Warum Satoshis Identität keine Rolle mehr spielt: Strategie- und Coinbase-CEOs signalisieren das Ende der Jagd

Ein jahrelanger Wettlauf um die De-Anonymisierung von Satoshi Nakamoto scheint in eine ideologische Sackgasse geraten zu sein, von der paradoxerweise die Branche profitiert hat. Vor dem Hintergrund des Films „Finding Satoshi“ haben Führungskräfte großer Krypto-Unternehmen eine übereinstimmende These geäußert: Nakamotos Identität sei definitiv zu einem historischen Artefakt und nicht zu einem Marktfaktor geworden.
Phong Le, CEO von MicroStrategy, betonte in seinem Kommentar zum Film, dass Bitcoin einen Ansatz verdient habe, der auf Bescheidenheit und Anerkennung von Beiträgen basiert, und nicht auf Versuchen, sich bloßzustellen. Er wurde von Brian Armstrong, CEO von Coinbase, unterstützt, der erklärte, dass der Code und das Wirtschaftsmodell von Bitcoin nun „für sich allein stehen“, unabhängig davon, wer im Jahr 2008 die Feder in der Hand hielt.
Wer Satoshi ist, spielt für Bitcoin keine Rolle mehr. Dennoch stimme ich zu, dass dies der nachdenklichste Artikel ist, den ich zu diesem Thema gesehen habe. Es steht im Gegensatz zu früheren selbstgefälligen Enthüllungen, die sich dem Thema mit Bescheidenheit und Freundlichkeit nähern – Eigenschaften, die Satoshi und Bitcoin verdient haben. https://t.co/atGPtw6Pe6
– Phong Le (@phongle) 22. April 2026
Wer ist Satoshi?
Ein interessanter Aspekt ist, dass die Finding Satoshi-Version, die ein Duo aus Hal Finney und Len Sassaman vorschlägt, am „marktneutralsten“ ist. Im Gegensatz zu früheren Theorien über Peter Todd oder Adam Back impliziert diese Version, dass die „Schlüssel zum Paradies“ physisch unzugänglich sind, da beide mutmaßlichen Schöpfer verstorben sind – Finney seit 2014 und Sassaman seit 2011.
Dadurch entfällt das seit langem bestehende „Black Swan“-Risiko einer plötzlichen Freigabe von 1,1 Millionen US-Dollar BTC aus mit Satoshi verbundenen Wallets. Darüber hinaus setzt die Anerkennung der Plausibilität dieser Theorie durch ihre Witwen den Spekulationen einen Riegel vor und verwandelt Satoshi von einem mysteriösen Manipulator in ein tragisches Genie.
Die Zahlen bestätigen, dass Bitcoin seinem Schöpfer entwachsen ist. Heute hält MicroStrategy 815.000 $BTC und BlackRock 806.000 $BTC und wird damit praktisch zu einem kollektiven „Satoshi“ der Gegenwart. Ihre gesamten Anteile gleichen den Anteil des Gründers aus.
Ob das Netzwerk dadurch dezentraler und widerstandsfähiger gegenüber einzelnen Reputationsrisiken wird, bleibt eine offene Frage.