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Das Gesetz von Virginia schützt jetzt nicht beanspruchte Krypto-Assets

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cryptonewstrend.com
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Das Gesetz von Virginia schützt jetzt nicht beanspruchte Krypto-Assets

Virginia hat ein neues Gesetz verabschiedet, das eines der größten, seit langem bestehenden Probleme der Kryptoindustrie stillschweigend lösen könnte: Was passiert, wenn digitale Vermögenswerte nicht beansprucht werden? Gouverneurin Abigail Spanberger hat den Gesetzentwurf 798 des Repräsentantenhauses unterzeichnet und damit einen formellen Rahmen für den Umgang mit ruhenden Kryptokonten geschaffen. Die Änderung ermöglicht den Erhalt von Vermögenswerten wie Bitcoin (BTC), anstatt sie zu potenziell ungünstigen Preisen zu verkaufen.

Virginia aktualisiert die Regeln für nicht beanspruchte Kryptowährungen

Nach dem neuen Gesetz wird der Staat digitale Vermögenswerte auf inaktiven Konten nach fünf Jahren als aufgegeben betrachten. An diesem Punkt gelangen sie in staatliche Obhut, aber entscheidend ist, dass der Staat sie „in Form von Sachleistungen“ verwahrt, was bedeutet, dass er die eigentlichen Token behält, anstatt sie in Bargeld umzuwandeln.

Ein Auszug aus dem Gesetz. Quelle: Legislative Information System des Staates Virginia

Dies stellt eine deutliche Abkehr von früheren Praktiken dar, bei denen Staaten Krypto oft kurz nach der Inhaftierung verkauften. In diesen Fällen erhielten Eigentümer, die später Vermögenswerte zurückerhielten, Bargeld auf der Grundlage früherer Marktpreise, was dazu führte, dass ihnen möglicherweise große Aufwärtspotenziale entgangen waren.

Das Gesetz verlangt außerdem, dass der Staat die Vermögenswerte mindestens ein Jahr lang hält, bevor eine Liquidation erfolgen kann, was den Eigentümern eine weitere Schutzebene bietet:

„Sofern der Administrator nicht der Ansicht ist, dass es im besten Interesse des Commonwealth liegt, etwas anderes zu tun, müssen alle an den Administrator gelieferten Wertpapiere und digitalen Vermögenswerte mindestens ein Jahr lang aufbewahrt werden, bevor die Wertpapiere oder digitalen Vermögenswerte verkauft werden dürfen.“

Bedeutung für Bitcoin-Inhaber

Die Auswirkungen für Bitcoin-Benutzer sind einfach, aber wichtig. Wenn jemand den Zugang zu einer Wallet verliert oder ein Wechselkonto vergisst, wandelt der Staat seine Bestände nun nicht mehr automatisch in Fiat um, und zwar zu dem Preis, der zum Zeitpunkt der staatlichen Beschlagnahme galt.

Stattdessen bleiben die Vermögenswerte den Marktbewegungen ausgesetzt. Dies bedeutet, dass Eigentümer die eigentliche Kryptowährung und nicht ein potenziell veraltetes Bargeldäquivalent zurückerhalten könnten. Dies stimmt eher mit der Sichtweise von Krypto-Investoren über die langfristige Wertspeicherung überein.

Das Gesetz führt außerdem eine umfassende Definition digitaler Vermögenswerte ein, die Kryptowährungen umfasst, die als Wertaufbewahrungsmittel oder Tauschmittel verwendet werden. Gleichzeitig sind Gegenstände wie Spielwährungen oder bestimmte regulierte Wertpapiere ausgeschlossen.

Branchenvertreter haben den Schritt begrüßt, darunter Paul Grewal, Chief Legal Officer von Coinbase, der ihn als „gute Nachricht“ für die Gewährleistung eines ordnungsgemäßen Umgangs mit digitalen Vermögenswerten bezeichnete.

Kommentar des juristischen Leiters von Coinbase zu den Entwicklungen. Quelle: Paul Grewal/X

Virginia schließt sich nun einer wachsenden Liste von Staaten an, die ihre rechtlichen Rahmenbedingungen rund um Krypto modernisieren, was einen allmählichen Wandel hin zur Behandlung digitaler Vermögenswerte eher als langfristiges finanzielles Eigentum und nicht als etwas, das man schnell loswerden kann, signalisiert.