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Das Billionen-Dollar-Dilemma: Warum große Banken vor der Blockchain zögern

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Das Billionen-Dollar-Dilemma: Warum große Banken vor der Blockchain zögern

In den letzten Jahren hat die Welt des traditionellen Finanzwesens begonnen, sich mit zunehmendem Interesse der Blockchain und ihrem Potenzial zuzuwenden. Laut Ronghui Gu, CEO des Blockchain-Sicherheitsunternehmens CertiK, erwägen Finanzinstitute die Möglichkeit, Vermögenswerte in Billionenhöhe in die Kette zu übertragen. Der Zeithorizont für diese Migration könnte etwa zehn Jahre betragen, ein Zeitraum, in dem voraussichtlich Dutzende Billionen Dollar in dezentralen Hauptbüchern bewegt werden.

Diese Aussicht stellt eine echte Revolution für den Finanzsektor dar, der von mehr Effizienz und Transparenz profitieren könnte. Allerdings ist die aktuelle betriebliche Realität viel komplexer und riskanter, als man sich vorstellen kann, insbesondere für die konservativeren Akteure in der Finanzlandschaft.

Die Risiken der Blockchain: ein Hindernis für Banken

Trotz der Begeisterung stößt die Übertragung von Vermögenswerten auf die Blockchain auf eine Reihe erheblicher Hindernisse. Das Hauptrisiko ist das Risiko von Hacks und Exploits, eine Bedrohung, die mit dem Aufkommen der künstlichen Intelligenz (KI) zur Bekämpfung der Cyberkriminalität zugenommen hat.

Ronghui Gu betont, wie Banken und Finanzinstitute gezwungen sind, mit einer Vielzahl von Risiken umzugehen: von KI-gestützten automatisierten Angriffen über Schwachstellen bei Smart Contracts bis hin zu Oracle-Manipulationen und Cross-Chain-Hacks, die die Brücken zwischen verschiedenen Blockchains treffen. Diese Risiken sind laut Gu das Haupthindernis, das das traditionelle Finanzwesen daran hindert, seine Vermögenswerte in großem Umfang in die Kette zu übertragen.

Eine wachsende Angriffslandschaft

Die Bedenken der Institutionen sind nicht unbegründet. Die von CertiK gesammelten Daten zeigen, dass die Zahl der Angriffe stetig zunimmt. Der April war der schlimmste Monat der letzten vier Jahre, mit fast täglichen Angriffen und nur drei Tagen ohne Zwischenfälle. Dieser plötzliche Anstieg wird laut Gu gerade durch den Einsatz von KI durch Hacker ermöglicht.

Zu den auffälligsten Fällen der letzten Monate zählen die Angriffe auf Drift Protocol und Kelp Dao, zwei Krypto-Kreditpools, die im Visier nordkoreanischer Cyberkrimineller standen. Bei diesen beiden Exploits wurden fast 600 Millionen Dollar gestohlen. Eine weitere bedeutende Episode ereignete sich bei Bybit im Februar 2025 mit einem Rekordverlust von 1,46 Milliarden Dollar, dem größten jemals registrierten Angriff.

Laut Daten von DefiLlama sind im letzten Jahr mehr als 1,1 Milliarden Dollar durch DeFi-Angriffe verloren gegangen, was verdeutlicht, wie sich Schwachstellen in kettenübergreifenden Infrastrukturen schnell über das gesamte Ökosystem ausbreiten können.

Ein unfaires Spiel: die Ressourcen der Hacker versus die Grenzen der Verteidiger

Das Hauptproblem besteht laut Gu darin, dass das aktuelle System böswillige Akteure begünstigt. Hacker verfügen über praktisch unbegrenzte Ressourcen und können ihre Bemühungen auf Protokolle mit einem massiven Total Value Locked (TVL) konzentrieren, also solche, die die größten Mengen an Vermögenswerten verwalten und daher im Erfolgsfall die höchsten Renditen bieten.

Ein einzelner Angreifer kann zwischen 10.000 und 20.000 Dollar in Computer-Tokens investieren, um die automatischen Schwachstellen-Scan-Engines tage- oder wochenlang ohne Unterbrechung am Laufen zu halten. Im Gegensatz dazu sind Protokollverteidigungsteams durch begrenzte Budgets eingeschränkt und müssen innerhalb der durch kommerzielle Verträge mit Kunden vorgegebenen Grenzen agieren.

Gu erklärt, dass CertiK, das 5.000 Kunden hat, die für jedes Projekt festgelegten Budgets einhalten und personelle und technologische Ressourcen nur innerhalb dieser Grenzen investieren muss. Dadurch entsteht eine strukturelle Lücke: Während Hacker zeitlich und ressourcenunabhängig arbeiten können, müssen sich Verteidiger oft auf ein paar Stunden Code-Scannen und -Überprüfung beschränken.

Der Effekt von KI: schnellere und effizientere Angriffe

Durch die Einführung künstlicher Intelligenz sind Exploits noch schneller und effizienter geworden. Die Angriffe sind fast täglich geworden, und der im April beobachtete Trend könnte bis zum Jahresende anhalten. KI ermöglicht es Hackern, die Suche nach Schwachstellen zu automatisieren, wodurch es für menschliche und technische Abwehrkräfte immer schwieriger wird, Schritt zu halten.

Dieses Szenario anhaltender Betriebsausfälle verdeutlicht die Notwendigkeit einer radikalen Änderung des Ansatzes zur Blockchain-Sicherheit, insbesondere wenn das traditionelle Finanzwesen tatsächlich die Absicht hat, Vermögenswerte von so hohem Wert zu übertragen.

Die Zukunft der Blockchain zwischen Risiken und Chancen

Die Migration von Vermögenswerten in die Kette stellt für den Finanzsektor eine der größten Chancen, aber auch eine der komplexesten Herausforderungen dar. Banken und Finanzinstitute sind sich der potenziellen Vorteile der Blockchain bewusst, können jedoch die wachsenden Risiken im Zusammenhang mit Hacks und KI-gestützten Exploits nicht ignorieren.

Um dieses Dilemma zu überwinden, müssen in neue Sicherheitslösungen investiert werden, die die Lücke zwischen den Ressourcen von Hackern und denen von Verteidigern schließen können. Nur so wird es möglich sein, die Blockchain zu einem wirklich sicheren und zuverlässigen Werkzeug für die groß angelegte Vermögensverwaltung zu machen.

Während das traditionelle Finanzwesen auf diese Entwicklungen wartet, bleibt es am Rande und beobachtet aufmerksam den technologischen Fortschritt und die Branchenentwicklungen

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