Das US-Finanzministerium startet mit einem 87-seitigen Vorschlag den ersten Regelwerksentwurf zum GENIUS Act

Das US-Finanzministerium hat offiziell mit der Umsetzung des GENIUS-Gesetzes (Guiding and Establishing National Innovation for U.S. Stablecoins) begonnen, seine erste Bekanntmachung über die vorgeschlagene Regelsetzung (NPRM) veröffentlicht und eine 60-tägige öffentliche Kommentierungsfrist eröffnet.
Der 87-seitige Vorschlag beschreibt, wie das Finanzministerium feststellen wird, ob die Stablecoin-Regulierungssysteme auf Landesebene „im Wesentlichen ähnlich“ dem Bundesrahmen sind – eine wichtige Schwelle, die es kleineren Emittenten ermöglicht, unter staatlicher Aufsicht zu bleiben.
Nach dem GENIUS-Gesetz können sich Stablecoin-Emittenten mit einem ausstehenden Angebot von weniger als 10 Milliarden US-Dollar für eine Regulierung auf Landesebene entscheiden, sofern diese Regelungen die Bundesstandards erfüllen oder übertreffen. Die vorgeschlagene Regel legt allgemeine Grundsätze fest, die diese Entscheidung leiten sollen, lässt den Staaten jedoch Flexibilität in Bereichen wie Lizenzierung, Aufsicht und Durchsetzung.
Dem Dokument zufolge unterscheidet das Finanzministerium klar zwischen „einheitlichen Anforderungen“ – wie der Reservedeckung und der Einhaltung von Vorschriften zur Bekämpfung der Geldwäsche – und „staatlich kalibrierten Anforderungen“, bei denen die lokalen Regulierungsbehörden Ermessensspielraum behalten, einschließlich Kapital- und Risikomanagementstandards.
Bemerkenswert ist, dass der Vorschlag den Bundes-Benchmark weitgehend an Regeln und Interpretationen des Währungskontrollamts orientiert und damit seine zentrale Rolle bei der Überwachung von Nichtbank-Stablecoin-Emittenten unterstreicht, die nach Überschreiten der 10-Milliarden-Dollar-Schwelle unter Bundesaufsicht wechseln.
Die Regel stellt außerdem klar, dass staatliche Rahmenregelungen über die Anforderungen des Bundes hinausgehen können, solange sie nicht im Widerspruch zum Bundesrecht stehen oder die allgemeine Vergleichbarkeit beeinträchtigen.
Fortschritte bei der US-Krypto-Gesetzgebung
Das NPRM markiert den ersten formellen Schritt des Finanzministeriums bei der Umsetzung des im Juli 2025 erlassenen GENIUS-Gesetzes in ein operatives Regulierungssystem für Zahlungs-Stablecoins. Die endgültigen Regeln werden nach Ablauf der öffentlichen Kommentierungsfrist erwartet.
Staatlichen Regelungen wäre es außerdem untersagt, die Kernoffenlegungsstandards zu schwächen, wobei die Emittenten verpflichtet wären, mindestens monatlich Berichte über die Zusammensetzung der Reserven zu veröffentlichen – was den bundesstaatlichen Häufigkeitsanforderungen entspricht.
Namensbeschränkungen würden in ähnlicher Weise für beide Rahmenwerke gelten und staatlich regulierte Emittenten daran hindern, verbotene Begriffe beim Stablecoin-Branding zu verwenden.
Der Vorschlag unterstreicht, dass das Bundesrecht die Grundlage bleibt, und weist darauf hin, dass alle künftigen vom Kongress verabschiedeten Gesetze zur Regelung von Stablecoin-Emittenten automatisch für staatlich regulierte Unternehmen gelten würden, sofern nicht ausdrücklich etwas anderes angegeben ist.
Die Verabschiedung des GENIUS Act im Jahr 2025 markierte einen Wendepunkt in der US-Kryptopolitik, da er den ersten bundesstaatlichen Rahmen für Stablecoins festlegte und eine vollständige Reserveunterstützung, AML-Compliance und regelmäßige Offenlegungen vorsah.
Das Gesetz wird allgemein als Legitimation von Dollar-gestützten Stablecoins und als Stärkung der geldpolitischen Dominanz der USA angesehen.
Seitdem hat sich die Aufmerksamkeit auf die Umsetzung und Folgegesetzgebung verlagert. Die im Rahmen des GENIUS Act herausgegebenen Finanzberichte erweitern die Aufsichtsinstrumente, einschließlich Maßnahmen gegen illegale Finanzmittel und Krypto-Mixer.
Gleichzeitig haben Streitigkeiten zwischen Banken und Kryptofirmen, insbesondere darüber, ob Stablecoins Rendite bieten können, breitere Bemühungen zur Marktstrukturierung verlangsamt.
Unterdessen bringt der Kongress ergänzende Gesetzesentwürfe wie den Clarity Act zur Definition der Zuständigkeiten der SEC und der CFTC voran und signalisiert damit einen umfassenderen Vorstoß in Richtung eines umfassenden Regulierungsrahmens für digitale Vermögenswerte.
Dieser Beitrag: Das US-Finanzministerium startet mit einem 87-seitigen Vorschlag die erste Regelsetzung für den GENIUS Act. Er erschien erstmals im Bitcoin Magazine und wurde von Micah Zimmerman verfasst.