Warum sich Banken jetzt darauf konzentrieren, digitale Vermögenswerte als Kerninfrastruktur zu betreiben

Inhaltsverzeichnis Digitale Vermögenswerte sind keine Frage mehr, ob Banken sich engagieren sollten. Führende Institutionen wie JPMorgan, HSBC und Société Générale haben bereits mit der Produktion begonnen. Die schwierigere Herausforderung besteht nun darin, diese Programme auf die Bereiche Treasury, Custody, Compliance und Kundenströme auszuweiten. Alison Kaufman von Circle sprach diesen Wandel kürzlich bei einer Current-Veranstaltung an und stellte fest, dass sich die Diskussion in den letzten fünf Jahren grundlegend verändert habe. Bei Pilotprojekten klären Banken häufig die technische Machbarkeit ab, haben jedoch Schwierigkeiten, wenn die Integration die Kernsysteme erreicht. Jede architektonische Entscheidung hat Auswirkungen auf die gesamte Institution. Die Auswahl einer Blockchain wirkt sich auf das Custody-Design aus. Das Custody-Design prägt die Art und Weise, wie Vermögenswerte die Kunden erreichen. Die Abwicklungslogik wirkt sich dann auf Liquiditätsmanagement- und Finanzierungsmodelle im gesamten Unternehmen aus. Kaufman stellte fest, dass Diskussionen über den Geldfluss und die technische Architektur signalisieren, wann es ernst wird. „Sobald wir in dieser Diskussionsphase angekommen sind, gehen wir über das Konzeptuelle hinaus“, sagte sie. Bei diesem Übergang werden die meisten Programme langsamer oder stoppen ganz. Der Treasury-Bereich steht vor einer besonders drastischen Anpassung. Die meisten Treasury-Bereiche von US-Banken basieren auf Cut-off-gesteuerten Tageszyklen und nicht auf einer 24/7-Abdeckung. Digitale Assets erfordern einen kontinuierlichen Betrieb, und die aktuellen Personalmodelle sind nicht darauf ausgelegt. Den internen Revisionsfunktionen fehlen heute auch die Tools zur Bewertung von Smart-Contract-, Oracle- und Bridge-Risiken. Der vom OCC im Frühjahr 2026 eingeführte Stablecoin NPRM verstärkte die regulatorische Bedeutung der Lücke. Es erfordert, dass zugelassene Emittenten von Zahlungs-Stablecoins nachweisen können, dass sie in der Lage sind, auf Reservevermögen zuzugreifen und diese zu monetarisieren. Das ist eine Fähigkeit, die die meisten Institutionen von Grund auf aufbauen müssten. Viele Banken experimentieren derzeit mit tokenisierten Einlagen innerhalb geschlossener Netzwerke. Die strategische Frage ist jedoch, ob diese Vermögenswerte mit dem breiteren Ökosystem verbunden werden können. Eine tokenisierte Einzahlung, die nur innerhalb des Netzwerks einer Bank abgewickelt wird, hat im Vergleich zu einer Einzahlung, die mit externen Schienen interoperiert, einen begrenzten Wert. Öffentliche Stablecoin-Schienen transportierten im Jahr 2025 ein geschätztes Zahlungsvolumen von 350 Milliarden US-Dollar. Das Abwicklungsnetzwerk von Visa umfasst mittlerweile neun Blockchains, darunter Circle’s Arc. Diese Zahlen spiegeln einen Markt wider, der sich in Richtung einer offenen Architektur und nicht in Richtung geschlossener Kreisläufe bewegt. Banken, die Closed-Loop-Positionen zu lange halten, zahlen später Konnektivitätskosten. Grenzüberschreitendes Engagement durch regulierte Stablecoins in mehreren Währungen, öffentliche Korridore rund um die Uhr und Echtzeitabwicklung gegen tokenisierte Bargeldäquivalente gehören zu den Möglichkeiten des Kunden. Jedes erfordert eine Infrastruktur, die die Bank intern nicht besitzt. Der praktische Weg nach vorn besteht darin, das Design des Betriebsmodells und die Interoperabilität in einem einzigen Arbeitsablauf zusammenzuführen. Die Institutionen, die diese Architektur in den nächsten vier bis sechs Quartalen richtig aufbauen, werden die Muster vorgeben, denen andere folgen. Diejenigen, die die On-Chain-Fähigkeit auf alte Modelle übertragen, werden im Zuge der Weiterentwicklung des Marktes mit steigenden Kosten konfrontiert sein. Entdecken Sie mit Expertenanalysen Aktien mit der besten Performance in den Bereichen KI, Krypto und Technologie.