US-Finanzminister Bessent nennt den Inflationsanstieg einen kurzfristigen Ausreißer, da der Iran-Konflikt die Preise in die Höhe treibt

Scott Bessent möchte Sie wissen lassen, dass diese Inflationssache vorbei sein wird. Der US-Finanzminister bezeichnete den jüngsten Preisanstieg, der größtenteils auf den anhaltenden Konflikt zwischen den USA und dem Iran zurückzuführen ist, bei Briefings Ende Mai 2026 als „kurzfristigen Ausreißer“.
Das ist eine kühne Behauptung, wenn man bedenkt, dass die Inflation im April 2026 gerade einmal 4,5 % erreichte, ein fast dreijähriges Hoch. Der größte Teil dieses Anstiegs ist direkt auf die Energiekosten zurückzuführen, die seit der Eskalation des Konflikts stark angestiegen sind.
Der Fall für „vorübergehend“
Bessents Optimismus beruht auf einer ziemlich einfachen These: Wenn die inländische Ölproduktion in den USA steigt, wird der Energiepreisschock durch den Iran-Konflikt nachlassen. Kombiniert man das mit dem, was die Regierung als starke Beschäftigungsdaten bezeichnet, zeichnet der Finanzminister das Bild einer Wirtschaft, die einen Schlag einsteckt, anstatt einen Knockout zu erleiden.
Werbung
Aber „irgendwann“ bedeutet in diesem Satz eine Menge Gewicht. Produzenten legen nicht über Nacht einen Schalter um und überschwemmen den Markt. Aufgrund der Genehmigungs-, Bohr- und Vertriebsfristen dauert es Monate, bis jede Produktionssteigerung die Verbraucher auf sinnvolle Weise erreicht.
Der Aspekt der Krypto-Sanktionen
Während Bessent die Inflationsängste herunterredete, war das Finanzministerium an einer ganz anderen Front beschäftigt. Das Ministerium beschlagnahmte Ende Mai 2026 etwa 1 Milliarde US-Dollar an mit dem Iran verbundenen Krypto-Vermögenswerten im Rahmen einer umfassenderen Sanktionsdurchsetzungsmaßnahme gegen die digitale Finanzinfrastruktur Teherans.
Die Sanktionen richteten sich insbesondere gegen Nobitex, das als Irans größte Börse für digitale Vermögenswerte gilt, sowie gegen andere Plattformen, die angeblich zur Umgehung der US-Finanzbeschränkungen genutzt werden.
Berichten zufolge verwies Bessent selbst auf die schlechte Wirtschaftslage im Iran als Beweis dafür, dass die Sanktionen wirken. Der Iran hat mit einer Inflation von über 200 % zu kämpfen, außerdem gibt es Berichte über unbezahlte Militärangehörige und eine allgemeine wirtschaftliche Verschlechterung.
Was das für Krypto-Investoren bedeutet
Die Beschlagnahme von 1 Milliarde US-Dollar und die Nobitex-Sanktionen haben Auswirkungen, die weit über den Iran-Konflikt selbst hinausgehen. Sie signalisieren, dass das Finanzministerium bereit und in der Lage ist, tief in das Krypto-Ökosystem einzugreifen, wenn nationale Sicherheitsinteressen auf dem Spiel stehen. Die Nobitex-Bezeichnung deutet darauf hin, dass das Finanzministerium bereit ist, ganze Börsen ins Visier zu nehmen, nicht nur einzelne Wallets oder Transaktionen.
Auch das umfassendere makroökonomische Bild ist wichtig. Wenn Bessent falsch liegt, dass die Inflation nur vorübergehend ist, steht die Federal Reserve unter dem Druck, die Zinsen hoch zu halten oder sogar noch weiter anzuheben. Wenn Bessent recht hat und die Energiepreise bei steigender Inlandsproduktion sinken, könnte der disinflationäre Impuls der Fed Spielraum für eine Lockerung geben.
Was Sie tun können, ist, die Energiemärkte genau zu beobachten. Wenn die Ölpreise in den kommenden Wochen deutlich zu sinken beginnen, gewinnt Bessents Erzählung vom „kurzfristigen Ausrutscher“ an Glaubwürdigkeit. Andernfalls könnte die Inflationsrate von 4,5 % vom April eher wie eine Untergrenze als wie eine Obergrenze aussehen.