Warren Buffett-Indikator erreicht 230 %: Ist das berühmte Marktblasensignal gebrochen?

Inhaltsverzeichnis Der Warren-Buffett-Indikator hat 230 % erreicht, den höchsten jemals gemessenen Wert. Viele Analysten sprechen von der größten Börsenblase der Geschichte. Ein genauerer Blick auf die Formel wirft jedoch ernsthafte Fragen auf. Die Kennzahl könnte für die heutige globale, digitale Wirtschaft strukturell veraltet sein. Mehrere Schlüsselfaktoren deuten darauf hin, dass der Indikator nicht mehr wie früher die Marktrealität widerspiegelt. Der Buffett-Indikator vergleicht den gesamten US-Aktienmarktwert mit dem US-BIP. Dennoch erwirtschaften die größten amerikanischen Unternehmen von heute enorme Umsätze im Ausland. Goldman Sachs schätzt, dass 28 % der S&P 500-Einnahmen mittlerweile von außerhalb der USA stammen. Im Technologiebereich steigt dieser Wert sogar noch höher. Informationstechnologieunternehmen erwirtschaften 56 % ihres Umsatzes im Ausland, während Halbleiter 67 % erreichen. Die ursprüngliche Metrik verwendete auch das BSP, nicht das BIP. Das BSP misst die Produktion von US-amerikanischen Unternehmen weltweit, während das BIP nur die inländische Produktion misst. Moderne Analysten haben stillschweigend das BSP gegen das BIP ausgetauscht, ohne die historischen Benchmarks anzupassen. Allein diese Substitution treibt die heutigen Messwerte künstlich in die Höhe. Über die Umsatzgeographie hinaus erfasst das BIP auch nicht den vollen Wert der digitalen Wirtschaft. Dienste wie die Google-Suche, YouTube und Instagram generieren enorme wirtschaftliche Aktivitäten. Allerdings haben die Nutzer kostenlosen Zugriff darauf, sodass ihr Wert selten in die BIP-Zahlen einfließt. Wie Bull Theory auf X feststellte: „Der Aktienmarkt bewertet globale Cashflows. Das BIP misst nur die inländische Produktion.“ 🚨 DER IN DER GESCHICHTE AM MEISTEN VERWENDETE INDIKATOR „AKTIENMARKTBLASE“ KANN VOLLSTÄNDIG GEBROCHEN SEIN. Der Warren-Buffett-Indikator erreichte gerade 230 %, den höchsten jemals gemessenen Wert. Jeder nennt dies die größte Blase der Geschichte. Aber fast niemand spricht über ein großes Problem: Die… pic.twitter.com/6SG5o3NwpX – Bullentheorie (@BullTheoryio) 7. Mai 2026 Auch die Gewinnmargen der Unternehmen haben sich strukturell verschoben. Die Gewinne der US-Unternehmen erreichten kürzlich fast 14 % des BIP. Historisch gesehen lag dieser Wert im Durchschnitt bei etwa 7–8 %. Höhere strukturelle Gewinne unterstützen natürlich höhere Marktbewertungen, was im ursprünglichen Indikator nie berücksichtigt wurde. Der Buffett-Indikator hat bereits 2013 die Marke von 100 % überschritten. Seitdem hat sich der Wert des S&P 500 etwa verdreifacht. Mega-Cap-Technologieunternehmen dominierten die Märkte und die Unternehmensgewinne stiegen sprunghaft an. Eine große Studie ergab, dass der Indikator nur etwa 50 % der großen Marktrückgänge richtig vorhersagte, kaum besser als ein Münzwurf. Auch die Bilanz der Federal Reserve veränderte die Marktdynamik grundlegend. Vor 2008 verfügte die Fed über Vermögenswerte in Höhe von weniger als einer Billion US-Dollar. Durch quantitative Lockerung überstieg diese Zahl später 9 Billionen US-Dollar. Diese Liquidität trieb die Aktienkurse in die Höhe, ohne das BIP gleichermaßen zu steigern, wodurch die Quote weit über ihre ursprünglichen Schwellenwerte hinausging. Internationale Vergleiche stellen die Zuverlässigkeit des Modells zusätzlich in Frage. Taiwans Buffett-Indikator liegt bei rund 325 %, während der in Hongkong über 1.000 % liegt. Beide Märkte beherbergen weltweit führende Unternehmen, die weit über ihre Grenzen hinaus Umsätze erzielen. Der US-Markt folgt zunehmend einem ähnlichen Muster. Nichts davon bestätigt, dass Aktien fair bewertet sind. Unabhängig davon, was der Indikator anzeigt, können die Märkte immer noch stark fallen. Die Anwendung einer Formel aus dem Jahr 2001 auf eine Weltwirtschaft im Jahr 2026 führt jedoch zu Messwerten, die weitaus mehr Kontext erfordern, als ein einzelner Prozentsatz liefern kann.