Todd, Back, Sassaman und Finney nannten Satoshi in drei Untersuchungen, die keinen Beweis fanden

Drei Untersuchungen. Vier Verdächtige. Null Beweis. Zwischen Oktober 2024 und April 2026 wurde in einer HBO-Dokumentation, einer Untersuchung der New York Times und einem Spielfilm jeweils eine andere Person als Satoshi Nakamoto benannt, und alle drei kamen zu kurz.
Wichtige Erkenntnisse:
Peter Todd, Adam Back und das Duo Hal Finney-Len Sassaman sahen sich im Zeitraum 2024–2026 jeweils mit Satoshi-Ansprüchen konfrontiert, die alle drei bestritten.
Polymarket gibt Adam Back bis zum 31. Dezember 2026 nur eine 6-prozentige Chance auf eine bestätigte Satoshi-Identität.
Der am 22. April 2026 veröffentlichte Dokumentarfilm „Finding Satoshi“ argumentiert, dass Bitcoin zwei Mitschöpfer hatte, nicht einen.
Die Jagd nach Satoshi Nakamoto wird erneut hitzig, da drei neue Ermittlungen Verdächtige benennen
Im Laufe der Jahre, vor einer Pause, sorgten eine Reihe selbsternannter Satoshi Nakamotos und Anschuldigungen von außen dafür, dass die Entstehungsgeschichte von Bitcoin dauerhaft ungeklärt blieb. Von Craig Wrights langjähriger juristischer Kampagne bis hin zu einer Parade von Cypherpunk-Kandidaten ist die Suche zu einem wiederkehrenden Fixpunkt in den Krypto-Medien geworden, und interessanterweise nimmt der Trend wieder richtig Fahrt auf.
Zwischen Oktober 2024 und April 2026 wiesen drei hochkarätige Untersuchungen, darunter eine HBO-Dokumentation, ein Deep Dive der New York Times und ein Spielfilm, jeweils auf eine andere Person oder ein Personenpaar als pseudonymen Schöpfer von Bitcoin hin. Keiner lieferte einen überzeugenden Beweis ab, und keiner legte den kryptografischen Beweis vor, der die Frage klären würde.
Peter Todd tritt ins Rampenlicht
Der Beginn der neuen Welle begann am 8. Oktober 2024, als HBO „Money Electric: The Bitcoin Mystery“ unter der Regie von Cullen Hoback veröffentlichte. Der Film argumentierte, dass Peter Todd, ein kanadischer Bitcoin Core-Entwickler, Satoshi Nakamoto sei. Hoback baute seine Argumentation auf Todds frühen Cypherpunk-Aktivitäten, Forumbeiträgen, seiner Verwendung von kanadischem Englisch und dem auf, was der Regisseur als verdächtige technische Überschneidung mit Satoshis letzten bekannten Schriften bezeichnete. Der Film dokumentierte, dass Todd mit Hal Finney und Adam Back kommunizierte, als er gerade 15 Jahre alt war.
Peter Todd – Bildquelle: HBOs „Money Electric: The Bitcoin Mystery“.
Todd lehnte die Klage sofort und ohne zu zögern ab. Er nannte die Idee „lächerlich“ und verglich die Argumentation mit „Zufallsdenken im QAnon-Stil“. Die breitere Bitcoin-Entwicklergemeinschaft stellte sich auf die Seite von Todd und wies die Argumentation des Films als Indizien ab. Hobacks Fall beruhte auf einem Forumsbeitrag, in dem Todd scheinbar als Satoshi schrieb und es dann zurücknahm, aber Kritiker bemerkten, dass die Beweise zu dürftig waren, um die Schlussfolgerung zu stützen. Es wurde kein kryptografischer Beweis angeboten. Die mit Satoshis frühen Bergbauaktivitäten verbundenen Long-Positionen in Höhe von etwa 1,1 Millionen US-Dollar BTC blieben unverändert.
John Carreyrou richtet seinen Blick auf Adam Back
Am 8. April 2026 veröffentlichte die New York Times eine umfassende Untersuchung von John Carreyrou, dem Reporter, der für seine Theranos-Berichterstattung bekannt ist. Der Artikel mit dem Titel „My Quest to Solve Bitcoin’s Great Mystery“ war das Ergebnis einer etwa einjährigen Recherche. Carreyrou wandte jahrzehntelange Sprachfilter in den Archiven von Cypherpunk-Mailinglisten an und beschränkte den Kandidatenpool auf einen Namen: Adam Back, den britischen Kryptographen und CEO von Blockstream.
Adam Back – Bildquelle: Youtube.
Der stilometrische Fall wurde detailliert beschrieben. Carreyrou führte spezifische Muster an, darunter Backs Wechsel zwischen „e-mail“ und „email“, die Verwendung des Wortes „also“ am Satzende und die Schreibweise von „double-spending“ ohne Bindestrich. Er verwies auch auf eine nahezu wörtliche Parallele zwischen einem Back-Beitrag aus dem Jahr 1996: „Ich kann besser programmieren als überzeugende Argumente konstruieren“ und einem Satoshi-Beitrag aus dem Jahr 2008: „Ich kann besser mit Code als mit Worten.“ Back ist die einzige Person, die im Bitcoin-Whitepaper ausdrücklich als Erfinder von Hashcash genannt wird, dem Proof-of-Work-System, auf dem der Mining-Mechanismus von Bitcoin direkt basiert.
Back verneinte es. Er nannte die Ähnlichkeiten unter den Cypherpunks unauffällig und sagte, die Überschneidungen seien das Produkt einer gemeinsamen intellektuellen Kultur und nicht einer gemeinsamen Identität. Dem Times-Bericht lag keine kryptografische Überprüfung bei. Der Prognosemarkt Polymarket, der am 9. April 2026 einen Vertrag eröffnete und fragte, ob Back bis zum 31. Dezember 2026 als Satoshi bestätigt werden würde, bezifferte die Quote auf 6 %, mit einem Gesamtvolumen von 14.598 $.
Hal Finney und Len Sassaman: The Case for Two
Zwei Wochen nach dem Times-Artikel, am 22. April 2026, brachte ein separater Dokumentarfilm ein völlig anderes Argument vor. „Finding Satoshi“, das Ergebnis einer vierjährigen Untersuchung des Autors William D. Cohan und des Privatdetektivs Tyler Maroney von Quest Research, argumentierte, dass Satoshi nicht eine, sondern zwei Personen seien.
Len Sassaman (Bild links) und Hal Finney (Bild rechts). Bildquellen: Reddit.
Der Film schlug vor, dass Hal Finney, der Softwareentwickler, der am 12. Januar 2009 die erste Bitcoin-Transaktion von Satoshi erhielt, sich um den Kerncode kümmerte, während Len Sassaman, ein Cypherpunk-Datenschutzexperte und Doktorand an der Katholieke Universiteit Leuven, das Whitepaper schrieb und die externe Kommunikation verwaltete. Beide Männer sind verstorben. Finney starb 2014 nach einem jahrelangen Kampf mit AL