Die „Zeitschmerz“-Falle: Warum der Bitcoin-Bärenmarkt noch ein paar Monate „Langweile“ brauchen könnte, um einen echten Tiefpunkt zu erreichen

Während der Kryptowährungsmarkt weiterhin seinen aktuellen Abschwung durchläuft, belasten zwei dringende Sorgen die Anleger: der potenzielle Abwärtstrend des Bitcoin-Preises und die Dauer dieses anhaltenden Bärenmarktes. Die durch die Volatilität von Bitcoin verursachte finanzielle Belastung war Gegenstand intensiver Diskussionen, aber der zeitliche Aspekt dieses Trends ist ein separates, komplexes Thema. Die Unterscheidung zwischen „Preisschmerz“ – gekennzeichnet durch abrupte Schwankungen, die Anleger dazu veranlassen, ihre Positionen aufzulösen – und „Zeitschmerz“ – gekennzeichnet durch einen Mangel an klarer Richtung, der sowohl bei optimistischen als auch bei pessimistischen Anlegern zur Erschöpfung führt – ist für das Verständnis der aktuellen Marktdynamik von entscheidender Bedeutung.
Da sich der Bitcoin-Preis unter der Schwelle von 66.000 US-Dollar bewegt, nachdem er in den letzten 24 Stunden um über 3 % und seit seinem Höchststand im Oktober um unglaubliche 45 % eingebrochen ist, steckt die Kryptowährung in einem fast sechsmonatigen Bärenmarkt fest. Eine wichtige Kennzahl, die auf eine längere Phase der Unsicherheit hinweisen könnte, ist der Realized Cap HODL Waves-Indikator von Glassnode. Durch die Kategorisierung des Bitcoin-Angebots basierend auf der seit der letzten Übertragung der Münzen verstrichenen Zeit und die Gewichtung nach dem realisierten Preis – dem Durchschnittspreis, zu dem die Münzen zuletzt auf der Blockchain gehandelt wurden – bietet diese Kennzahl wertvolle Einblicke in die Zusammensetzung des Marktes.
In der Vergangenheit fielen die Tiefpunkte der Bärenmärkte damit zusammen, dass langfristige Anleger – diejenigen, die ihre Vermögenswerte sechs Monate oder länger gehalten hatten – den Markt dominierten und ihr Anteil am Angebot mindestens 85 % erreichte. Typischerweise erreicht der Preis zuerst seinen Tiefpunkt, gefolgt von einem verzögerten Anstieg des Anteils langfristig orientierter Anleger am Angebot, was darauf hindeutet, dass diese Anleger Vermögenswerte zu niedrigen Preisen angehäuft haben und den Abschwung überstanden haben. Derzeit machen langfristige Inhaber etwa 80 % des Marktes aus, was darauf hindeutet, dass sich der Markt möglicherweise einem Tiefpunkt nähert, obwohl eine längere Konsolidierungsphase – möglicherweise über mehrere Monate – wahrscheinlich noch vor uns liegt.