aufteilt. Der Status wird auf alle Shards aufgeteilt und Validatoren werden bestimmten Shard-Segmenten zugewiesen. Das Protokoll kann bei steigender Nachfrage ein dynamisches Resharding durchführen und die Endgültigkeit liegt typischerweise zwischen 0,6 und 1,3 Sekunden. Entwickler interagieren auf Near mit einem Protokoll, das die Skalierung intern verwaltet, wodurch die Notwendigkeit einer manuellen Handhabung der Partitionslogik verringert wird. Unter Echtzeitbedingungen ist derzeit keines der beiden Netzwerke durch den Durchsatz eingeschränkt. Die beobachteten TPS auf Sui liegen bei etwa Mitte 20, während Near zwischen 30 und 40 liegt. Beide Ketten geben theoretische Obergrenzen an, die weit über der aktuellen Nutzung liegen. Der Engpass liegt heute in der Nachfrage und nicht in der Ausführungskapazität. Der Krypto-Analyst Eye Zen Hour, der einen tiefen Einblick in beide Netzwerke verlangte, stellte fest, dass sich die Wettbewerbsperspektive in Richtung Kosteneffizienz, Liquiditätstiefe und Ökosystem-Traktion verlagert hat, statt reiner TPS-Ansprüche. Diese Verschiebung spiegelt wider, wo sich der tatsächliche Netzwerkwert im aktuellen Marktumfeld ansammelt. https://t.co/SOMnrw2IKC – Eye Zen Hour 🥶 (@eyezenhour) 14. März 2026 Auch das Design des Validators unterscheidet sich zwischen den beiden. Sui erfordert höhere Hardware-Spezifikationen und ein größeres Einsatzrisiko, wodurch ein leistungsorientiertes Validator-Set entsteht. Near senkt die Eintrittsbarrieren durch dynamische Sitzpreise und geringere Hardwareanforderungen, verteilt die Arbeitslast auf Shards und erweitert die Beteiligung von Validatoren. Stablecoins stellen einen praktischen Stresstest für jedes Blockchain-Netzwerk dar. Sie testen gleichzeitig die Abwicklungsgeschwindigkeit, das Liquiditätsrouting, die Zusammensetzbarkeit und die Compliance-Bereitschaft. Auf Sui machen Stablecoins mittlerweile etwa 40 bis 50 Prozent der DeFi-Aktivitäten aus, wobei der Gesamtwert von DeFi im Jahr 2025 2 Milliarden US-Dollar übersteigt. Vermögenswerte wie USDsui, suiUSDe, von BlackRock unterstützter USDi und überbesicherter BUCK spiegeln eine Strategie wider, die auf einer Hochgeschwindigkeitsabwicklung in einer einzigen Ausführungsumgebung basiert. Für 2026 sind gebührenfreie Stablecoin-Transfers geplant. Die Stablecoin-Strategie von Near konzentriert sich auf die Liquiditätsmobilität über mehrere Umgebungen hinweg. USDC und USDT arbeiten nach dem NEP-141-Standard und das Stablecoin Transport Protocol ermöglicht effizientes Cross-Chain-Routing. Das kettenübergreifende Volumen durch Near Intents überstieg im Jahr 2025 13 Milliarden US-Dollar, was Stablecoins als kettenübergreifende Koordinierungsinstrumente und nicht als rein lokale Abwicklungsanlagen positioniert. Im Bereich Datenschutz bietet Sui derzeit Pseudonymität und Isolierung auf Objektebene an. Die Roadmap für 2026 umfasst Standarddatenschutz auf Protokollebene durch wissensfreie Beweise, homomorphe Verschlüsselung und selektive Offenlegung. Near hingegen hat bereits Anfang 2026 Confidential Accounts und Confidential Intents eingeführt, was heute eine private Cross-Chain-Ausführung und KI-Agent-Automatisierung ermöglicht. Nears aktiver Einsatz von Datenschutzfunktionen steht im Gegensatz zum Roadmap-basierten Ansatz von Sui. Beide Pfade sind kohärent, aber die Vertraulichkeit auf der Ausführungsebene von Near ist derzeit aktiv, während sich die eingebettete Privatsphäre von Sui noch in der Entwicklung befindet. Die Marktpositionierung trennt die beiden noch weiter. Sui hat sich in den Bereichen Gaming, Verbraucherzahlungen, Speicher und institutionelle Produkte einen Namen gemacht. Near konzentriert seine Erzählung auf KI-native Infrastruktur, kettenübergreifende Koordination und Entwicklerzugänglichkeit durch JavaScript-Tools und absichtsbasierte Architektur. Beide sind realisierbar, und die Akzeptanzverteilung im nächsten Zyklus wird letztendlich darüber entscheiden, welche Skalierungsannahme sich als haltbarer erweist.
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